Stricken unmöglich…!

Eigentlich war Uli`s Plan, mit Beginn des Urlaubs endlich mal Strümpfe für sich selbst und nicht nur für andere zu stricken, auch wenn ihr das sehr viel Spaß macht; Das ist gründlich schiefgegangen :  am ersten Tag des Urlaubs ist sie, im vornehmen Sprachgebrauch ausgedrückt, von „Motezumas Rache“ heimgesucht worden, mutmaßlich ausgelöst durch ihre berufsbedingt notwendige Hepathitisimpfung. Dafür spricht, das der „Spuk“ schon einen Tag später vorbei war…!

So hieß es einen Tag in der Koje bleiben, während der Skipper auch nicht unfroh war, den unfreiwilligen Hafentag nach unserem eher anstrengenden Aufbruch zum „Stauen und Prüfen“ und zur navigatorischen Vorbereitung möglicher Routen zu nutzen.

Für den zweiten Tag war ein  Wetterfenster vorhergesagt, welches mir  groß genug erschien, möglicherweise in einem „Rutsch“ gleich von Kappeln nach Greifswald, Felix` derzeitigem beruflichen Liegeplatz zu fahren; Ein etwas fragwürdiges Vorhaben, über 130 Seemeilen geht wirklich gut nur mit teilweiser Gleitfahrt oder dauert bis in die Nachtstunden, die wir wegen unserer Erfahrungen mit Fischernetzen eher meiden, obwohl Mittsommer und helle Nächte schon reizen…!

Helle Nächte und fragwürdige Pläne reizen auch andere : das aktuell in der Durchführung befindliche Vorhaben meines Freundes „Keris“, in nur wenig mehr als in einer Woche mit dem Tesla nach Lappland und zurück zu fahren kann man hier verfolgen…!

Wie dem auch sei : dieser Idee hat nicht Montezuma, sondern Neptun einen Strich durch die Rechnung gemacht : Noch vor Sonnenaufgang ging die Fahrt in Kappeln los, bis etwa drei Stunden Neptun anfing, sein Süppchen zu kochen : Die vorhergesagte Wellenhöhe simmte zwar, weniger die Richtung, die gefühlt permanent wechselte und Else wie einen Joghurtbecher stampfen und rollen und Fahrstuhl fahren ließ…!

Stricken war wieder nicht möglich !

Teilweise kam der Wunsch nach Sicherheitsgurten auf, da Festhalten und Festklemmen in den Sitzen auf Dauer etwas anstrengend wurde. Bosmann, der Autopilot, vor der Abreise noch mit dem reparierten Antrieb versehen, behielt unbeeindruckt die Richtung zum jeweils nächsten Wegpunkt, während wir uns ganz dem Festhalten und unserer Befindlichkeit widmen konnten.

Alles was bis dato nicht fest verstaut war, fand mit Neptuns Hilfe spätestens jetzt auf dem Kajütenboden sein vorläufige Ruheposition. Gischtwolke um Gischtwolke nebelte Else ein, die eine oder andere vorlaute Welle fand wieder mal ihren Weg über das Vorschiff und die Gangborde, die in der Folge wieder richtig sauber sind ! Da das ganze bei richtig schönem warmen Sonnenwetter statt fand, war alles weniger bedrohlich, nur anstrengend, Wassersport eben… Für die Segler unter den Lesern : die wenigen die wir gesehen haben, ging es bei dieser Art von Welle augenscheinlich nicht viel besser.

Im Fehmarnbelt war es unter „Landschutz“ kurzfristig besser, kaum war Fehmarn passiert, ging die Achterbahn wieder und mit noch größerer Vehemenz erneut los : Anlass für uns, den Plan B zu aktivieren, nämlich den Weg deutlich abzukürzen und nach Rostock zu fahren. Die Schaukelei wurde zwischenzeitlich doch ein bisschen anstrengend und die wechselnden Wellenrichtungen hatten sich zwischenzeitlich auf aus Richtung Rostock kommend geeinigt, was weniger Rollen, aber mehr (erträgliches) Stampfen versprach… Dem wurde auch so und die restlichen 35 SM nach Rostock wurden, bis auf einen kleinen plötzlichen Hexenkessel vor der „Safewater“-Tonne Rostock  vergleichsweise erträglich, wenngleich immer noch ohne Stricken…

Der Hexenkessel : ohne Vorwarnung Kreuz- und Querwellen von beachtlicher Höhe und Boshaftigkeit, Bosman kurbelt am Lenkrad wie verrückt, wird dabei selbst verrückt und ich erlöse ihn und lindere den Tanz mit etwas mehr Gas, welches uns brachial durch die Wellen schiebt und steuere auf wechselnden Kurse mehr in die Wellen hinein als das ich sie machen lasse…

Déjà-vu : vor 2009 waren wir mal mit der „Hydra“ in Rostock und hatten ein ähnliches Erlebnis in Erinnerung !

