Segeln ist schön….!!*

Gestern 7:23 UTC auf der Schlei :

Schreie auf dem Wasser lassen mich aufhorchen: Braucht da jemand Hilfe ? Der Lautstärke und der Intonierung nach scheint Lebensgefahr zu bestehen ! Doch die sollte sich erst einstellen…

Beim näherem Hinsehen und -hören entdecke ich die Herkunft der Schreie : Eine Segelyacht unter Motor mit einem darauf befindlichen Paar, das sich wüst beschimpft : “ immer das Gleiche, ich kann es nicht mehr ertragen…!“  Wortfetzen mit „….loch“ und „Mist…“ dringen an meine Ohren und zeugen von einem authentischem maritimen Streit mit, den Wortfetzen zufolge, mutmaßlich längerem landgebundenem Vorlauf..

Eine Sekunde lang ist Ruhe, dann macht die Segelyacht ohne Vorwarnung eine 180°-Kehre mit offensichtlicher Ruderlage am Anschlag : Nie hätte ich geglaubt, das eine ca. 30 Fuss-Yacht quasi  „auf dem Punkt“ umdrehen kann !

Die auf dem Vorschiff befindliche Frau gerät ins Straucheln und kann sich nur mit Mühe halten und geht bei dem Manöver fast über Bord !

„Willst Du mich umbringen…??!“  brüllt sie…

“ Ja..!!!“  brüllt es aus dem Cockpit zurück…

Nach dieser Aktion kehrt vordergründig Ruhe ein und die Yacht setzt ihren „Umkehrkurs“ zurück in Richtung Arnis fort…

Ich sehe ihr nachdenklich nach und denke an ähnliche beobachtete Erlebnisse, vorzugsweise beim Anlegen und in Schleusen, wenn „Frau“ aus Sicht des Skippers etwas „verkackt“ hat, wofür sie häufig gar nichts kann…

Dieser beobachtete Konflikt war wenigstens auf „Augenhöhe“ was die Lautstärke angeht, „er“ saß nur im wahrsten Sinne des Wortes am längeren Hebel, sprich am Ruder…!

Nicht selten lässt die „Bebrüllte“ devot oder zumindest stoisch über sich ergehen, was eigentlich ein Grund für einen sofortigen „Reiserücktritt“ ist…

Es soll überlegene Kulturen geben, in denen sich Männer und Frauen im Wesentlichen nur zur Paarung zusammenfinden und ansonsten getrennter Wege gehen…

Eine gute Idee..?

An Bord der ELSE, dieser Tage bei tropischem Wetter friedlich am Liegeplatz dümpelnd, geht es geruhsamer zu mit vergnüglichen Beschäftigungen, die man hier

ansehen kann… :

 

*geht alles gut auch auf Motorbooten…! 🙂

 

Ein Wochenende auf der Schlei bei „Kaiserwetter“…

Die zehnte Saison der ELSE hat bereits im Mai begonnen, ein vorläufiges Highlight ist jedoch das vergangene Wochenende bei sich karibisch anfühlendem Wetter auf der Schlei. 24 Stunden alleine auf dem Wasser, überwiegend vor Anker, schaffen Raum für viele und andere Gedanken und vor allem Tiefenentspannung…!

Zu einem kurzen Video davon,  auf Jörgs Empfehlung innerhalb weniger Minuten mit der Software „Fastcut“ erstellt, geht es hier… 

Das Video ist dieses Mal bei YouTube eingestellt und nicht auf dem Blogserver…

In Kürze mehr zu den Ereignissen im zehnten Jahr ELSE…!

 

Kranwochenende…

Diesem Thema war mein Blog schon oft gewidmet, sodass es eigentlich gar nicht mehr viel zu diesem  hinzuzufügen  gibt…!

Aber manchmal kommt es besonders gut und darum mag ich es einmal mehr aufschreiben…

Zum Ende der Saison 2018 ist das „Kranwochenende“ um den 13. Oktober herum gekrönt von Kaiserwetter, der ohnehin schon kompromisslose Sommer gibt noch einmal alles!

In Vorbereitung des Einwinterns der Else bin ich bereits am Donnerstagabend elektrisch mit dem ZOE angereist, um neben der mitgebrachten Büroarbeit auch ein bisschen das avisierte schöne Wetter ein letztes Mal in diesem Jahr genießen zu können.

Die nächtlich Ankunft auf Else begann damit, dass das Bediendisplay im Salon in Folge der Kochsalzattacke wieder „zickte“ und neben hektisch blinkenden LEDs funktionslos war.

Diesmal ließ es sich auch nicht wieder beleben, zusätzlich hatte sich die auch von diesem Panel zu bedienende Heizung der Zickerei angeschlossen, obwohl der Einbauplatz des Heizungsschalters auf diesem Panel eher physischer als elektrischer Art ist, mit der Panelelektronik hat der Schalter gar nichts zu tun… Duplizität der Ereignisse, die einem nach einem langen Ingenieurleben nicht mehr wirklich stauen lässt!

Da sich alles Wesentliche mit Ausnahme der Heizung auch am Panel im Cockpit bedienen lässt, habe ich den Vorfall unter dem Motto „Irgendetwas ist immer!“ zunächst bis zu Saisonbeginn 2019 ad acta gelegt und mich dem letzten erwarteten Sonnenwochenende auf der Else zugewandt.

Im weiteren Verlauf kam es wie es kommen sollte: Sonnig, warm, schwachwindig oder windstill und sternenklare Nächte!

Nach der Anreise von Uli am Freitag nach der Arbeit haderten wir am Samstag auf allerhöchstem Niveau, ob wir einfach nur absichtslos auf dem Boot chillen oder noch einmal losfahren. Uli war eher für chillen und in Kappeln rumlaufen; da ich oft in Kappeln rumlaufe, war das nicht so mein Favorit und als Königsweg sind wir nach Ulis „Rumlaufen“ in Kappeln und Einkaufen am Samstagnachmittag schleiaufwärts gefahren, um gleich hinter Arnis einen schönen Ankerplatz in Ufernähe aufzusuchen.

Beim Herantasten an das Ufer fehlte mir doch etwas der zwischenzeitlich wieder defekt gewordene Tiefenmesser, so musste von Zeit zu Zeit der Enterhaken zur Überprüfung der Wassertiefe dienen. Da das Seegras bis fast unter die Wasseroberfläche reichte, hätte hier auch der funktionierende Tiefenmesser vermutlich keine brauchbare Anzeige geliefert, der Bootshaken hingegen zeigte vielmehr zuverlässig an, dass wir bereits nur noch einen Meter Wassertiefe hatten und Else mit den Propellern nicht nur im Gras, sondern auch im Sand wühlte…!

Ein bisschen mehr Sicherheitsabstand vom Ufer, Anker mit maximaler Kettenlänge fallen lassen in Erwartung, dass der Anker im Seegang ohnehin wieder nicht wirklich hält und ein bezaubernder Abend auf der Else konnte beginnen!

Langsam senkt sich die Dämmerung über die Schlei und die untergehende Sonne produziert eine „blaue Stunde“ wie aus dem Bilderbuch :

Seevögel aller Größe und Gattungen, allen voran Gänse, stimmen ein zeitweilig ohrenbetäubendes Schnatterkonzert an und fliegen offensichtlich ziel- und wahllos alleine oder im Schwarm absichtslos hin und her!

Ich möchte ein bisschen mithalten und beantworte das Geschnattere mit dem Nebelhorn der „Planschkuh“ aus den 70er Jahren, dass mir Anke vor ein paar Jahren „zu treuen Händen“ geschenkt hat :

 

Eine schmale Mondsichel gewinnt Oberhand über den Nachthimmel, gefolgt von dem in diesem Jahr aufgrund seiner Nähe zur Erde in Farbe und Helligkeit dominierenden Mars.

Im Westen ist der Sonnenuntergang fast vollbracht :

 

Am Osthimmel zeugen die aufgehenden Plejaden vom Ende des Sommers. Zwischenzeitlich ist der schwarze Nachthimmel übersäht von gefühlt Myriaden von Sternen und der Milchstraße.

Kein Fremdlicht stört den Anblick, das Ankerlicht mache ich, da hier eh keiner mehr fährt, vorrübergehend aus.

Das Wasser ist völlig glatt geworden, kein Lüftchen regt sich mehr, das Glucksen des Wasser am Rumpf ist verstummt…

Nur langsam können wir uns von der eindrücklichen Stimmung lösen, der Hunger schiebt sich in den Vordergrund…

Es gibt Rindfleisch aus Dosen, das früher aus der „Bundesreserve“ war mit Nudeln und natürlich bemühen wir uns eifrig, die noch an Bord befindlichen Getränke vor Ende der Bootssaison zu verbrauchen…

Nach dem Essen starren wir wieder auf den Nachthimmel und erspähen die eine oder andere Sternschnuppe, das insgeheim erhoffte Nordlicht zeigt sich nicht, obwohl dieser Tage in Norddeutschland einige Sichtungen möglich waren und eine erhöhte Nordlichtaktivität vorhergesagt war.

