Bilder…!

Nach einem langen Tag mit qualmenden Füssen und Köpfen -das Wetter ist sehr warm und sonnig und wir sind vom Hafen über die Altstadt wieder bis hin zu dem großen Markt und den Markthallen hinter dem Bahnhof insgesamt etwa zwölf Kilometer gelaufen und erneut von Eindrücken „überfüllt“ worden- ist noch etwas Zeit, endlich mal ein paar Bilder einzustellen.

Hier in Riga ist die Internetverbindung leidlich, dafür ist sie immer wieder mal unterbrochen, davor hatte uns schon der Hafenmeister „gewarnt“, und insgesamt bin ich nach 35 Tagen „digitalen Terrors“ manchmal ganz kurz davor, das ganze Computergeraffel kurzerhand über Bord zu schmeißen,  alle zuvor funktionsfähigen und „erprobten“ Lösungen zicken immer wieder und rauben Urlaubs- und Lebenszeit ohne erkennbare Gründe und ohne Sinn und Verstand…

Die beste Figur macht noch das Samsung-Tablet, außer das es die lettische Datenkarte nicht mag und gelegentlich mit den hiesigen Wlan- oder mobilen Datennetzen Probleme hat… Immerhin, nur gelegentlich, und das Teil würde ich aus jetztiger Sicht als letztes ins Wasser werfen…

Im Ergebnis bleibt die pure Lust, Gewalt auszuüben bei nächstbester Gelegenheit, nämlich der, einen dieser Softwarefritzen im Dunkeln zu erwischen und windelweich zu hauen für die Leistung, die sie (nicht) abliefern und die Erklärungen, die sie dafür haben…! In einen Sack mit dem Pack zusammen mit all den Klugscheißern, die wir alle nur zu gut kennen, es trifft keinen verkehrten !

Kleiner  Ausflug in ein marginales, aber dennoch nervendes Problem, zumal vor Abfahrt alles ging…!

„Riga`s Fine Food“ war heute angesagt, auf dem Markt haben „tausend“ eingelegte Dinge, von denen man vor Kauf kosten darf, eingekauft, auch solche, von denen wir nicht wissen, was sie sind…

Nette Hilfe an einem Marktstand, als die Markktfrau uns rätseln sieht : „was ist das“ sagt sie lächelnd und erklärt uns unterer anderem eingelegtes und in Bündeln geschnürtes Knoblauchkraut, also „das Grüne“ oberhalb der Knolle..

Seetang, „Funczosa“, Glasnudeln, diesmal nicht mit Schweinefleisch, sondern mit Algen, Seetangsalat, verschieden eingelegte Gurken und Kohl, Räucherfisch, ganz anders als gewohnt geräucherte Wurst und Fleisch, die obligatorischen Supertomaten und nach Gurken schmeckende Salatgurken…Auf dem Boot schwelgen wir beim Abendbrot in diesen Dingen und bedauern unsere trotz guten „Trainings“ hinter unseren Vorstellungen zurückbleibende Leistungsfähigkeit beim Essen…

Zu Riga selbst werden wir nicht mehr viel schreiben, wir können nur „verlieren“ dabei, so vielfältig und sympathisch ist diese Stadt und tausend gut gewählte Worte wären unzureichend, das „Bouquet“ der Eindrücke und die Spiel- und Lebensart dieser Stadt zu beschreiben, darum versuchen wir es gar nicht erst…

Dennoch, voraussichtlich wollen wir am Freitag weiter, nach Ruhnu, einer nur wenige Quadratkilometer großen zu Estland gehörenden Insel in der Riga Bucht. Sie ist so klein, das wir Sorge haben, sie nach 60 Seemeilen Fahrt in die offene Rigaer Bucht überhaupt zu „treffen..“ Dort soll „der Hund begraben „sein, außer Insel, Felsen und Wald nichts los, gerade richtig, um den Rummel in Riga sacken zu lassen.

Es wird dort, wie auch im weiterem Verlauf nach Saarema navigatorisch anspruchsvoll, d.h., es gibt Felsen und Steine unter Wasser und nur relativ enge und flache Fahrwasser, die  im Vergleich zu bisherigen Verhältnissen eher spärlich betonnt sind und rechts und links daneben ist es gleich nicht nur flach, sondern auch steinig…

Zuvor wollen wir in Riga noch tanken, wie immer sind wir zwar noch mehr als halb voll, aber sicher ist sicher..

Unerwarteterweise wird das in Riga schwierig, Kraftstoff gibt es nur in Kanistern von der Tankstelle, so man welche hat, die einzige Bootstankstelle ist pleite, wofür sich der angerufene Betreiber entschuldigt und meint, das wir einige Meilen stromaufwärts in einem Seitenarm der Daugava an eine Autotankstelle fahren könne, die „rückwärtig“ eine Steg zum Tanken für Boote hat..

Alle die ich im Hafen nach Kraftstoff angesprochen haben bestätigen das Problem und wir sehen auch einige Skipper mit großen Kanistern hantieren.

Zu allem positiven Überfluss kommt ein Lette, der mich gestern an die bankrotte Tankstelle verwiesen hat heute nachmittag zur ELSE und klärt mich, sich vielfach entschuldigend, über  seine gestrige „Fehlinformation“ auf…! Toll ! Es bleibt spannend…

Am Freitag morgen werden wir also erst einmal weiter in`s „Landesinnere“ zum Tanken fahren..!