Ganz schnell ist das Spektakel vorüber und die „Safewater“-Tonne Rostock erreicht. Immer noch funkgeil, nehme ich mit Warnemünde Traffic Kontakt auf und melde mich angeberisch professionell an : „Warnemünde Traffic für Sportboot Else, einlaufend Seekanal an der grünen (Tonne) 15 bittet um aktuelle Befahrenshinweise “  Warnemünde Traffic erkundet sich nach Länge und Tiefgang, klärt mich auf, das Else prinzipiell nicht meldepflichtig sei, klärt mich aber gerne über die Verkehrssituation auf, da ja, „O-Ton“ die Gefahren der Seefahrt immer und überall lauern und mehr Informationen besser als weniger seien, ohrenscheinlich auch nicht ironisch gemeint.

So erfahren wir dann wer ein-  und auslauffertig ist und das Drehen der Peter Pan auf der „Wendplatte“ aufmerksam beachten sollen usw.

Im engen Verband mit den Hansekoggen „Lisa von Lübeck“ und „Wissemara“ laufen wir in die Warnow ein und fahren unter Kanonenschüssen  der Wissemara weiter die Warnow hinhauf in Richtung Rostock. Die Koggen wollen offensichtlich den „Internationalen Hansetag“  in Rostock mit ihrer Präsenz bereichern und diesem Vorhaben werden wir uns zumindest stundenweise anschließen !

Unser AIS  wie auch Funk hat mir die Schaukelei kurzweilig gestaltet, es ist schon interessant wer von wo nach wo mit was unterwegs ist…

Nebeneffekt des AIS : bei dem Wetter sind keine  anderen Sportboote außer ein paar Seglern unterwegs und alle die fahren, Groß- wie Kleinschifffahrt, haben offensichtlich AIS und so kann man bequem dem aktvierten „Kollisionsalarm“ des AIS vertrauen, der einen genau fünf Minuten vor der errechneten Kollision aus den Träumen reißt. Eine Weckwiederholung gibt es allerdings nicht…

Auffällig im Funk die  vielen „US Warships“ – so melden sie sich im Funk- , während ihre Daten im AIS nicht sichtbar sind…. Irgendwie schienen sie ständig über ihren nächsten Schritt zu informieren und nach dem Weg zu fragen und sind somit voll auf Augenhöhe mit ihrem Oberbefehlshaber…

Am Horizont wirken sie grau und bedrohlich und entsprechen auch hier ihrem „Vormann“…

In der Warnow ist alles ruhig, ohne Wellen erreichen wir den Stadthafen unweit des Zentrums. Nach mehrmaligem Anlegen finden wir einen Liegeplatz; immer erst nach dem Festmachen erkennbar weisen postkartengroße Hinweise darauf hin, das man genau da nicht festmachen soll, weil bald einer kommt oder der Steg gesperrt ist. Der vollautomatisierte „chip- und code“- dominierte Hafenbetrieb der Vergangenheit ist einem netten Hafemmeister gewichen und vergleichsweise sehr günstigen Liegegebühren von nur zwölf Euro pro Tag „all inclusive“ außer Duschen, das kostet ein Euro pro vier Minuten…

Aus vorgenannten Gründen liegen wir an der Außenseite des das Hafenbecken angrenzenden Steges direkt an das Fahrwasser der Warnow angrenzend, eigentlich schön ruhig und mit Warnow- und Rostockblick nach vorne und nach hinten; derzeit beuteln aber heftige Sturmböen an der Else und zerren und rucken brachial an ihren Klampen, verbunden mit teils sintflutartigen Niederschlägen. Da es für morgen noch heftiger kommen soll, werden wir uns morgen in das Innere des Hafens verlegen.