Man kann nicht alles haben…!

Erst gegen Mitternacht machen wir uns bettfertig und ich aktiviere am Plotter den Ankeralarm mit einem Radius von 60 ft und schon kurze Zeit später beginnt nach dem Zubettgehen das Konzert von Seekühen und Seebären…!

Die Nacht ist bereits gegen 3:30 Uhr überraschend zu Ende: Ein schrilles hektisches Piepen reißt mich aus den Träumen und der Ankeralarm auf dem Plotter verkündet eine „Abtrift größer 60 ft“ !

Was war passiert :

Zwischenzeitlich ist es wieder etwas windiger geworden und Else hat sich am Anker gedreht und damit aus dem „Alarmradius“ entfernt. Diesen habe ich dummerweise auch zu gering gesetzt: Bei einer Kettenlänge von 30 Meter (etwa 90 ft) kann man nicht erwarten, dass der Alarm bei Windrichtungswechsel nicht ausgelöst wird…

Leider kommt mir diese Idee erst beim dritten Ankeralarm um kurz nach sieben, zwischenzeitlich gab es noch um kurz nach fünf einen Alarm, danach ist Ruhe, zum einen weil ich nun meinen Fehler begriffen habe und zum anderen weil die aufgehende Sonne über der zwischenzeitlich wieder völlig windstillen Schlei eine Morgenstimmung produziert, der man sich trotz der Müdigkeit nicht entziehen mag.

Die ganze lärmende Vogelschar vom Vorabend ist bereits auch wieder aktiv und begrüßt die aufgehende Sonne.

Kurze Zeit später pfeift der Wasserkessel auf dem Spirituskocher und bald darauf belebt heißer Kaffee meinen schwächelnden Körper. Das Geräusch der Seekühe ist verstummt, zur Zeit sieht man sie auch nicht, aber wenn sie still sind, kommen sie bald wieder hervor…!

Ein paar Stunden bleiben wir noch vor Anker und schauen dem Tag beim Großwerden zu. Auch heute ist und wird das Wetter kompromisslos schön !

Gegen Mittag lichten wir den Anker, mit ihm ca. 10 kg Schlick und Seegras und treten in langsamer Fahrt die kurze Rückreise zum Liegeplatz nach Kappeln an, nicht ohne den Weg durch eine große Runde schleiaufwärts noch ein bisschen zu verlängern.

Beim Anlegen in Kappeln gibt es noch eine kurze Schrecksekunde. Das, was wir seit je her befürchten, tritt ein: Die backbordseitige Achterleine rutscht von der Badeplattform ins Wasser und wird sofort vom Propeller des Steuerbordmotors erfasst und straff gezogen. Der Motor wird abgewürgt, einhergehend mit schrillem Alarmpiepen des Plotters und des EVC, der Plotter quittiert zudem seinen Dienst, der Bildschirm wird schwarz, um gleich wieder anzugehen, das Ganze zweimal ?!

Dümmlich schräg hängen wir zwischen den Dalben, den Bug an den Fender des Nachbarbootes gedrückt…

Erfreulicherweise löst sich die Leine unbeschädigt nach nur wenigen Versuchen von Bord aus wieder aus dem Propeller, Uli muss nicht mit Messer ins Wasser… 🙂

Warum die Leine den Motor zum Abwürgen bringen kann, dann aber trotzdem so leicht wieder zu lösen ist, erschließt sich mir ebenso wie das Ausfallen des Plotters nicht; vermutlich lässt sich durch das Herausnehmen des Ganges und dem dann freigängigen Propeller die Leine abwickeln, wie von einer Schnurrolle?!

Kurze Zeit später sind wir dann „planmäßig“ in unserer Box und freuen uns, dass das Erlebnis folgenlos geblieben ist.

Uli tritt gegen Nachmittag die Rückreise mit dem ZOE an, auch sie schafft die Rückreise ohne Nachladen mit einer „stattlichen Restreichweite“ von 120 km.

Anlässlich einer „Zigarettenpause“ war jedoch das zu beobachten, was immer mehr „Standard“ wird : die Ladesäulen auf dem Parkplatz Holmoor West an der A7 war durch ein quer vor allen Ladestationen stehendes Auto zugeparkt und in der Folge unbenutzbar !

Das kann man leider immer mehr beobachten und nach unserer Wahrnehmung gibt es neben reiner Schusseligkeit auch den Frust über die „Sonderparkplätze“ für Elektrofahrzeuge, „die da auch noch umsonst tanken dürfen…“, letzteres ist ja leider aber verständlicherweise die Ausnahme geworden…

Ich mache mich bis in die tiefe Nacht wieder an die Büroarbeit auf der Else, parallel mache ich ein bisschen „klar Schiff“ und eine größere Liste von Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten für die kommende Saison.

Die Liste ist diesmal relativ lang, irgendwas ist halt immer und zwischenzeitlich habe ich begriffen, dass ein Boot, gleich welchen Alters, eine „Dauerbaustelle“ ist und das Salz des Meerwassers nichts anderes im Schilde führt, als ein Schiff zu vernichten.

Unterstützt wird es darin tatkräftig von Möwen, die es in diesem Jahr geschafft haben, unser Boot so zuzuscheißen, dass das schöne neue Verdeck im Wortsinne beschissen aussieht.

 

Abhilfe schaffen soll die windbetriebene „Mövenklatsche“, danach hat das Problem tatsächlich nachgelassen, mutmaßlich weil sich die Möven über das Teil totgelacht haben… 😉

Der Montag präsentiert sich schon fast routinemäßig wieder in voller Schönheit und Windstille.

Arbeit und winterfestes Herrichten der Else wechseln sind ab und um 14:00 Uhr fahre ich Else aus der Box zum Kran, an dem sie nur eine Viertelstunde später bereits ihrem Element enthoben wird.

 

Ein paar wehmütige Blicke, dann die übliche Verabschiedung vom „Kranpersonal“: „Schöne Weihnachten und guten Rutsch!“  🙂

Nach der Saison ist vor der Saison!

Mit Ideen, Gedanken und Träumen verlasse ich Kappeln in diesem Jahr zum letzten Mal.

 

 

Little Honeymoon…

Anlässlich der Hochzeit meiner Cousine Daniela mit einem Hasen, nämlich ihrem Thomas, hatten wir den beiden eine „Little Honeymoon“-Kreuzfahrt auf unserer Else geschenkt.

Es ist kein Geheimnis, dass Uli und ich an der Vorbereitung der Einladung und des Events als solchen ähnliche Freude gehabt haben, wie wir dann alle vier an der Durchführung.

Doch der Reihe nach:

Der Blick in Thomas und Danielas Kalender und unseren ergab nur einen möglichen Termin im Juli, dann erst wieder kurz vor Saisonende; Aller Bootserfahrung folgend hatte ich bereits damit abgeschlossen, dass in diesem Jahr „Little-Honeymoon“ wohl nicht mehr stattfinden wird…!

Doch es kam anders:

Als weiteres „Abfallprodukt“ dieses kompromisslos schönen Megasommers hat tatsächlich der vereinbarte Termin stattgefunden und das zudem noch bei bestem Motorbootfahrwetter!

Nach unserer Anreise am späten Freitagabend haben wir noch schnell Elses Tender startklar gemacht, um dann in den für uns frühen Morgenstunden am Sonnabendmorgen um 8:00 Uhr in Kappeln gen Schwedeneck aufzubrechen.

Dort hatten wir mit Daniela und Thomas eine Position vor Grönwohld vereinbart.
Der Strand vor Grönwohld ist für Daniela und Thomas von zu Hause fußläufig erreichbar und nach kurzer telefonischer Voranmeldung ging Else auf Reede vor Schwedeneck, wasserte den Tender und hat das „Jubelpaar“ direkt am Strand abgeholt!

 

 

 

 

Ankunft der Gäste…!

 

 

 

 

 

„Girls just wanna have fun..!“  und der alte Mann und das Meer…

 

 

Nach kurzer Bordinformation und Sicherheitseinweisung ging die Kreuzfahrt dann los mit Ziel Sønderborg in Dänemark.

Aufbruch nach Sønderborg..!

Bei blauem Wasser, mehr oder weniger Windstille und karibischen Temperaturen, garniert mit schöner Musik, Cocktails und Unterhaltungsprogramm haben wir dann gegen 16:00 Uhr den Stadthafen von Sønderborg erreicht.

 

 

 

Kabinentisch in der „Honeymoon.Suite“…

 

 

 

 

 

 

Erwartungsgemäß war die stadtseitige Pier bereits mit zum Teil in Päckchen liegenden Segelschiffen voll belegt. An unserem „Stammplatz“ von vor einigen Jahren lag frecherweise die „Dannebrog“, die  königliche dänische Yacht vor dem Schloss von Sønderborg.

Wir haben dann einen fußläufig auch nicht weit von der Innenstadt entfernten Platz an dem Stadtzentrum gegenüber liegenden Fischereikai gefunden und festgestellt, dass es hier eigentlich sogar viel schöner ist, hat man doch einen wunderbaren Blick auf das ganze Stadtpanorama und das Schloss mit der davor festgemachten „Dannebrog“.