Nun ein paar „unsortierte“ Bilder, die in den jeweiligen Posts besser aufgehoben wären, aber wie gesagt, der „digitale Terror“…

Der Skipper hantiert schon wieder mit Wasser...

Der Skipper hantiert schon wieder mit Wasser…

Markt in Klaipeda, eher dürftig...

Markt in Klaipeda, eher dürftig…

liebevoll bepflanzte Marienkäfer im Stadtpark und anderswo...

liebevoll bepflanzte Marienkäfer im Stadtpark und anderswo…

die "Dane", Seitenarm der Memel, an der auch der "Kastellhafen" für die Sportboote liegt...

die „Dane“, Seitenarm der Memel, an der auch der „Kastellhafen“ für die Sportboote liegt…

Restaurant in Klaipeda…

"Stadtbilder" von Klaipeda...

„Stadtbilder“ von Klaipeda…

"Stadtbilder" von Klaipeda...

„Stadtbilder“ von Klaipeda…

"Nachtarbeit" auf der ELSE,  Uli "macht Bilder klein" und stellt sie in unserem Blog ein..

„Nachtarbeit“ auf der ELSE, Uli „macht Bilder klein“ und stellt sie in unserem Blog ein..

Auf dem Weg nach Nidden durch das kurische Haff, erste Düne mit Segler davor...

Auf dem Weg nach Nidden durch das kurische Haff, erste Düne mit Segler davor…

Die Düne in Nidden,  auf dem Foto unrealistisch klein...

Die Düne in Nidden, auf dem Foto unrealistisch klein…

nochmal die Düne in Nidden, auf dem Foto immer noch unrealistisch klein...

nochmal die Düne in Nidden, auf dem Foto immer noch unrealistisch klein…

jetzt wird sie ein bisschen größer...

jetzt wird sie ein bisschen größer…

auf der Düne...

auf der Düne…

Fischbrötchen ??  fest in deutscher Hand...?

Fischbrötchen ?? fest in deutscher Hand…?

ELSE im Hafen von Nidden mit Dünenblick...

ELSE im Hafen von Nidden mit Dünenblick…

Geranien an den Straßenlampen ! Wer gießt die denn jeden Tag ??

Geranien an den Straßenlampen ! Wer gießt die denn jeden Tag ??

Vorbereitungen zum etwas größeren Landausflug, das Fahrrad wird aufgebaut...

Vorbereitungen zum etwas größeren Landausflug, das Fahrrad wird aufgebaut…

Leuchturm Nida (Nidden)

Leuchturm Nida (Nidden)

Nehrungswald...

Nehrungswald…

Nehrungswald...

Nehrungswald…

Haffimpressionen...

Haffimpressionen…

Haffimpressionen...

Haffimpressionen…

Haffimpressionen...

Haffimpressionen…

Haffimpressionen...

Haffimpressionen…

Haffimpressionen...

Haffimpressionen…

Haffimpressionen...

Haffimpressionen…

Haffimpressionen...

Haffimpressionen…

Haffhimmel...

Haffhimmel…

Haffimpressionen...

Haffimpressionen…

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„Kurenkahn“ made by Uli…

 

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Nidden, erstes Mal kurz vor der Grenze…

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Nidden, Elchwald ohne Elch…

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Nidden, Strand auf der Ostsee-Seite..

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„Thomas Mann Haus“ in Nidden…

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Nidden, Haff-Seite mit Düne…

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Nidden, abendlicher Haff-Strand…

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Bad im knietiefen Haff…

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Haffimpressionen…

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Haffimpressionen…

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Knietiefes Haff…

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Segler in Richtung Grenze…

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Haff…

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„Kurenkahn“…

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Zweites Mal kurz vor der Grenze… Russische Grenzboje und Grenzboot „Madeleina“…

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Grenzmarken auf der Düne…

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Litauische Coast Gard, die uns aufbringt, die „Grenzer“ sind wieder in ihrer verspiegelten Kabine verschwunden…

Nida18

Wir folgen nach Nidden zurück…

Nida19

Alles überstanden…

Juodkrante01

Juodkrante, Stadtpier…

Juodkrante4

Juodkrante…

Juodkrante5

Juodkrante…

Juodkrante02

Haffimpressionen…

Juodkrante6

…?

Juodkrante7

Juodkrante bei Mondschein vom Boot aus…

Juodkrante2

Hexenwald in Juodkrante…

Juodkrante1

Hexenwald…

Juodkrante3

Hexenwald…

Wie immer können die Bilder nicht wirklich wiedergeben, was wir gesehen haben…!

 

Aufgebracht…!!

Wir verbringen den letzten Tag in Nidden mit „chillen“, Einkaufen -elektrischer Kompressor für Fender und Fahhrrad für 11 €…!! -, Wasser aufüllen und Bezahlen der Liegegebühren beim Hafenmeister.

Kurz nach 15 Uhr brechen wir auf und wollen, bevor wir Kurs auf unser nächstes, nicht weit entferntes Ziel Juodkrante nehmen, die „Große Düne“ vom Wasser aus in Augenschein nehmen. Am Vorabend hatten wir bei unserem Spaziergang ja gesehen, wie toll diese „Ecke“ ist und das dort einige Schiffe aus Nidden dort lang bis an die russische Grenze heran gefahren sind.