Ab kommenden Montag ist dauerhaft schönes ruhiges Motorbootwetter angesagt und dann geht es weiter nach Greifswald,  in den Peenestrom, das Achterwasser und in das Stettiner Haff !

Warten wir`s ab ….!

„Einsame Insel“ : Fehmarnbelt-„Tonne“, eher ein Ferienhaus…

vor Rostock : die „Störtebeker“ übernimmt den Lotsen…

Einlauf Rostock mit Koggen „Lisa von Lübeck“ und „Wissemara“ voraus…

„Celebrity Silhouette“ am Passagierkai Warnemünde…

„Lisa von Lübeck“, nach überholen jetzt achteraus…

Ankunft Rostock Stadthafen…

festgemacht und „Einlaufbier“…

Stegnachbar beim Fischen…

Abendstimmung Warnow gestern…

„De Kamper Kogge“ auf dem Weg zum Hansetag…

Abendstimmung Warnow heute nach Sturm- und Regenböen…

 

 

 

Feine, aber kleine Reise…

Vier Tage an Bord MY Else bei permanentem mediterranen höchstsommerlichen Wetter beflügeln die Vorfreude auf eine kleine, aber voraussichtlich feine Fahrt: Demnächst wollen wir ab Kappeln für knapp drei Wochen aufbrechen entlang der südlichen Ostseeküste in Richtung Polen.

Voraussichtlich über Warnemünde, Stralsund und Greifswald wollen wir über das „Achterwasser“ und den Peenestrom in das Stettiner Haff fahren und dort durch die Swine wieder zurück in die Ostsee und über das nördliche Rügen, alternativ über Gedser an der Südspitze von Falster zurück nach Kappeln fahren.

Oder anders herum gegen den Uhrzeigersinn… 🙂

Wie immer, wird der Plan nicht durch uns, sondern von Wind und Welle bestimmt und im Rückblick auf die letzten drei Wochen hochsommerliches Wetter steht durchaus zu befürchten, dass das der Sommer war und unsere Fahrt sprichwörtlich ins Wasser oder dem Wind zum Opfer fällt, mittlerweile lässt die Wettervorhersage hoffen, dass das Wetter und wir Freunde werden !

Dennoch bleiben die Erwartungshaltungen vorsichtshalber lieber klein und es gibt verschiedene Pläne B und C, nämlich unter anderem den, dass unsere Fahrt in Greifswald vorzeitig endet und wir einen Teil der Fahrt mit dem Auto machen, nämlich Felix Auto, der ja berufsbedingt in Greifswald „stationiert“ ist und dessen Auto wir zur Erkundung von Usedom und Swindemünde benutzen dürfen.

Am vorvergangenen Wochenende ist Else wieder in ihrem Element angekommen und technisch und wohnlich auf unseren Urlaub vorbereitet worden.

Jetzt müssen nur noch Petrus und Neptun guter Dinge sein und ihre schützenden Hände über unser Vorhaben halten.

Danach steht auf der Agenda die Wochenendkreuzfahrt mit unserem „Flitterpaar“ Daniela und Thomas, die die beiden „All inclusive“ direkt von der Reede vor Schwedeneck nach Sonderborg in Dänemark entführen wird.

Damit dort alles gut geht, erhält Else dann zwischenzeitlich ihre hydraulische Lenkung und den seit unserer „Baltic Dream“-Reise ungenutzt mitfahrenden „Ersatz-Tiefenmesser“ als „Backup“ für den Fall der Fälle eines Ausfalls des ersten Tiefenmessers: Das Lowrance „Echolot“ war 2013 an Bord gekommen, um zusätzliche Sicherheit in Schärengewässern, insbesondere bei Ausfall des eigentlichen Tiefenmessers zu bekommen.

Neben dem günstigen Preis hat eine fotoähnliche Sonar-Darstellung des Meeresgrundes und darüber befindlicher Fische überzeugt. Der Echolot-Heckschwinger arbeitet darüber hinaus auf einer anderen Frequenz als der Raymarine-Echolotgeber, sodass die beiden sich bei gleichzeitigem Betrieb „nicht in die Quere“ kommen.

Der Echolotgeber ist auch schon seit 2013 am Heck installiert und probeweise betrieben worden, in den letzten Tagen habe ich mich nun endlich zu einem „finalen“ Standort des Echolot-Displays entschieden und somit steht der „Schatz- und Fischsuche“ und einer zusätzlichen Sicherheit in flachen und felsigen Gewässern nichts mehr im Wege!