Zudem war es viel ruhiger als direkt an Pier im Stadtzentrum, zum anderen lagen wir nur wenige Meter neben einer Automaten-Bootstankstelle, die Sprit und in der Folge Gleitfahrt für den nächsten Fahrt versprach.

Der Spaziergang ins Stadtzentrum, das Abendessen im „Oxen“ und ein bisschen Rumflanieren rundete den zur Neige gehenden Tag ab und gegen 22 Uhr fanden wir uns wieder auf der Else, um dort mit dem einen oder anderen Bier und Wein dem abebbenden Treiben am anderen Ufer zuzuschauen und langsam eine angenehme Bettschwere zu erreichen…!

 

Der nächste Morgen beginnt mit der in diesem Sommer zur Routine gewordenen sonnigen Schönheit, wir beschließen, nicht im Hafen, sondern in Høruphav, eine Bucht hinter der Halbinsel Kegnæs zu frühstücken.

Kurz noch getankt, dann auf am Schloss vorbei in Richtung Høruphav.

Auf dem Weg dorthin mal wieder ein merkwürdiges Seglererlebnis:

Ein Segelschiff unter Motor und ohne Segel kommt von links auf uns zu, auch längeres Beobachten des sturen Kurshalters lässt die Erkenntnis reifen, dass irgendetwas passieren muss, da wir sonst zusammenstoßen.

Ich gebe etwas mehr Gas, um einen Zusammenstoß zu vermeiden, der sture Kurshalter kommt in unserem Kielwasser mächtig ins Schlingern und ist am Toben und sichtbar lautstark am Pöbeln, was man auf einem Motorboot zum Glück dann nicht hört…!

Was war das denn für eine Nummer?

Im AIS ist Name und Kennung des Schiffes zu sehen, nach einiger Zeit des Nachdenkens rufe ich ihn mit betont freundlicher Stimme an, das Ganze, obwohl mehrfach und immer freundlich, bleibt unbeantwortet, obwohl mit großer Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass jemand der sein AIS in Betrieb hat, auch das Funkgerät auf Kanal 16 geschaltet hat.

Wir überlegen noch kurz, ob wir einen Fehler gemacht haben und kommen zu dem Schluss, dass der forsche Skipper und seine den sturen Kurs haltende blonde Steuerfrau entweder doof oder feige sind oder im ungünstigsten Fall beides.

In diesen Urlaub haben wir auch wiederholt bemerkt, wie die Segeljugend mit dem Ausbildungsklassiker „Optimist“ von klein auf Vorfahrt ohne Rücksicht auf Verluste gedrillt wird, ein Segel berechtigt ohne Rücksichtnahme offensichtlich zu allem und da kann man schon mal vergessen, dass man ohne Segel zum Motorboot wird…!

Egal ob man in der Hafeneinfahrt kreuzt oder in einer Fahrrinne, die ein  Ausweichen  gar nicht zulässt, der Segler darf immer… Déjà-vu 2011 auf der Elbe mit Kajakfahrern und Kanuten…

Um Missverständnissen vorzubeugen: Es gibt viele rücksichtslose und dämliche Motorbootfahrer, ebenso aber auch viele Segler, dann noch mit dem esoterischen „Mein gutes Recht“-Habitus versehen, weil man ja „ökologisch“ unterwegs ist…!

Zum Glück haben wir mit Seglern überwiegend angenehme und freundliche Begegnungen und Kontakte, von daher fällt das geschilderte Erlebnis auch nicht sonderlich ins Gewicht.

Nach diesem Erlebnis erreichen wir einige Zeit später Høruphav gehen vor Anker und frühstücken in der Morgensonne.

Das geplante Schwimmen fällt im Wesentlichen aus, die Ostsee ist in diesem Bereich überbevölkert durch Feuerquallen mit beachtlichen langen Tentakeln und so wage ich nur eine kurze Runde, von Bord aus weist Daniela mir die Richtung um den für mich, schwimmend, nicht sichtbaren Quallen auszuweichen.

Einige Zeit später nehmen wir Kurs auf Kappeln und genießen, autopilotiert, auf dem Bug sitzend, die Füße vom 23 Grad warmen Ostseewasser umspült die sonnige Rückfahrt.

Wie viel Glück kann man haben!

…auf dem Rückweg nach Kappeln, Füße im warmen Ostseewasser !

Ein Stückchen Gleitfahrt bis kurz vor Schleimünde muntert die beschauliche träge Fahrt auf und gegen 15:30 Uhr erreichen wir Elses Liegeplatz in Kappeln.

Das „Jubelpaar“ schicken wir auf eine Stadtbesichtigung, damit wir die Hinterlassenschaften der Kreuzfahrt aufräumen und die Else „fein“ zurücklassen können.

Das tolle Wochenende schließt mit einem schönen Abendessen „beim Jugoslawen“, dem kleinen Restaurant „Seerose“ auf dem Campingplatz Lindhöft, den man quasi als „Geheimtipp“ empfehlen kann.

Nach dem Essen liefern wir das junge Glück zu Hause ab und treten den Rückweg an.

Wie viel Glück kann man haben!

Die „Little Honeymoon-Route“ am 21./22.07.2018…

 

150 Meilen westwärts…

…gerne auch „Nightflight to Venus“ oder viele andere klangvolle Titel wären mir für diesen Post eingefallen !

Nachdem uns ein Kommentator aktuell Respekt für unseren „Direkttrip“ von Rostock nach Greifswald gezollt hat – viele legen auf dieser Distanz unter Vortäuschung einer Spontanerkrankung einen Zwischenstopp im Nothafen „Darßer Ort“ ein, dem einzigen Hafen zwischen Rostock und Rügen – fühlten wir uns verpflichtet, diesem Respekt auch zu entsprechen…

Im Grunde kam alles anders als geplant und wir dadurch zu einem überaus eindrucksvollen Erlebnis, nämlich der „Nonstopfahrt“ von Greifswald nach Kappeln,  „am Stück“ 150 Seemeilen in 20 Stunden !

Doch der Reihe nach : nach einer schönen „chilligen“ Woche im angenehmen freundlichen zentrumsnahen Yachthafen Greifswald – hierzu später mehr – sind wir am vergangenen Montag um halb neun – früher geht wegen der Brückenöffnungszeiten in Wieck nicht –

Brückenöffnung in Wieck, kurz vor dem Greifswalder Bodden

den Ryck abwärts in Richtung Greifswalder Bodden…

im Greifswalder Bodden…

in Richtung Gedser in Dänemark aufgebrochen. Unseren ursprünglichen Plan, nach Lome an der Nordküste von Rügen, einem kleinen Hafen an der Steilküste zu fahren hatten wir verworfen, weil alle Wetterprognosen für diese eher kurze Strecke eher 4-5 Bft und Wellenhöhen bis 1,5 Meter vorhergesagt hatten. In Memorian an die Erlebnisse auf der Hinfahrt haben wir uns dann für die Rückfahrt durch den Strelasund entschieden, um auf Höhe Darßer Ort dann den Kurs wetterabhängig endgültig festzulegen : wieder nach Rostock. besser Warnemünde oder eben Gedser, um auf dem Rückweg noch ein bisschen Dänemark „mitzunehmen“.

Parallel zum Darßer Ort war die Welle, von vorne kommend, fahrbar, wenngleich nur teilweise „strickbar“ : Uli differenziert Wellenhöhen mittlerweile in zwei Kategorien, nämlich „SB“ und „NSB“, nämlich danach, ob man währende der Fahrt noch stricken kann (SB für „strickbar“) oder nicht (NSB für „nicht strickbar“)…

Lange Rede kurzer Sinn : nach der sehr schönen Fahrt durch den Ryck, Greifswalder Bodden, Strelasund hinaus auf die Ostsee  stand ziemlich bald fest, dass das Ziel Gedser heißen wird.

Passage Stralsund…

wir wollen ja nach Dänemark : setzen der Gastlandsflagge…

steuerbords in „Griffweite“ : Insel Hiddensee, unmittelbar nach Verlassen des Strelasunds…

Offshore Windpark vor Lolland…

„Traffic“ im Fehmarnbelt, die „Dreickecke“ sind „große Schiffe“…

Während wir in Richtung Fehmarnbelt schipperten, haben wir dann noch einmal THEYR auf Elses MFD, das „Segelwetter“ von Wetteronline und „Windfinder“  nach der Wetterentwicklung der nächsten Tage befragt und mehr oder weniger übereinstimmend die Auskunft erhalten, das Wind und Welle in den nächsten Tagen eher zunehmen werden…

Zur Vermeidung eines mehrtägigen „Einwehens“ Stubbekøbing 2.0 wie in 2016 und mit Blick auf das Ende unseres Urlaubs und den Abholtermin für unsere Hunde aus ihrer „Sommerfrische“ haben wir uns Anbetracht des „Wetterfensters“ vor uns am frühen Nachmittag, kurz querab vor Gedser entschlossen, einfach bis Kappeln durchzufahren !