Das wollen wir auch, ein unglaubliches Panorama, voraus die riesige, sich bis in den russischen Teil erstreckende Düne, querab, durch gelbe Bojen gegennzeichnet, die russische Grenze und vor Anker das russische Patroullienboot. Wir halten, so glauben wir, gebührend Abstand, um die Russen nicht zu provozieren und machen langsam kehrt, um nach Juodkrante zu fahren.

Nur wenig später folgt uns in Gleitfahrt das sonst im Hafen von Nidden liegende Patrouillenboot der litauischen Coast Guard, holt uns ein und stoppt schräg hinter uns auf.

Das Begehr der Grenzer ist zunächst nicht zu erkennen, die Scheiben des Bootes sind undurchlässig verspiegelt. Die Kabinentür öffnet sich und heraus kommen zwei in Tarnanzügen Uniformierte. Der dünnere der beiden fragt : „You now the rules…?“. Da ich mich mit Regel schon immer schwer getan habe, antworte ich wahrheitsgemäß „no, which rules..? “ . Der dünnere Uniformierte erläutert mir, das wir 200 Meter Abstand zur russischen Grenze halten müssen und entfacht damit eine kurze Debatte mit dem glatzköpfigen dicken Kollegen, der etwas von 600 Metern murmelt…! Okay Sir, verstanden, die beiden sagen goodbye und drehen ab, um die in der Nähe vor der Düne ankernde „Greenline“ eines litauischen Paares aufzusuchen..

Wir sehen, dass sie dort sehr schnell wieder abdrehen und uns erneut folgen…

Sie kommen tatsächlich zu uns, das gleiche Spiel von vorne, aufstoppen. Kabinentür auf, der jüngere kommt raus und bittet uns, ihm in den Hafen zu folgen, „to answer some questions from the officer…“ Gut, wenn der so wissbegierig ist, dann wollen wir helfen, seinen Wissensdurst zu stillen.

In Gleitfahrt folgen wir dem Patroullienboot über`s Haff, wahrscheinlich gibt es nachher einen Rüffel, weil man hier nicht so schnell fahren darf, ausser die Coast Guard.

Wieder zurück in Nidden legen wir da an, wo wir vor anderthalb Stunden abgefahren sind.

Das Patroullienboot hat schon vor uns angelegt und auf dem Steg steht der aufgeregte rührige Hafenmeister und redet auf die Grenzer ein. Er entschuldigt sich bei uns, er hätte uns sagen müssen, das man da wo wir waren nur mit „special permission“ hin darf, leider gibt es keine gedruckten Informationen darüber und er schimpft über das „crazy system“ und redet weiter auf die Grenzer ein.

Vergebens : Ich soll mitgehen, der Hafenmeister sagt noch, das es wohl keine großen Probleme geben wird und zetert weiter in Richtung der Grenzer.

Der jüngere, dessen Englischkenntnisse plötzlich versiegt sind, bedeutet mir ihm zum einem Auto zu folgen und einzusteigen.
Uli darf das Schiff zwischenzeitlich nicht verlassen.
Er braust los, durch Nidden, drei Kilometer in Richtung Klaipeda, biegt links ab in ein Waldstück und die Fahrt endet bald darauf aif einem militärähnlichen Gelände vor einem kamerabestückten Gebäude, deren Fenster zum Teil vergittert sind.

Meinen Fahrer habe ich während der Fahrt hier her ausgiebig betrachten können, sein Gürtel wird verziert durch eine XXL-Kanone, die in anderen Gegenden der Welt zur Elefantenjagd benutzt werden, zahlreiche Nadeleinstiche in der Armbeuge zeugen von irgendeiner Therapie oder einer betimmten Vorliebe und die dreistellige Nummer an einer Plakette zeugt davon, dass er entweder einer Eliteeinheit angehört oder dass es von seiner Spezies nicht mehr allzuviele gibt. Insgesamt hat er den Habitus des kleinen Bruders von „Rambo“, nur verbissener.

Er führt mich in einen „Besucherraum“, holt zwei junge Kolleginnen, von denen eine asiatisch Aussehende mir auf englisch erklärt, ich solle auf den vor mir hingelegten leeren Zettel eine „Explanation“ des „Happenings“ schreiben…

Auf meine Frage, ob ich da tatsächlich raufschreiben soll, das wir da hingefahren sind um die große Düne zu fotografieren. antwortet sie „yes, that`s good..!`“

Ich soll noch ergänzen, das ich nicht wusste, dass man da nur mit „special permision“ hindarf, das tue ich denn auch, was bleibt mir…

Sie befragt mich noch nach meinem Familienstand, wie viele Kinder ich hätte, wie viele davon erwachsen und wo ich arbeite und ob ich schon mal straffällig geworden bin…

Ich entschuldige mich für die Arbeit die ich ihnen mache, dann entschwinden alle, meine hinterhergerufene Frage, ob ich warten oder mitkommen soll wird mit mit einem kurzen „wait“ beschieden…

Gefühlt etwa eine Stunde warte ich, zwischenzeitlich frage ich eine dicke bezopfte Frau an der „Rezeption“ ob ich draussen in der Sonne warten dürfe… Sie erlaubt das mit einem freundlichen „yes“…

Zwischenzeitlich ist mein Fahrer weggefahren, gefühlsmäßig stelle ich mich auf einen langen schwierigen Nachmittag ein. Der Fahrer kommt bald wieder, hat einen, dem Lametta nach mit dem er behängt ist, ranghohen Offizier herbeigeschafft.