Die Idee war und ist, ein von der Raymarine-Bordelektronik völlig unabhängiges Tiefenmessgerät zusätzlich an Bord zu haben.

Nach fast 20 Jahren Bootfahren und mehr als 50 Jahre zum Teil mystischer „Technikerfahrung“ ein sicherlich nicht ganz unbegründeter Schritt…!

Schon bald kann wer möchte unsere kleine Reise hier im Blog oder hier verfolgen…

das zusätzliche Echolot…

 

Auf neuem Kurs…

Lange ist es nicht nur hier, sondern insgesamt still gewesen um Else…!

Nach einer völlig nichtssagenden Saison 2017, die zu 90 % aus „Wohnen anstatt Fahren“ bestand, hat die Saison 2017 am 23. September mit einer eindrucksvollen „Einhandfahrt“ von Kappeln nach Dänemark ihr zugegebenermaßen sehr schönes eindrückliches Ende gefunden:

Wie so oft zuvor, war ich an diesem Wochenende allein nach Kappeln gefahren und die Wettervorhersage versprach für den Sonnabend des Wochenendes „Kaiserwetter“, nämlich mehr oder weniger Windstille und „Sicht von Pol zu Pol“ bei blauem Himmel.

So kam es dann auch und diese Gelegenheit habe ich dann für eine schöne ruhige Fahrt nach „Høruphav“ genutzt. Die Schlei verlassend, habe ich unter Autopilot Kurs auf Kegnæs genommen und mich zum Chillen auf Elses Vorschiff begeben, immer bemüht, bei dem schönen Wetter nicht einfach entspannt einzuschlummern…!

Beim ständigen Rundumblick nach möglichen „Kurskreuzern“ fiel mir auf, dass sich die „Optik“ der vermeidlichen „Ziellandschaft“ irgendwie verändert hatte: Schnell ins Cockpit, ein Blick auf den Plotter bestätigt, dass Else nicht mehr Kurs auf Kegnæs, sondern zwischenzeitlich um ca. 90 Grad in Richtung Langeland unterwegs war.

Nach kurzem „Rumfingern“ am Autopiloten war klar, dass wieder einmal der elektrische Servoantrieb des Autopiloten konstruktiv bedingt und von daher fast bestimmungsgemäß nach ca. 50 Betriebsstunden seinen Geist wieder einmal aufgegeben hat.

Diesbezüglich Kummer gewohnt, habe ich mich bei dem schönen Wetter nur ein bisschen aufgeregt und das Steuer dann selber übernommen, um am frühen Nachmittag im Høruphav zu ankern und das Wetter und die glucksende Stille des blaugrünem Wasser zwei Meter über grün bewachsenem Grund zu genießen.

Ankern am Eingang von Hørup Hav…

Viel mehr gibt es nicht zu berichten : zwei Stunden Chillen vor Anker, dann langsam Aufbruch in Richtung Kappeln,  eingetaucht in fast schon etwas mystisch wirkendes Herbstlicht auf völlig glattem Wasser, Horizont und Wasser bei leicht aufziehendem Dunst ineinander verschmelzend…!

Nochmal ein bisschen ärgern oder zumindest wundern: plötzlich durchdringt die Ruhe schrill ein DSC-Alarm aus dem Funkgerät, bevor man reagieren kann, versucht Bremen Rescue mit dem „Notfall“ auf dem Anrufkanal Kontakt aufzunehmen: Keine Antwort. Viele Versuche bleiben unbeantwortet, andere Schiffe, den Anrufversuchen von Bremen Rescue lauschend, melden, dass sie sich in relativer Nähe bzw. Sichtweite des vermeintlichen Havaristen befinden und zwei bieten an, Kurs auf die  über DSC gemeldete Position des Schiffes zu nehmen.

Das tun die beiden auch, in Minutenabständen begleitend von den Anrufversuchen von Bremen Rescue an den Havaristen…

Der bleibt stumm!

Die auf Kurs zum Havaristen befindlichen Yachten melden per Funk Sichtkontakt, können aber noch keinen Notfall o.ä. feststellen.

Plötzlich meldet sich aus dem „Äther“ eine etwas beschämte Stimme, die mitteilt, dass man den DSC-Alarm versehentlich ausgelöst hätten und dass nichts passiert sei…!