Bei unserer Entscheidung hat uns die beständig wechselnde Welle, eben noch SB, dann wieder „Hackwelle NSB“ von vorn geholfen : wir hatten schlicht keine Lust, uns bei vermutlich bevorstehendem noch mehr „Wellenwechsel“ in den nächsten Tagen nach Kappeln „zu kämpfen“ und zogen unsere erste Nachtfahrt dem anderen Szenario vor.

Ein bisschen noch das Für und Wider „bekakelt“ und schon ging es praktisch und gedanklich in die Vorbereitung des „Events“ : Als „Backup“ für den potentiellen Spontantod des Plotters bei Nacht schnell das Tablet mit der Navionics-App aufgeladen und den Steuerkurs ab Fehmarnbelt nach Kappel festgelegt und weiter ging`s bei endlich ruhiger werdendem Wasser durch den Fehmarnbelt in Richtung Kappeln sprichwörtlich dem Sonnenuntergang entgegen !

Verlassen des Fehmarnbelts…

Dieser präsentierte sich bilderbuchartig und filmreif : Bei schnell immer ruhiger werdendem Wasser versank die Sonne wie die vielfach besungene von Capri : farblich und mit allen verfügbaren Lichteffekten gab sie und der Tag sich erfolgreich alle Mühe, uns von schon fast 14 Stunden Fahrt und Dieselgeräusch abzulenken und uns mit offen Augen und Mund dastehen zu lassen !

Dem Sonnenuntergang folgte eine fast mystische Dämmerung auf mittlerweile völlig ruhigem Wasser, vor uns, der Sonne folgend die untergehende Venus, südlich Jupiter und östlich rötlich Mars mit in diesem Jahr auffallenden Helligkeit und Größe…!

Elses Fahrtrichtung weißt nun in tiefes schwarzes Dunkel…

immer dunkler, mit Widerschein des Positionslichtes auf dem Gangbord…

Bereits jetzt kann man das Licht des Leuchtturmes in der Einfahrt der Kieler Förde und den an der Südspitze Langelands sehen… Es ist viel Verkehr, hellerleuchtete Schiffe mit klangvollen Namen kreuzen unseren Kurs oder fahren parallel, im AIS kann man ihr Fahrziel, Namen und einiges mehr lesen..

Mit zunehmender Entfernung vom Fehmarnbelt „verteilt“ sich der Schiffsverkehr auf die jeweiligen Schifffahrtswege und langsam wird der Horizont leer. Rote und grüne Funkellichter zeigen die Position der vielen in der Ostsee verteilten Markierungs- oder Fahrwassertonnen an und ich gebe mir, teilweise erfolgreich, Mühe, unsere Position anhand der beleuchteten Tonnen zu identfizieren.

Langsam wird es bis auf einen rötlichen Streifen am Westhorizont tiefschwarze Nacht…! Im Licht von Elses Positionslampen wird das Wasser um uns herum illuminiert.

Das Licht vom Plotter und dem Display des Autopiloten, für Tagfahrt und Sonnenlicht ganz hell eingestellt, wird störend und erschwert die Sicht und erstmals dimme ich es ganz dunkel, eine Funktion, die mir fast entfallen war…Zusammen mit den rot einstell- und dimmbaren Leuchten im Cockpit kann man jetzt alles gut sehen und sich trotzdem im Cockpit noch gut orientieren, alles wirkt geheimnisvoll und aufregend.

An Schlaf ist nicht zu denken : eigentlich wollten wir uns abwechseln beim Bewachen Elses selbständiger Fahrt nach Kappeln, aber auch nach dem langen Fahrtag bleibt es spannend und adrenalingeschwängert bewachen wir gemeinsam Else`s Fahrt.

Der Plotter sagt die Ankunftszeit an der „Safewater“-Tonne Schleimünde  mit 2:42 Uhr voraus, Zeit einen Kaffee zu kochen…

Uli fragt, wo der Mond bleibt :

Noch bevor ich mein „Himmelsjahr“, regelmäßiger Begleiter seit den 1970er Jahren nach dem Mondaufgang befragen kann beantwortet dieser die Frage und geht groß und orangefarben achtern im zurückliegenden Fehmarnbelt mit aller Pracht auf !

Mondaufgang im achtern liegenden Fehmarnbelt : wie man sieht, sieht man nix…

Die Nacht hört nicht auf mit ihren Reizen zu geizen…

Irgendwie ist es ein befremdliches Gefühl ohne Sicht in das Dunkel hinein zu fahren und so fällt mir ein, das Else Radar hat und ich damit nicht nur wie bisher bei Tag und guter Sicht nun auch mal bei Nacht „üben“ könnte…

Radarbild mit Fehleinstellung : zu großer Radius (ein Ring = 2 SM), viele „Fehlechos“…

Nach einer kurzen Schrecksekunde „Sch…, funktioniert nicht“ finde ich die richtigen Einstellungen des Radars, – nämlich nur einen Radarradius von 4 Meilen –  und damit verschwinden auch irritierende hunderte nicht definierbare Radarechos, während tatsächliche verbleiben : Nämlich das eines offensichtlichen Fischerbootes – kein AIS, dafür Positionslampen und helle Arbeitsscheinwerfer sowie die Radarechos zahlreicher Tonnen, gut erkennbar durch das „Overlay“, das Schichten des Kartenbildes auf dem Plotter zusammen mit dem Radarbild. Da Else ohnehin alleine stoisch ihren Kurs durch die Nacht fährt, beschränke ich mich auf das Radarbild auf dem Plotter, um etwaige „Hindernisse“ frühzeitig erkennen zu können, das geht besser, als wenn gleichzeitig die Seekarte mit dargestellt wird…

Radar, nun richtig eingestellt, kleiner Radius ( ein Ring = 1/4 Seemeile : das kleine Echo ist ein Fischkutter, die drei größeren sind Seezeichen und Fahrwassertonnen. Die Größe des Echos sagt leider nichts über die Größe des Objektes aus…

Für mich zur Erinnerung für`s nächste Mal : Radareinstellungen alles auf „Auto“ und nur Radius von max. vier SM, dann ist alles gut und es gibt nur Echos von Dingen, die es auch wirklich gibt ! Warum manche Tonnen ein Echo geben und manche nicht erschießt sich mir nicht : Möglicherweise sind die, die kein Echo geben auch gar nicht mehr da, die Seekarte vom Plotter ist Stand 2015…. Kontrollieren konnte ich die tatsächliche Präsenz der Tonnen ohne Echo infolge Dunkelheit nicht…

Achso : und dann darf man nicht vergessen, im Menü des Radars die „Peilrichtung“ desselben so einzustellen, das diese mit der Seekarte im Plotter übereinstimmt, sonst sind Echos von Tonnen oder Schiffen „versetzt“, d.h., die Echos sind versetzt zur Darstellung der Objekte – Tonnen oder Schiffe mit AIS – und man rafft gar nichts mehr…(Dejavu, siehe hier…)

Langsam aber stetig wird aus dem „Glattwasser“ wieder zunehmend Welle, wie insbesondere von THEYR für das Seegebiet vor Kappeln vorhergesagt und schon bald „bockt und hackt“ es wieder heftig und Else wird mit jedem Eintauchen in die Welle in eine Wassergischtwolke getaucht… Im Gegensatz zum Tag sieht man das  wenigstens kaum, sondern hört nur das Krachen des Wassers auf die Windschutzscheibe und das Verdeck und bemerkt vereinzelte Wasserrinnsaale, die sich ihren Weg durch das Verdeck ins Cockpit bahnen…  Wenigstens ist es nicht kalt, die Wassertemperatur beträgt immer noch, auf dem offenen Wasser 22°C  und so warm ist auch die Luft !

Trotzdem geht schön anders, eben so wie noch vor ganz kurzer Zeit, wir so etwas innerhalb weniger Seemeilen mutiert wissen die Götter…

Vielleicht hat Neptun das Glas Whisky, das wir eben noch mit ihm zur Besänftigung geteilt haben, nicht geschmeckt…

Die Gischtwolken werden von den Positionsleuchten auf der Steuerbordseite grünlich, auf der Backbordseite rötlich gefärbt, rot gefällt mir besser, es wirkt weniger bedrohlich…

Tröstlich an dem spontanen Wetterumschwung ist, das die Welle ziemlich genau von vorne kommt und sie erträglicher macht und die TTG („Time to go“)zum Wegpunkt „Schleimünde“ nur noch ca. zwei Stunden beträgt und somit das zum Glück erträgliche „Leiden“ limitiert ist…

In dem kleinen Sichtfenster, welches der Scheibenwischer beständig „freischaufelt“ ist schon bald darauf der rote Sektor des Leuchtturm Schleimünde  und die befeuerte „Safewater“-Tonne vage zu erkennen…

Es ist erstaunlich, wie lange sich acht verbleibende Seemeilen hinziehen können…

Die entgegenkommende Welle und der Wind haben die Ankunftszeit am Wegpunkt auf 3:15 Uhr verschoben, was mir ganz recht kommt, wird es doch am Osthimmel schon etwas dämmerig :  Bei Welle ist die Einfahrt Schleimünde und ihre eng beieinanderliegenden Tonnen irgendwie „doof“ und der Gedanke, bei noch völliger Dunkelheit durch die unbeleuchteten Tonnenpaare vor Schleimünde und in der Schlei nur nach dem Plotterbild zu fahren hatte mir zugebenermaßen schon ein paar Gedanken bereitet…

Erfreulicherweise beruhigt sich die See vor Schleimünde und es dämmert zusehends !