Ich warte auf der Treppe des Gebäudes und fange an, mir die Beine zu vertreten und auf dem Gelände rumzulaufen. Vielleicht kommt mir dann einer hinterhergelaufen, den ich dann fragen könnte, wie denn nun das weitere Procedere ist…

Nichts passiert, die Zeit läuft quälendend langsam. Aus dem Gebäude dringen abwechselnd die Geräusche von Pumps auf Steinfussboden, Gelächter und das Geräusch von Lochern und Tackern…

Vielleicht heften sie dort meine Akte zusammen und die Amtshandlung nährt sich dem Ende..?!

Auf alle Fälle habe ich sehr viel Zeit über das nachzudenken, was möglicherweise auf mich zukommt und das Warten lässt den Gedanken viel Spielraum…!

Nach unendlich langer Zeit kommen Rambo und die Ladys mit einem Stapel Papiere zurück und bedeuten mir, wo ich insgesamt ca. zehn Unterschriften zu leisten hätte.

Da alles ausschliesslich auf litauisch geschrieben ist, erkläre ich ihnen, dass ich das nicht so ohne weiters unterschreiben könne, da ich es nicht verstehe.

Rambos Gesichtszüge verfinstern sich.

Die asiatisch wirkende erklärt mir alles, wobei ich das Wort „Haftdeclaration“ vernehmen zu glaube… „Haft means prison…?!“ frage ich sie, sie lacht freundlich „no, no…only a declaration that you will not be punished…!“

Sie erklärt mir, das ich nicht bestraft werde und dass es nichts kostet, weil ich das das erste Mal gemacht habe und Ausländer bin und dass da alles auf dem Formular, in das sie meine Daten eingetragen haben, steht.
Das andere Formular soll bedeuten, dass sie mir meine Papiere und die der ELSE vollständig zurückgegeben haben.

Auf einem anderen Blatt, einem Kartenausschnitt, hat Rambo eine Skizze gemalt und die Standorte von ELSE und dem litauischen Patroullienboot „Böomerranger “ und dem Russenboot „Madeleina“ mit Koordinaten und Uhrzeit dargestellt.

Notgedrungen unterzeichne ich alles und bitte um Kopien, die sie mir anstandslos machen.

Nach dem Austausch einiger Floskeln nimmt Rambo Haltung an und chauffiert mich zurück zum Hafen. Da er ja nun kein Englisch mehr kann, verläuft die Fahrt wortlos, wobei mir auffällt, wie überaus vorsichtig und umsichtig er fährt.

Am Hafen verabschieden wir uns mit einem festen Händedruck, ich gehe ziemlich schnell und erleichtert auf die ELSE, womit dann wohl auch Ulis „Schiffsarrest“ endet.
Nur fünf Minuten später legen wir ab und machen uns von dannen, die russische Grenze und die „Große Düne“ achteraus schnell zurücklassend…

Wir sind ziemlich erleichtert.

Der Hafenmeister hat sich zuvor noch tausendfach für „seinen Fehler“ entschuldigt, er hätte uns das sagen müssen und und und… Er ist kaum zu beruhigen, obwohl ich ihm versichere, dass das ja nun alles nicht so schlimm gewesen ist.

In der ruhigen Abendstimmung auf dem Haff fahren weiter nach Juodkrante, wo wir kurz vor Sonnenuntergang spät an der fast leeren „Dorfpier“ anlegen. Sven und Max von der „White Shark“, die wir in Nidden kennengelernt hatten, liegen da auch und wir berichten Sven von unserem Erlebnis.

Letztlich sind wir der Überzeugung, das wir noch mehr als 400 Meter von der Grenze entfernt waren -so zeigt es nämlich der Track auf unserem Kartenplotter- und dass die Besatzung von der „Böomerranger“ nur ihre Daseinsberechtigung dokumentieren wollte, warum lassen sie uns nach der „Verwarnung auf See“ erst fahren, um dann so einen“Bohei“ daraus zu machen ??

Ärgerlich auch, das es in den aktuellen Seekarten des NV-Verlages wie auch im neuaufgelegten „Törnführer“ keinerlei Hinweis auf das „angemessene“ Verhalten an der Grenze gibt und auch keinen Aushang o.ä. beim Hafenmeister. Wir haben nur das „nachgemacht“ was wir seit Tagen vielfach bei anderen Schiffen und Booten gesehen haben, halt ohne zu wissen, das es einer „special permission“ bedarf…

Oder braucht man als Litauer vielleicht doch keine ??

Ich erinnere mich an die Worte des hilfreichen und symphatischen Marinachefs in Danzig : „Europa ist hier zu Ende“. Hat er am Ende wirklich recht oder wird hier was ganz anderes ausgetragen ? Wir werden es wohl nie erfahren…

Und diesen Text werde ich auch erst in Lettland posten…

Wir laufen noch ein wenig in Juodkrante rum, es ist sehr mild und das Haff liegt völlig glatt und still unter einem zunehmenden Mond, Frösche quaken laut im Schilf unweit der Else.

Den Mittwoch wollen wir in Juodkrante verbringen, um von hier aus am frühen Donnerstagmorgen zum vereinbarten Tanktermin nach Klaipeda zu fahren um danach wieder auf die Ostsee rauszufahren und Kurs auf Liepaja oder Pavillosta zu nehmen.

Litauische Beobachtungen…

Dritter Auszug aus dem Reisetagebuch von Uli:

Teil I

Die Litauer in Klaipeda – besonders die Frauen und Kinder – sind ein farbenfrohes Völkchen. Wo man hinschaut bunte bis grelle Kleider, Schuhe, Tücher – von groß geblümt bis klein kariert.
Die kleinen Mädchen erstrahlen in pinken Kombinationen mit weiß und rosa.
Auch die Männer tragen gerne rote Hosen oder bunt karierte Bermudas und rosa Hemden…
Eigentlich ein fröhliches Bild, bis man in die Gesichter der Menschen schaut…
Die meisten haben hängende Mundwinkel und unzufriedene Gesichtszüge. Kaum irgendwo hört man Lachen oder großes Palaver – außer im Hafen, da schreien sie sich von Boot zu Boot an bzw. zu.

Klaipeda hat auch viele bunte Stellen im „grau anmutenden“ Häusermeer. Es finden sich originelle Pflanzendekore wie „blühende Marienkäfer“, gepflanzte Segelschiffe, üppige Blumenampeln, viel „Grün“ und schön verzierte Häuser. Aber wie bei den Menschen seltsam unbelebt und stellenweise wirkt es wie eine Theaterkulisse, in der die Akteure unmotiviert herumirren.

Wo ist die fröhliche, teils sehr laute Betriebsamkeit, die in Polen um uns herum herrschte?

Wir sind zu kurz da, um alles zu sehen.

Aber der erste Eindruck, der entsteht, ist trotzdem irgendwie trostlos…

Wenn da nicht die Jugendlichen wären, die sich abends auf dem Hafenvorplatz treffen, das international typische Balzgehabe an den Tag legen und mit ihren Autos (BMW und Audi) und Mädchen angeben. Die verschiedenartige Musik – von „uffz uffz itze uffz“ bis schmelzendes „ladumdilala“ – die aus den Autos dringt, verbindet sich mit den lauten Motorengeräuschen, dem quirligen Mädchenlachen und der sehr fremdartigen Sprache zu einer höllischen, technoartigen Geräuschkulisse
– aber sie haben Spaß!

Teil II

Inzwischen sind wir in Nidden angekommen und uns bietet sich ein ganz anderes Bild der Litauer…

Hier ist das Erscheinungsbild der Menschen weniger farbenfroh, eher weiß, beige, schwarz, grün, aber umso freundlicher und zufriedener. Die Menschen treffen sich offener, lächelnder und „lauter“.
War Klaipeda eine Enklave der Tristesse der Gemüter? Oder waren wir nur zur falschen Zeit am falschen Ort?

Hier passt alles zusammen, es wird gelebt und belebt. Hier fühlen wir uns wohl und willkommen… wenn auch etwas als Außenseiter, weil wir keine Flip Flops tragen…

Bis wir auf die „Humorlosen“ in Coast-Guard-Uniformen treffen…

Aber davon später mehr – wenn wir Litauen verlassen haben. Wir wurden nämlich „aufgebracht“…

Bilder wie gewohnt bei schneller und stabiler Internetverbindung…

Nidden !

Nidden ist ein unglaublich schöner Fleck !

Ich muss vorgreifen und zuerst heute vor gestern und vorgestern beschreiben !

Der Tag beginnt wieder mit strahlendem Sonnenschein, es ist windig, aber schön !

Auch wenn wir gestern und vorgestern viel rumgelaufen sind, will ich heute weiter, an die „Aussenküste“ der Nehrung und mir die russisch-litauische Grenze ansehen. Wir haben nur ein Fahrrad mitgenommen, Uli`s Knie mag Fahrradfahren gar nicht, dafür will sie noch „shoppen“ und in ihr Reisetagebuch schreiben und vor allem zeichnen was hier so drum herum ist…

Ich sattele das Fahrrad und radele durch Nidden in Richtung Ostsee. Nach dem Ortsende führt der Fahrradweg durch dichten, harzig und moosig riechenden Mischwald und schon bald mischt sich in das Geräusch der vom Wind bewegten Baumwipfel das entfernte Rauschen der Brandung der Ostsee. Der Wald lichtet sich und geht in kleine Dünen über. Der Rest des Weges zum Strand führt über einen Holzsteg und dann habe ich die Ostsee erreicht : rechts und links soweit das Auge reicht blaugrüne tosende Brandung, die an einem fast menschenleeren Strand ausläuft.

Einige Tapfere baden schon, wobei sie gar nicht so tapfer sein müssen, hat doch ELSE`s Thermometer für die Wassertemperatur auf der offenen Ostsee hier schon 18° angezeigt -woher kommt die schnelle Steigerung gegenüber der deutschen und der polnischen Küste mit nur etwa 11-14° ? -, im Haff sind es mittlerweile 20-21°…!