Mittlerweile habe ich den Kurs händisch in den weißen Sektor des Leuchtfeuer „verlegt“ und bin somit theoretisch genau auf der Einfahrtslinie zwischen den Molenköpfen von Schleimünde.

Im Dämmerlicht starre ich durch die Öffnung im Verdeck nach den Fahrwassertonnen und kann sie kurz vor dem Erreichen auch erkennen… Weiß der Henker, wie das Profis machen, einfach Augen zu und durch oder so, ich bin jedenfalls froh sie nicht blind passiert zu haben…

Kaum sind die Molenköpfe passiert ist alles ruhig, keine Welle mehr, der Wind läßt spürbar noch mehr nach, nur das „Problem“ mit den engen Tonnenpaaren im schmalen Fahrwasser der Schlei bleibt : Teils nicht, teils (nur eine Seite) beleuchtet macht das Erkennen eine grünen Tonne im noch graugrünen Wasser nicht einfacher…

Backbords stehen verschlafene Seevögel nur wenige Meter entfernt im (möven-)knietiefen Wasser und beobachten meine im Ergebnis erfolgreichen Bemühungen, unbeschadet das Fahrwasser nach Kappeln einzuhalten. Richtfeuer an Land unterstützen mein Vorhaben…

Richtfeuer in der Schlei : Feuer liegen übereinander, d.h. „der Kurs passt..“ 🙂

Am Ufer steht ein Zelt und ein Feuer lodert… Es riecht nach Heu, Seetang und Wald…

Uli legt die Schwimmweste an und geht aufs Vorschiff und bereitet die Leinen vor.

Kappeln in Sicht…

Die Achterleinen habe ich mit einer Markierung so versehen, dass sie auf der Klampe gleich in der richtigen Länge für unsere Dalben am Liegeplatz in Kappeln belegt werden können. So brauchen wir nur in die „Box“ reinzufahren und die Leinen passen gleich…

Vor der Klappbrücke Kappeln vergesse ich trotz der fortgeschrittenen Stunde erfreulicherweise nicht die Funkantenne umzulegen, sonst passen wir nicht unter der ungeöffneten Brücke hindurch…

Die „Waterfront“ von Kappeln, gefühlt tausend mal passiert, präsentiert sich irgendwie ganz anders als sonst, ruhig und schläfrig im und vom Dämmerlicht illuminiert…

Die Brückenhöhe passt immer noch, obwohl man immer glaubt, das es gleicht kracht und kurze Zeit später erreichen wir Elses Liegeplatz.

Nach 20 Stunden Motorgeräusch ist die Ruhe nach dem Anlegen und abschalten der Motoren zugegebenermaßen fast erlösend, zum Glück merkt man das erst jetzt…

See- und „Landvögel“  geben gemeinsam ein lautes eindrückliches scheinbar wetteiferndes Morgenkonzert.

nach 20 Stunden am Liegeplatz angekommen…

Uli wird schlagartig von der Müdigkeit übermannt und kriecht in ihre Koje, ich genieße noch eine Stunde lang das Ankommen nach diesem kleinen aufregenden „Abenteuer“, den aufwachenden Tag, den Sonnenaufgang und das eine und andere Glas Wein….

da ist sie schon wieder… 🙂

Wie heißt es so zutreffend : „Der Weg ist das Ziel…!“

Funktioniert auch oder gerade bei Wasserwegen… 🙂

 

 

 

 

Rostock – Greifswald…

…kann man auch mit der Bahn fahren… Dann dauert es im günstigsten Fall knapp drei Stunden. Mit dem Auto geht’s in etwas über einer Stunde noch schneller…

Wir bevorzugen die langsame Variante und benötigen auf dem Seeweg etwa zwölf Stunden !

Die verschiedenen Wettervorhersagen versprechen ruhiges Wetter und Wellenhöhen von 0-0.5 Meter :

Nach dem Tanken im Alten Strom verlassen wir Rostock nach wetterbedingt längerem als geplanten Aufenthalt  morgens um acht seewärts und schon bald empfangen uns die von der ersten Etappe bekannten blöden „Kabbelwellen“ schräg von hinten…

Sie  sind wirklich nicht hoch und Elses „Nationale“ hängt schlapp herunter, weil sich „Fahrtwind“ und Wind fast ausgleichen. Dennoch leisten die Wellen ganze Arbeit, ELSE surft ein wenig auf den offensichtlich alten Wellen aus den vergangenen Sturmtagen und die Geschwindigkeit variiert beständig zwischen 5 und 10 Knoten und zerrt ebenso beständig insbesondere an Ulis Magen, die in der Folge wieder einmal temporär der Seefahrt abschwört.

Nach Passage des Darßer Ortes wechselt der Kurs und mit ihm irgendwie die Welle und bis kurz vor Hiddensee macht Boot fahren wieder Spaß und Uli, erfreulicherweise spontan genesen, kann – endlich-  drei Stunden stricken !

stricken auf See, Bosman fährt…

Ganz kurz vor erreichen der Küste von Hiddensee, keine 500 Meter vom Strand entfernt wechselt der Kurs noch mal um 90° nach Süd zur Einfahrt in die betonnte Fahrrinne „Gellener Strom“, abkürzen darf man da wegen des Naturschutzgebietes nicht.  Dieses drei Kilometer lange Teilstück bis zur Einfahrt hat es noch mal in sich, die Welle quer zur Fahrtrichtung beutelt uns und die Segelschiffe vor und hinter uns heftig durch… Wir können das ein bisschen mit Gas geben kompensieren und dadurch „beruhigen“ und schon bald ist die Einfahrt ist die Halbinsel „Bock“ passiert und das „Binnenwasser“ erreicht. Danach ist alles völlig ruhig und schon fast Routine, fahren wir hier doch schon das dritte Mal mit der Else durch !

Über die Fahrrinne zwischen „Vierendehl Grund“ und „Flundergrund“ geht es weiter zum Strelasund, rechts und links der Fahrrinne ist das Wasser hier teilweise nur knietief!

Trotz der eher fortgeschrittenen Tageszeit beschließen wir, bis nach Greifswald durchzufahren und Stralsund steuerbords liegen zu lassen. Die Fahrt durch den Strelasund hat was von Schlei und Dänemark und zieht sich hin.

Kurzfristig befürchten wir, die letzte Klappbrückenöffnung in Wieck, im Verlauf des Ryck, der „Binnenzufahrt“ nach Greifswald nicht mehr zu schaffen, durch etwas abkürzen des Weges außerhalb der betonnten Fahrwasser klappt das aber noch. Wir halten uns kurz vor der Brückenöffnung zur vollen Stunde „im Bereich des Leitwerks der Brücke auf, um unsere Passageabsicht zu bekunden“ (so die „offizielle“ Sprachregelung zur Klappbrücke). Punkt 20 Uhr erscheinen zwei Männer und öffnen die beiden Hälften der Brücke mit Muskelkraft ! Trotz rotem Licht sollen wir entsprechend ihrer Handzeichen passieren und so geht es durch die geöffnete Brücke den Ryck hinauf nach Greifswald.

Klappbrücke Wieck…

Auf dem ziemlich naturbelassenen Fluss fahren wir der Sonne und Greifswald entgegen. Etwa eine halbe Stunde später erreichen wir das „Marina Yachtzentrum Greifswald“, einem unmittelbar am Ryck unweit vom Stadtzentrum gelegenen sehr schönen Yachthafen und machen nach 87 SM am erstbesten Liegeplatz fest.

den Ryck aufwärts nach Greifswald…

Nur kurze Zeit später empfängt uns, den Steg hochradelnd Felix !

Liegeplatz im „Marina Yachtzentrum Greifswald“

Nach dem langen Fahrtag sind wir rechtschaffend müde, bestellen uns noch eine Pizza aufs Boot und plaudernd geht der kurze Rest des Tages zu Ende.

Alle fallen in ihre jeweiligen Kojen und  Betten, Pläne für die nächsten Tage können wir auch morgen noch schmieden…

Das Wetter scheint bis auf weiteres alles zu bieten..!

Noch ein paar Rostock-Impressionen :

die „Wissemara“ auf der Warnow…

ELSE in Rostock…

„historischer“ Ostseeeisbrecher Stephan Jantzen

an Bord Stephan Jantzen mit Blick warnowaufwärts…

einfach schön…

alte DDR-Kräne VVB TAKRAF…

„Hansetag“

Abendstimmung am Liegeplatz…

Stricken unmöglich…!