Beim Anblick der offenen welligen Ostsee merke ich einmal mehr, das ich kein „natural born seaman“ bin, der Gedanke, das wir auf dieser Ostsee ganz weit draußen, von hier aus gar nicht zu sehen, mit einer „kleinen motorisierten Kunststoffschüssel“ angereist“ sind, entzieht sich fast meiner ansonsten manchmal fast zu gut ausgeprägten Vorstellungskraft… Ich staune hier eine Weile vor mich hin und mache mich auf zurück in den Wald…

Ich will mir den Grenzübergang zwischen Litauen und Russland ansehen. Der Weg dahin führt vom Strand zunächst wieder über einen gepflasterten Radweg durch den Wald. Der Radweg endet auf der Straße zwischen Klaipeda (Memel) und Kaliningrad (Königsberg). Die gut ausgebaute Straße ohne Radfahrweg ist kaum befahren, nur ganz selten überholt mich ein Auto oder es kommt eins entgegen, meistens sind es „russische Kleinwagen“ wie VW Touareg oder aktuelle Mercedes- oder BMW-Modelle jenseits der 100 000 €- Grenze, nur vereinzelt sind ärmliche Fahrzeuge wie VW Golf, neue Toyota- oder Nissanmodelle zu sehen…

Der Wald rechts und links der Straße ist genial : naturbelassener Mischwald, sumpfig, Farne, Schachtelhalme, alles im XXL-Format, es riecht nach Harz, Zitonenmelisse o.ä., in das Rauschen der Baumwipfel mischt sich das Rauschen der Brandung der nicht weit entfernten Ostsee. Kormorane fliegen vorbei, ein völlig ungewohntes Bild für einen „Waldhimmel“.

Auch als Elch würde es mir hier gefallen, ich halte an und gehe ein wenig in den Wald hinhein; keine Elche, aber überall aufgewühlter Waldboden und ab- bzw. angefressene Laubbäume…Wildschweine oder Elche, keine Ahnung, aber irgendwer von den beiden war es…!

Der nächste quer in den Wald führende Weg ist mit Schildern und „Reitern“ versperrt : „Stop, Staatsgrenze“ steht da auf deutsch, russisch und litauisch…
Ich radele weiter und nach kurzer Zeit kommt der Grenzübergang in Sicht. Schilder über Schilder, fotografieren ist nicht erlaubt und ich mache noch schnell ein paar Bilder, ehe es verboten wird…

Gefühlt tausend Kameras beglotzen mich, ich grüße, weit und breit kein Mensch, kein Auto…

Ein Hinweisschild macht auf die Kameras aufmerksam -man kann sie ja sonst auch übersehen- und weisen darauf hin, das das Nummernschild sauber zu halten ist, damit die Kameras es auch erkennen können…

Ein russischer Edel-Landrover mit sauberem Nummernschild fährt an die erste Kamera heran, hält kurz, wird digital registriert und fährt weiter durch zur „händischen“ (menschlichen ?) Kontrolle. Kurze Zeit später darf er witerfahren. So stellt sich die Schengen-Aussengrenze dar…

Genug gesehen, ich trete unbehelligt den Rückweg durch den herrlichen Wald an und nach eine halben Stunde bin ich zurück zu Hause auf der ELSE.

Uli ist vom Einkaufen zurück und hat Bleistiftzeichnungen von der Düne und vom Hafen angefertigt, die sie weniger als mich befriedigen…

Wir dümpeln auf der ELSE, ich stochere mal wieder im nicht ablaufenden Fäkalientank rum, diesmal mit schnellem „Erfolg“, schmiere die von Salz und Sonne mittlerweile schwergängigen Verschlüsse der Oberlichter und diverse andere schwergängige oder korrodierende Dinge mit Erfolg mit Sprühöl.

Ein schäferhundähnlicher Hund stattet uns einen Besuch am Boot ab uns ist sichtlich empört, das er über mein auf dem Steg liegendes Fahrrad steigen muss…

Am sehr späten Nachmittag brechen wir nochmal auf in Richtung „Große Düne“ und werden fürstlich belohnt :

Vom Hafen gehen wir den Strand entlang bis fast zur russischen Grenze. Die Düne schiebt sich bis ins Haff vor, Bäume, Schilf, eine Landzunge hier, die andere dort, rastende Seevögel, ein Schwan, Dohlen, Schwalben und nahezu kein Mensch…! Ein unglaubliches, unbeschreibliches Ensemble, das durch das einsetzende Abendlicht bei mittlerweile Windstille fast mystisch in Szene gesetzt wird…!

Uli will ins Wasser,schwimmen, dazu geht sie fünfzig oder mehr Meter ins Haff, ohne das es ernsthaft tiefer wird… Egal, für ein paar Schwimmzüge in dem lauwarmen Wasser reicht es und sie kommt erfrischt zurück, mit Sicherheit beäugt durch die Ferngläser des patroulliernden russischen Grenzbootes…

Wir gehen weiter, vor der Grenze, mit Dünen und Wald im Hintergrund segelt die „Neringa“, ein Segelschiff aus Nidden, das für Geld Interessierten die Düne und die Grenze vom Wasser aus zeigt.

Wir wandern langsam zurück und können uns nicht satt sehen. Ich mache unzählige Bilder und würde einen Teil davon gerne gleich in unseren Blog hochladen, damit man ansatzweise vemitteln kann, was man hier sieht…

Es fehlen die Worte…

Auf dem Rückweg kaufen wir zu Essen ein. der Supermarkt „Maxi“ ist gut ausgestattet , hat bis 22 Uhr geöffnet und es gibt dort gegarte/gebratene Hühnerbeine und Rippchen -trotz Nidden immer noch spottbillig- und wir essen an Bord…Bisher haben wir noch nicht viel gekocht und nur wenig Vorräte verbraucht, Essen gehen oder kaufen ist fast günstiger… Spätestens in Skandinavien wird das wohl vorbei sein…

Zwischenzeitlich hat an der anderen Stegseite eine große neue „Greenline“ aus Klaipeda festgemacht und ich frage die Besatzung, ob wir in Klaipeda „feinen Yachtdiesel“ bekommen (in memorian der Schilderung unseres gestrigen deutschen Stegnachbarn, dem man drei verschiedene Sorten zur Auswahl angeboten hatte, von zähflüssig bis honiggelb); Dem ist so und wir erhalten eine Telefonnummer, die wir zur Terminvereinbarung anrufen sollen…

Morgen wollen wir aufbrechen, nach dem Verlassen des Hafens werden wir die Düne und die russische Grenze vom Schiff aus beäugen und dann nach Judokrante weiterfahren, um dort im Hexenwald geschnitzte Holzgestalten und hoffentlich Elche zu sehen…

Die Wettervorhersage ist göttlich…

Übermorgen wollen wir in Judokrante bleiben, am Tag danach werden wir, so das Wetter es zulässt, früh aufbrechen, in Klaipeda vorsichtshalber tanken und nach Liepaja oder Pavilosta in Lettland aufbrechen….

Riga wir kommen…! Doch bis dahin dauert es noch ein paar Tage, ein denkbarer Weg führt über die wohl recht einsame Insel Ruhu, die schon zu Estland gehört…

Wir kommen noch ganz durcheinander mit dem ständigen Gastlandsflaggenwechsel…

Bilder folgen bei schneller und vor allem stabiler Internetverbindung…

Ab in`s Haff…

Klaipeda ist nicht wirklich charmant…

Am Freitag gefällt es uns dort im „Kastellgraben“ nicht mehr richtig, das Wetter ist gräulich und windig und hinter ELSE dümpeln kieloben tote Fische zwischem allerlei Unrat.

Zunächst hatten wir überlegt, ob wir das kurische Haff auslassen wollen, da trotz unser üppig vorhandenen Zeit dieselbe läuft und wir „weiter rauf“ wollen.
Da ich dann aber nie erfahren werde wie es dort wirklich ist, steht das „Auslassen“ nicht ernsthaft zur Debatte.

Wir versuchen, vom „diensthabenden“ Hafenmeister noch etwas Aktuelles über das Haff rauszukriegen, aber außer zur Rückgabe der Kaution für die „Klokarte“ ist er zu keinen Auskünften in der Lage, wobei er darin zu etwa gleichen Teilen durch mangelnde Englischkenntnisse und mangelndes Interesse behindert wird. Damit befindet er sich aber in guter Gesellschaft mit dem überwiegenden Teil der „Hafenmannschaft“.

Jede Viertelstunde vor der „vollen Stunde“ öffnet angeblich die Drehbrücke und wir machen uns rechtzeitig los und auf zur Drehbrücke. Zum Glück klappt das „rauswinden“ aus dem engen Liegeplatz trotz des Windes und wir erreichen die geschlossene Drehbrücke… Da dort niemand ist, machen wir provisorisch an einem dort liegenden Fischerboot längsseits fest und warten. Die „Brückendreher“ -die Brücke wird von zwei Mann per Hand bedient- kommen eine Viertelstunde später und drehen die Brücke eher griessgrämig auf und entlassen uns aus dem „Käfig“. Wahrscheinlich ist ihr Zeitgefühl durcheinandergeraten oder sie waren zu schwach, haben sie doch „um halb“ ausserplanmäßig die Brücke für ein Fischerboot geöffnet…

Ein kurzes Stück auf der „Dange“, dann sind wir auf der Memel und fahren in Richtung Haff.

Auf der Steuerbordseite sieht die „Nehrungsseite“ schon ganz ansehnlich aus, die Backbordseite besteht nur aus Kränen, Kaimauern und Industrie.

Das Ende von Klaipeda naht, der Fluss wird dort durch eine kleine Insel geteilt, man soll den rechten Arm des Flusses nehmen, wobei kurzeitig leichte Irritationen entstehen, weil zum einen in diesem Arm mittig ein undefinierbares schwimmendes „Röhrensystem“ verankert ist und zum anderen die Tonnen nicht so liegen und bezeichnet sind, wie sie auf der elektronischen und auf der Papierseekarte eingetragen sind, alle drei „Anordnungen“ weichen voneinander ab.

Wir suchen uns in langsamer Fahrt den am sinnvollsten erscheinenden Weg und erreichen kurze Zeit später das Haff.

Der Wind hat nachgelassen und wir fahren auf für uns „elbegewohnten“ komfortablen Wassertiefen zwischen 1,8 – 3,2 Meter unter Autopilot von Tonne zu Tonne.

Hier stimmen Bezeichnung und Lage wieder, alles passt.
Auf der „Nehrungsseite“ Wald und erste hohe Dünen, die bis ins Wasser „züngeln“. Eine beeindruckende Landschaft, kein anderes Schiff weit und breit. Zwischenzeitlich beginnt es etwas zu nieseln.

Wir passieren die Orte auf der Nehrung, manchmal führt das Fahrwasser ganz nahe am Ufer vorbei und wir können erkennen, das Judokrante („Schwarzort“) ein überaus possierliches zwischen Wäldern eingebettetes Örtchen ist. Da ein benutzbarer Anleger erkennbar ist, „merken“ wir Schwarzort für die Rückfahrt vor. Laut Beschreibung soll es in den Wäldern von Schwarzort Elche und Wildschweine geben !