Eigentlich war Uli`s Plan, mit Beginn des Urlaubs endlich mal Strümpfe für sich selbst und nicht nur für andere zu stricken, auch wenn ihr das sehr viel Spaß macht; Das ist gründlich schiefgegangen :  am ersten Tag des Urlaubs ist sie, im vornehmen Sprachgebrauch ausgedrückt, von „Motezumas Rache“ heimgesucht worden, mutmaßlich ausgelöst durch ihre berufsbedingt notwendige Hepathitisimpfung. Dafür spricht, das der „Spuk“ schon einen Tag später vorbei war…!

So hieß es einen Tag in der Koje bleiben, während der Skipper auch nicht unfroh war, den unfreiwilligen Hafentag nach unserem eher anstrengenden Aufbruch zum „Stauen und Prüfen“ und zur navigatorischen Vorbereitung möglicher Routen zu nutzen.

Für den zweiten Tag war ein  Wetterfenster vorhergesagt, welches mir  groß genug erschien, möglicherweise in einem „Rutsch“ gleich von Kappeln nach Greifswald, Felix` derzeitigem beruflichen Liegeplatz zu fahren; Ein etwas fragwürdiges Vorhaben, über 130 Seemeilen geht wirklich gut nur mit teilweiser Gleitfahrt oder dauert bis in die Nachtstunden, die wir wegen unserer Erfahrungen mit Fischernetzen eher meiden, obwohl Mittsommer und helle Nächte schon reizen…!

Helle Nächte und fragwürdige Pläne reizen auch andere : das aktuell in der Durchführung befindliche Vorhaben meines Freundes „Keris“, in nur wenig mehr als in einer Woche mit dem Tesla nach Lappland und zurück zu fahren kann man hier verfolgen…!

Wie dem auch sei : dieser Idee hat nicht Montezuma, sondern Neptun einen Strich durch die Rechnung gemacht : Noch vor Sonnenaufgang ging die Fahrt in Kappeln los, bis etwa drei Stunden Neptun anfing, sein Süppchen zu kochen : Die vorhergesagte Wellenhöhe simmte zwar, weniger die Richtung, die gefühlt permanent wechselte und Else wie einen Joghurtbecher stampfen und rollen und Fahrstuhl fahren ließ…!

Stricken war wieder nicht möglich !

Teilweise kam der Wunsch nach Sicherheitsgurten auf, da Festhalten und Festklemmen in den Sitzen auf Dauer etwas anstrengend wurde. Bosmann, der Autopilot, vor der Abreise noch mit dem reparierten Antrieb versehen, behielt unbeeindruckt die Richtung zum jeweils nächsten Wegpunkt, während wir uns ganz dem Festhalten und unserer Befindlichkeit widmen konnten.

Alles was bis dato nicht fest verstaut war, fand mit Neptuns Hilfe spätestens jetzt auf dem Kajütenboden sein vorläufige Ruheposition. Gischtwolke um Gischtwolke nebelte Else ein, die eine oder andere vorlaute Welle fand wieder mal ihren Weg über das Vorschiff und die Gangborde, die in der Folge wieder richtig sauber sind ! Da das ganze bei richtig schönem warmen Sonnenwetter statt fand, war alles weniger bedrohlich, nur anstrengend, Wassersport eben… Für die Segler unter den Lesern : die wenigen die wir gesehen haben, ging es bei dieser Art von Welle augenscheinlich nicht viel besser.

Im Fehmarnbelt war es unter „Landschutz“ kurzfristig besser, kaum war Fehmarn passiert, ging die Achterbahn wieder und mit noch größerer Vehemenz erneut los : Anlass für uns, den Plan B zu aktivieren, nämlich den Weg deutlich abzukürzen und nach Rostock zu fahren. Die Schaukelei wurde zwischenzeitlich doch ein bisschen anstrengend und die wechselnden Wellenrichtungen hatten sich zwischenzeitlich auf aus Richtung Rostock kommend geeinigt, was weniger Rollen, aber mehr (erträgliches) Stampfen versprach… Dem wurde auch so und die restlichen 35 SM nach Rostock wurden, bis auf einen kleinen plötzlichen Hexenkessel vor der „Safewater“-Tonne Rostock  vergleichsweise erträglich, wenngleich immer noch ohne Stricken…

Der Hexenkessel : ohne Vorwarnung Kreuz- und Querwellen von beachtlicher Höhe und Boshaftigkeit, Bosman kurbelt am Lenkrad wie verrückt, wird dabei selbst verrückt und ich erlöse ihn und lindere den Tanz mit etwas mehr Gas, welches uns brachial durch die Wellen schiebt und steuere auf wechselnden Kurse mehr in die Wellen hinein als das ich sie machen lasse…

Déjà-vu : vor 2009 waren wir mal mit der „Hydra“ in Rostock und hatten ein ähnliches Erlebnis in Erinnerung !

Ganz schnell ist das Spektakel vorüber und die „Safewater“-Tonne Rostock erreicht. Immer noch funkgeil, nehme ich mit Warnemünde Traffic Kontakt auf und melde mich angeberisch professionell an : „Warnemünde Traffic für Sportboot Else, einlaufend Seekanal an der grünen (Tonne) 15 bittet um aktuelle Befahrenshinweise “  Warnemünde Traffic erkundet sich nach Länge und Tiefgang, klärt mich auf, das Else prinzipiell nicht meldepflichtig sei, klärt mich aber gerne über die Verkehrssituation auf, da ja, „O-Ton“ die Gefahren der Seefahrt immer und überall lauern und mehr Informationen besser als weniger seien, ohrenscheinlich auch nicht ironisch gemeint.

So erfahren wir dann wer ein-  und auslauffertig ist und das Drehen der Peter Pan auf der „Wendplatte“ aufmerksam beachten sollen usw.

Im engen Verband mit den Hansekoggen „Lisa von Lübeck“ und „Wissemara“ laufen wir in die Warnow ein und fahren unter Kanonenschüssen  der Wissemara weiter die Warnow hinhauf in Richtung Rostock. Die Koggen wollen offensichtlich den „Internationalen Hansetag“  in Rostock mit ihrer Präsenz bereichern und diesem Vorhaben werden wir uns zumindest stundenweise anschließen !

Unser AIS  wie auch Funk hat mir die Schaukelei kurzweilig gestaltet, es ist schon interessant wer von wo nach wo mit was unterwegs ist…

Nebeneffekt des AIS : bei dem Wetter sind keine  anderen Sportboote außer ein paar Seglern unterwegs und alle die fahren, Groß- wie Kleinschifffahrt, haben offensichtlich AIS und so kann man bequem dem aktvierten „Kollisionsalarm“ des AIS vertrauen, der einen genau fünf Minuten vor der errechneten Kollision aus den Träumen reißt. Eine Weckwiederholung gibt es allerdings nicht…

Auffällig im Funk die  vielen „US Warships“ – so melden sie sich im Funk- , während ihre Daten im AIS nicht sichtbar sind…. Irgendwie schienen sie ständig über ihren nächsten Schritt zu informieren und nach dem Weg zu fragen und sind somit voll auf Augenhöhe mit ihrem Oberbefehlshaber…

Am Horizont wirken sie grau und bedrohlich und entsprechen auch hier ihrem „Vormann“…

In der Warnow ist alles ruhig, ohne Wellen erreichen wir den Stadthafen unweit des Zentrums. Nach mehrmaligem Anlegen finden wir einen Liegeplatz; immer erst nach dem Festmachen erkennbar weisen postkartengroße Hinweise darauf hin, das man genau da nicht festmachen soll, weil bald einer kommt oder der Steg gesperrt ist. Der vollautomatisierte „chip- und code“- dominierte Hafenbetrieb der Vergangenheit ist einem netten Hafemmeister gewichen und vergleichsweise sehr günstigen Liegegebühren von nur zwölf Euro pro Tag „all inclusive“ außer Duschen, das kostet ein Euro pro vier Minuten…

Aus vorgenannten Gründen liegen wir an der Außenseite des das Hafenbecken angrenzenden Steges direkt an das Fahrwasser der Warnow angrenzend, eigentlich schön ruhig und mit Warnow- und Rostockblick nach vorne und nach hinten; derzeit beuteln aber heftige Sturmböen an der Else und zerren und rucken brachial an ihren Klampen, verbunden mit teils sintflutartigen Niederschlägen. Da es für morgen noch heftiger kommen soll, werden wir uns morgen in das Innere des Hafens verlegen.

Ab kommenden Montag ist dauerhaft schönes ruhiges Motorbootwetter angesagt und dann geht es weiter nach Greifswald,  in den Peenestrom, das Achterwasser und in das Stettiner Haff !

Warten wir`s ab ….!