Weiter geht die Fahrt an Dünen, Wäldern und einem Leuchttürmchen namens Arkliu Ragas auf einem Steininselchen vor dem Ort Pervalka vorbei. Bald darauf kommt nach etwa dreistündiger Fahrt Nidden, unser Ziel, in Sicht. Hier vertun wir uns kurz unspektaklär mit den Tonnen und interpretieren eine Tonne des abzweigenden Fahrwassers ins Memeldelta als „unsere Nächste“; da das irgendwie nicht mit Kurs und Ziel zusammenpasst, bemerken wir das schnell und nehmen Kurs auf die richtige, letzte Tonne vor Nidden.

Der besten Tonnenleserin westlich des Urals tropft der Angstschweiss von der Stirn, da wir wohl erstmalig an einer Heckboje festmachen müssen. Im Hafen eingelaufen stellt sich heraus, das das Adrenalin vergebens produziert wurde, neben den gefürchteten Heckbojen lädt ein langer Steg in Hafenmitte zum beidseitigen längsseitigen Anlegen an.

Das klappt erst beim zweiten Mal, ich habe gar nicht bemerkt, wie zwischenzeitlich der Wind zugenommen hat und beim Anlegen als heftiger Seitenwind, gegen den das Bugstrahlruder machtlos ist, ELSE wieder vom Steg wegdrückt. Neuer Versuch mit mehr Fahrt und wir legen an und von einer an der anderen Stegseite liegenden deutschen Motoryacht nimmt uns die Skipperin die Leinen an.

Gute deutsche, in anderen Ländern leider nicht übliche Sitte.

Das Anlegen findet bei zwischenzeitlich aufgeklartem besten sonnigen Wetter statt und vom Liegeplatz haben wir direkten Blick auf die „berühmte“ große Düne von Nidden. Wir wissen gar nicht, wo wir zuerst hingucken sollen.

Kurze Zeit später begrüßt und der Hafenmeister, der der Beschreibung der Hafenhandbuchs entspricht : „Kure mit schwedischem Habitus“. Wir dürfen da bleiben wo wir liegen und sollen für die „Registration“ in sein Büro kommen, wenn wir Zeit dazu haben…
Das tun wir denn auch bald -gezahlt wird bei der Abfahrt-, um danach gleich durch den Ort zu laufen : Unbeschreiblich, schön, nett, liebevoll, schwedisch anmutende Häuser mit liebevollen Gärten davor, Bäume überall, die Straßenlampen kurz unter der Leuchte mit üppigen Geranien geschmückt !

Viele Gartenrestaurants, teils direkt am Haff, schlendernde fröhliche Menschen, ein unbeschreibliches gleichermaßen mediterran wie skandinavisch anmutendes Ensemble !

Es ist mild und sonnig.

Wir erkunden noch ein wenig mehr vom Ort und sind uns sicher, das Nidden unsere Reispläne durcheinanderbringen wird : Hier werden wir länger bleiben, mindestens drei, vier Tage !

In einem der Gartenrestaurants gehen wir noch ganz vorzüglich, sehr freundlich bedient sehr preiswert Essen und lassen die Eindrücke des Tages bis lange nach Mitternacht sacken.

Morgen wollen wir mehr sehen, die große Düne, mehr vom Ort und und und…

Mein Fahrrad ist schon startklar…!

Wie immer : Bilder folgen bei schneller und stabiler Internetverbindung…

Von Hel an Russland vorbei bis Klaipeda…

Diesmal ein Teil der Bilder zuerst…!

Litauen Flagge

Nachts wird in Hel die litauische Gastlandsflagge gehißt…

Litauen Sonnenaufgang Hel

4:30 Uhr Sonnenaufgang in Hel…

Litauen Abfahrt Hel

4:45 Uhr kurz vor Abfahrt nach Klaipeda…

Litauen Fahrt0

Gegenverkehr am Morgen…

Litauen Fahrt1

„Save water“ Tonne Hel am Morgen…

Litauen Fahrt2

„Rückblick“…

Litauen Fahrt3 Skipper

Autopilot „Bosman“ – der hat jetzt einen Namen! – fährt, der Skipper kann ruhen („induselt“)…

Litauen Fahrt5

Stimmung des „Seaman“ während der langen Überfahrt…

Litauen Fahrt4 Skipper2

Stimmung des Skippers während der langen Überfahrt…

Litauen Klaipeda1

Einfahrt in den Seekanal von Klaipeda (Memel)…

Litauen Klaipeda2

Hafeneinfahrt zum „Old Castle Port“ Klaipeda…

Litauen Klaipeda3

ELSE an ihrem Liegeplatz in Klaipeda…

Litauen Klaipeda5

Skulptur an der Hafeneinfahrt zum „Old Castle Port“, Rückansicht…

Litauen Klaipeda4

Skulptur Vorderansicht, handbetrieben Drehbrücke im Hintergrund…

Litauen Klaipeda6

litauische Einkäufe: litauisches und russisches Bier, Weißwein, Käse, „Memel blue“, Salami, Salate, Oktopus…

Litauen Klaipeda7

Uli zeigt plötzlich Mut zur Farbe (als Balte „verkleidet“)…