„Einsame Insel“ : Fehmarnbelt-„Tonne“, eher ein Ferienhaus…

vor Rostock : die „Störtebeker“ übernimmt den Lotsen…

Einlauf Rostock mit Koggen „Lisa von Lübeck“ und „Wissemara“ voraus…

„Celebrity Silhouette“ am Passagierkai Warnemünde…

„Lisa von Lübeck“, nach überholen jetzt achteraus…

Ankunft Rostock Stadthafen…

festgemacht und „Einlaufbier“…

Stegnachbar beim Fischen…

Abendstimmung Warnow gestern…

„De Kamper Kogge“ auf dem Weg zum Hansetag…

Abendstimmung Warnow heute nach Sturm- und Regenböen…

 

 

 

Feine, aber kleine Reise…

Vier Tage an Bord MY Else bei permanentem mediterranen höchstsommerlichen Wetter beflügeln die Vorfreude auf eine kleine, aber voraussichtlich feine Fahrt: Demnächst wollen wir ab Kappeln für knapp drei Wochen aufbrechen entlang der südlichen Ostseeküste in Richtung Polen.

Voraussichtlich über Warnemünde, Stralsund und Greifswald wollen wir über das „Achterwasser“ und den Peenestrom in das Stettiner Haff fahren und dort durch die Swine wieder zurück in die Ostsee und über das nördliche Rügen, alternativ über Gedser an der Südspitze von Falster zurück nach Kappeln fahren.

Oder anders herum gegen den Uhrzeigersinn… 🙂

Wie immer, wird der Plan nicht durch uns, sondern von Wind und Welle bestimmt und im Rückblick auf die letzten drei Wochen hochsommerliches Wetter steht durchaus zu befürchten, dass das der Sommer war und unsere Fahrt sprichwörtlich ins Wasser oder dem Wind zum Opfer fällt, mittlerweile lässt die Wettervorhersage hoffen, dass das Wetter und wir Freunde werden !

Dennoch bleiben die Erwartungshaltungen vorsichtshalber lieber klein und es gibt verschiedene Pläne B und C, nämlich unter anderem den, dass unsere Fahrt in Greifswald vorzeitig endet und wir einen Teil der Fahrt mit dem Auto machen, nämlich Felix Auto, der ja berufsbedingt in Greifswald „stationiert“ ist und dessen Auto wir zur Erkundung von Usedom und Swindemünde benutzen dürfen.

Am vorvergangenen Wochenende ist Else wieder in ihrem Element angekommen und technisch und wohnlich auf unseren Urlaub vorbereitet worden.

Jetzt müssen nur noch Petrus und Neptun guter Dinge sein und ihre schützenden Hände über unser Vorhaben halten.

Danach steht auf der Agenda die Wochenendkreuzfahrt mit unserem „Flitterpaar“ Daniela und Thomas, die die beiden „All inclusive“ direkt von der Reede vor Schwedeneck nach Sonderborg in Dänemark entführen wird.

Damit dort alles gut geht, erhält Else dann zwischenzeitlich ihre hydraulische Lenkung und den seit unserer „Baltic Dream“-Reise ungenutzt mitfahrenden „Ersatz-Tiefenmesser“ als „Backup“ für den Fall der Fälle eines Ausfalls des ersten Tiefenmessers: Das Lowrance „Echolot“ war 2013 an Bord gekommen, um zusätzliche Sicherheit in Schärengewässern, insbesondere bei Ausfall des eigentlichen Tiefenmessers zu bekommen.

Neben dem günstigen Preis hat eine fotoähnliche Sonar-Darstellung des Meeresgrundes und darüber befindlicher Fische überzeugt. Der Echolot-Heckschwinger arbeitet darüber hinaus auf einer anderen Frequenz als der Raymarine-Echolotgeber, sodass die beiden sich bei gleichzeitigem Betrieb „nicht in die Quere“ kommen.

Der Echolotgeber ist auch schon seit 2013 am Heck installiert und probeweise betrieben worden, in den letzten Tagen habe ich mich nun endlich zu einem „finalen“ Standort des Echolot-Displays entschieden und somit steht der „Schatz- und Fischsuche“ und einer zusätzlichen Sicherheit in flachen und felsigen Gewässern nichts mehr im Wege!

Die Idee war und ist, ein von der Raymarine-Bordelektronik völlig unabhängiges Tiefenmessgerät zusätzlich an Bord zu haben.

Nach fast 20 Jahren Bootfahren und mehr als 50 Jahre zum Teil mystischer „Technikerfahrung“ ein sicherlich nicht ganz unbegründeter Schritt…!

Schon bald kann wer möchte unsere kleine Reise hier im Blog oder hier verfolgen…

das zusätzliche Echolot…

 

Auf neuem Kurs…

Lange ist es nicht nur hier, sondern insgesamt still gewesen um Else…!

Nach einer völlig nichtssagenden Saison 2017, die zu 90 % aus „Wohnen anstatt Fahren“ bestand, hat die Saison 2017 am 23. September mit einer eindrucksvollen „Einhandfahrt“ von Kappeln nach Dänemark ihr zugegebenermaßen sehr schönes eindrückliches Ende gefunden:

Wie so oft zuvor, war ich an diesem Wochenende allein nach Kappeln gefahren und die Wettervorhersage versprach für den Sonnabend des Wochenendes „Kaiserwetter“, nämlich mehr oder weniger Windstille und „Sicht von Pol zu Pol“ bei blauem Himmel.

So kam es dann auch und diese Gelegenheit habe ich dann für eine schöne ruhige Fahrt nach „Høruphav“ genutzt. Die Schlei verlassend, habe ich unter Autopilot Kurs auf Kegnæs genommen und mich zum Chillen auf Elses Vorschiff begeben, immer bemüht, bei dem schönen Wetter nicht einfach entspannt einzuschlummern…!

Beim ständigen Rundumblick nach möglichen „Kurskreuzern“ fiel mir auf, dass sich die „Optik“ der vermeidlichen „Ziellandschaft“ irgendwie verändert hatte: Schnell ins Cockpit, ein Blick auf den Plotter bestätigt, dass Else nicht mehr Kurs auf Kegnæs, sondern zwischenzeitlich um ca. 90 Grad in Richtung Langeland unterwegs war.

Nach kurzem „Rumfingern“ am Autopiloten war klar, dass wieder einmal der elektrische Servoantrieb des Autopiloten konstruktiv bedingt und von daher fast bestimmungsgemäß nach ca. 50 Betriebsstunden seinen Geist wieder einmal aufgegeben hat.

Diesbezüglich Kummer gewohnt, habe ich mich bei dem schönen Wetter nur ein bisschen aufgeregt und das Steuer dann selber übernommen, um am frühen Nachmittag im Høruphav zu ankern und das Wetter und die glucksende Stille des blaugrünem Wasser zwei Meter über grün bewachsenem Grund zu genießen.

Ankern am Eingang von Hørup Hav…

Viel mehr gibt es nicht zu berichten : zwei Stunden Chillen vor Anker, dann langsam Aufbruch in Richtung Kappeln,  eingetaucht in fast schon etwas mystisch wirkendes Herbstlicht auf völlig glattem Wasser, Horizont und Wasser bei leicht aufziehendem Dunst ineinander verschmelzend…!

Nochmal ein bisschen ärgern oder zumindest wundern: plötzlich durchdringt die Ruhe schrill ein DSC-Alarm aus dem Funkgerät, bevor man reagieren kann, versucht Bremen Rescue mit dem „Notfall“ auf dem Anrufkanal Kontakt aufzunehmen: Keine Antwort. Viele Versuche bleiben unbeantwortet, andere Schiffe, den Anrufversuchen von Bremen Rescue lauschend, melden, dass sie sich in relativer Nähe bzw. Sichtweite des vermeintlichen Havaristen befinden und zwei bieten an, Kurs auf die  über DSC gemeldete Position des Schiffes zu nehmen.

Das tun die beiden auch, in Minutenabständen begleitend von den Anrufversuchen von Bremen Rescue an den Havaristen…

Der bleibt stumm!

Die auf Kurs zum Havaristen befindlichen Yachten melden per Funk Sichtkontakt, können aber noch keinen Notfall o.ä. feststellen.

Plötzlich meldet sich aus dem „Äther“ eine etwas beschämte Stimme, die mitteilt, dass man den DSC-Alarm versehentlich ausgelöst hätten und dass nichts passiert sei…!

Wie doof ist das denn:

Eine halbe Stunde hört man sich die Bemühungen von Bremen Rescue und Dritter an, um dann plötzlich mit der „Wahrheit“ rauszurücken!

Außer Frage kann versehentlich so ein Fehlalarm ausgelöst werden, letztlich eigentlich nur durch Blödheit, wenn man berücksichtigt, wieviel Schritte am Funkgerät notwendig sind, bis man den Alarm wirklich absetzen kann!

Wenn dann das schon passiert, warum mache ich dann bei dem darauf folgenden Funkverkehr nicht mit bzw. lösche den Alarm am Gerät??

Unverständlich und schon deswegen nicht wirklich toll, weil man ob der relativ vielen Fehlalarme, die man selbst bei nur durch gelegentlichem Lauschen während der Sommersaison mitbekommt, irgendwann einfach auch nicht mehr hinhört, wenn einer wirklich in Not ist!

Nach diesem Erlebnis geht es zurück in die Schlei, die ein letztes Mal alles bietet was sie kann…!

Die Wintersaison war dann beschränkt auf  Debatten mit Raymarine über die Fehlkonstruktion des Servoantriebes des Autopiloten, natürlich wie immer ist man der einzige, der dieses Problem hat, fragt sich nur warum dann nun schon zum dritten Mal…!

O-Ton von Raymarine zum Vorgang: „Sinnvoll wäre wohl die Umrüstung auf eine hydraulische Lenkung, dann benötigt man eben nicht den elektrischen Stellantrieb, sondern eine Servoölpumpe und einen hydraulischen Antrieb…!“

Ich erinnere mich gut, das Raymarine mir genau die Ausrüstung, die nun ständig kaputt geht, empfohlen hatte…

Leider habe ich eine mechanische Lenkung und kann nicht so einfach auf Hydraulik umrüsten. Da mir die in der ELSE eingebaute mechanische Lenkung – ein paar Zahnrädchen und ein Bowdenzug – immer schon ein wenig unterdimensioniert und suspekt waren,  habe ich mich dann nun entschlossen, auf eine hydraulische Lenkung umzurüsten und die zwischenzeitlich von Raymarine auf dem „Kulanzwege“ gelieferte Servopumpe in dieser Umrüstung zu verwenden.

Der nachstehende Text war schon vor einiger Zeit, vor dem erneuten Defekt entstanden, nunmehr ist das Thema durch und im August erhält ELSE in Vorbereitung neuer größerer Pläne eine dann hydraulische Lenkung anstelle der mechanischen Lenkung und eine dann hoffentlich dauerhaft auf Kurs haltende hydraulische Ansteuerung durch den Autopiloten.

In den Sommermonaten wird uns ELSE von Kappeln über Rostock, Stralsund nach Greifswald bringen, dort wollen wir Felix ein paar Tage besuchen und dann auch einen Abstecher durch das „Achterwasser“ in das Stettiner Haff und nach Swindemünde machen.

Die letzte kleine Fahrt vor der nächsten Großen…!

Entsprechend der Erfahrung aus vorangegangenen Jahren heißt es nunmehr beten, dass meine berufliche Situation diesen Plan zulässt und dass zudem noch das Wetter mitspielt!

Da sich Beten erfahrungsgemäß nur bedingt bewährt, wird die die Fahrt ungeachtet der dann vorherrschenden Umstände einfach stattfinden…

 

Text schon geschrieben am 9.Septemper 2017, in „Vorahnung“ des bevorstehenden neuen Ausfall des Servoantriebs des Autopiloten…  Motto : „Technik die begeistert…!“

Die Eliminierung des Problems der „klebenden“ Kupplung des elektrischen Antriebes unseres Autopiloten ist zumindest vorbereitet:

Heute hat mit Raymarine zum „Supersonderpreis“ eine Hydraulikpumpe für den Autopiloten geschickt. Leider kann ich die derzeit noch nicht einsetzen, weil Elses Lenkung mechanisch und nicht hydraulisch ist. Aktuell funktioniert ja auch alles, zumal in Elses „Technikkeller“ noch der ebenfalls zum Supersonderpreis reparierte, in 2013 defekt gewordene Ersatzantrieb der Verwendung entgegenschlummert.

Mit dem Kauf der Hydraulikpumpe wollte ich nur das sicherlich nicht ewig währende Kulanzangebot von Raymarine „mitnehmen“, zumal ich für die Zukunft ohnehin die Umrüstung von Elses mechanischer auf eine hydraulische Lenkung vorhatte, erscheint mir diese doch präziser und betriebssicherer.

Nun muss ich neben der Pumpe noch einen neuen hydraulischen „Lenkungssatz“ kaufen und den einbauen (lassen), an Hydraulik traue ich mich nicht ran…!

Bei dieser Gelegenheit werde ich dann wohl auch eine zweite Hydraulikpumpe für die eigentliche Servounterstützung am Backbordmotor installieren lassen, damit diese Servounterstützung bei Ausfall der Steuerbordmotors – nur dieser unterstützt nämlich mit seiner Servopumpe die Servolenkung – sichergestellt ist.

Vielleicht erübrigt sich das auch mit dem Einbau der hydraulischen Lenkung: Die mechanische Lenkung ist bei Ausfall der Servounterstützung so schwergängig, dass Else praktisch nicht mehr manövriert werden kann bzw. das vorzeitige Ende der eher „filigranen“ mechanischen Lenkung zu befürchten ist.

Möglicherweise sind diese Befürchtungen bei einer hydraulischen Lenkung unbegründet, das muss ich aber noch erst einmal herausfinden…!

Warum der ganze Aufwand :  Das weiß kein Mensch !

Technikaffinität ? Sicherheitsbedürfnis ?

Okay, im Vordergrund steht das offensichtlich nicht zu lösende Problem mit der zeitweise „klebenden“ Kupplung des derzeitigen elektrischen Antriebs des Autopiloten, welches bei einem kurzfristig erforderlichen Umschalten von „Auto“ auf „Standby“ ein ungutes Gefühl bewirkt, weil kurzfristig – zwar nur wenige Sekunden -, das Boot nicht lenkbar ist. Da ich den Autopiloten aber auch in Kanälen und im Hafengebiet nutze, möchte ich doch eigentlich lieber jederzeit den Kurs selbst bestimmen können…!

Letztlich ist der erste mechanische Antrieb vermutlich auch aufgrund der klebenden Kupplung und des zeitweiligen „gewaltsamen“ Lenkungseingriffes defekt geworden; Wer aber dann einmal den Antrieb geöffnet hat und den „Spielzeugmotor“ – den kennt man sonst nur aus elektrisch betriebenen Osterhasen o.ä. – hegt sowieso Zweifel, ob der elektrische Antrieb dauerhaft beständig ist.

Gut in Erinnerung nach dessen Ausfall in 2013 war auch das „nervige“ stundenlange Lenken auf offenen Seestrecken, was uns den Autopiloten wirklich vermissen lies.

Im Ergebnis ist der Wunsch geblieben, den Autopiloten und die Lenkung für zukünftige lange Reisen auf betriebssichere „Beine“ zu stellen als bisher.

 

 

Theyr on board…

Anlässlich eines Updates von Elses Multifunktionsdisplay vergangene Woche ist Theyr an Bord gekommen: Theyr ist eine Wetter-App, die wie die anderen Seiten des MFD aufgerufen werden kann und alle erdenklichen Wetterdaten auf einer Karte darstellt.

Die Wetterdaten kommen über so genannte GRIB-Files per WLan auf das MFD und über Buttons in der Bedienoberfläche der App können dann neben Windrichtung und –stärke, Luftdruck und -Temperatur unter anderem Wellenhöhe und –richtung im zeitlichen Verlauf für mehrere Tage im Voraus dargestellt werden.

Auch die Wasseroberflächentemperaturen können visualisiert werden, wodurch man eine Vorahnung bekommt, ob der Trend zum Nebel geht…

Das Wetter lässt sich auch noch punktuell (Touch auf einen Punkt der Karte) mit einer grafischen Darstellung abrufen

Wenn man nur sein Fahrtgebiet auswählt, ist die Größe der GRIB-Files sehr klein und kann – derzeit nicht für uns zutreffend – auch kostengünstig über einen Satellitentelefon-Router heruntergeladen werden.

WLan liefert manchmal der Hafen, fast durchgängig aber das Smartphone als eigener Hotspot. Noch besser funktioniert das ganze über meinen Mobilfunkrouter mit externer Antenne.

Anlässlich unserer „Baltic Dream Tour 2013“ war Internet über Mobilfunk nahezu durchgängig, über WLan in Häfen eher weniger verfügbar, in jedem Fall scheint mir die jeweils zeitnahe Aktualisierung der Daten anlässlich ähnlicher Reisen problemlos.

Letztlich haben wir in 2013 nichts anderes mit ähnlichen Apps oder Software auf dem Tablet oder dem Rechner gemacht. Vorteil ist nun einfach der, dass die Daten gleich da sind, wo sie hingehören, nämlich auf dem auch bei Sonnenlicht gut ablesbaren MFD und nicht auf einem zusätzlichen eher sensiblen Gerät wie Tablet oder Rechner, die zudem nicht im Sonnenlicht ablesbar sind.

Eine Implementierung der auf dem Plotter erstellten Routen in die Wetterkartenansicht ist für die Zukunft avisiert, sodass dann das Optimum, nämlich Wind und Welle im Routenverlauf erreicht wäre.

Eigentlich auch nichts neues, es wird lediglich die Idee der bisherigen Wetterempfangslösung mit der WIB 3 und die Weather Infoviewer Software durch eine nach erster Einschätzung wirklich funktionsfähige und optimale Lösung ersetzt.

Ich bin gespannt, ob sich diese Lösung „im wirklichen Leben“ dann bewährt und freue mich über einen neuen Schritt bei der Vorbereitung auf unsere 20XX-Reise…