Wie doof ist das denn:

Eine halbe Stunde hört man sich die Bemühungen von Bremen Rescue und Dritter an, um dann plötzlich mit der „Wahrheit“ rauszurücken!

Außer Frage kann versehentlich so ein Fehlalarm ausgelöst werden, letztlich eigentlich nur durch Blödheit, wenn man berücksichtigt, wieviel Schritte am Funkgerät notwendig sind, bis man den Alarm wirklich absetzen kann!

Wenn dann das schon passiert, warum mache ich dann bei dem darauf folgenden Funkverkehr nicht mit bzw. lösche den Alarm am Gerät??

Unverständlich und schon deswegen nicht wirklich toll, weil man ob der relativ vielen Fehlalarme, die man selbst bei nur durch gelegentlichem Lauschen während der Sommersaison mitbekommt, irgendwann einfach auch nicht mehr hinhört, wenn einer wirklich in Not ist!

Nach diesem Erlebnis geht es zurück in die Schlei, die ein letztes Mal alles bietet was sie kann…!

Die Wintersaison war dann beschränkt auf  Debatten mit Raymarine über die Fehlkonstruktion des Servoantriebes des Autopiloten, natürlich wie immer ist man der einzige, der dieses Problem hat, fragt sich nur warum dann nun schon zum dritten Mal…!

O-Ton von Raymarine zum Vorgang: „Sinnvoll wäre wohl die Umrüstung auf eine hydraulische Lenkung, dann benötigt man eben nicht den elektrischen Stellantrieb, sondern eine Servoölpumpe und einen hydraulischen Antrieb…!“

Ich erinnere mich gut, das Raymarine mir genau die Ausrüstung, die nun ständig kaputt geht, empfohlen hatte…

Leider habe ich eine mechanische Lenkung und kann nicht so einfach auf Hydraulik umrüsten. Da mir die in der ELSE eingebaute mechanische Lenkung – ein paar Zahnrädchen und ein Bowdenzug – immer schon ein wenig unterdimensioniert und suspekt waren,  habe ich mich dann nun entschlossen, auf eine hydraulische Lenkung umzurüsten und die zwischenzeitlich von Raymarine auf dem „Kulanzwege“ gelieferte Servopumpe in dieser Umrüstung zu verwenden.

Der nachstehende Text war schon vor einiger Zeit, vor dem erneuten Defekt entstanden, nunmehr ist das Thema durch und im August erhält ELSE in Vorbereitung neuer größerer Pläne eine dann hydraulische Lenkung anstelle der mechanischen Lenkung und eine dann hoffentlich dauerhaft auf Kurs haltende hydraulische Ansteuerung durch den Autopiloten.

In den Sommermonaten wird uns ELSE von Kappeln über Rostock, Stralsund nach Greifswald bringen, dort wollen wir Felix ein paar Tage besuchen und dann auch einen Abstecher durch das „Achterwasser“ in das Stettiner Haff und nach Swindemünde machen.

Die letzte kleine Fahrt vor der nächsten Großen…!

Entsprechend der Erfahrung aus vorangegangenen Jahren heißt es nunmehr beten, dass meine berufliche Situation diesen Plan zulässt und dass zudem noch das Wetter mitspielt!

Da sich Beten erfahrungsgemäß nur bedingt bewährt, wird die die Fahrt ungeachtet der dann vorherrschenden Umstände einfach stattfinden…

 

Text schon geschrieben am 9.Septemper 2017, in „Vorahnung“ des bevorstehenden neuen Ausfall des Servoantriebs des Autopiloten…  Motto : „Technik die begeistert…!“

Die Eliminierung des Problems der „klebenden“ Kupplung des elektrischen Antriebes unseres Autopiloten ist zumindest vorbereitet:

Heute hat mit Raymarine zum „Supersonderpreis“ eine Hydraulikpumpe für den Autopiloten geschickt. Leider kann ich die derzeit noch nicht einsetzen, weil Elses Lenkung mechanisch und nicht hydraulisch ist. Aktuell funktioniert ja auch alles, zumal in Elses „Technikkeller“ noch der ebenfalls zum Supersonderpreis reparierte, in 2013 defekt gewordene Ersatzantrieb der Verwendung entgegenschlummert.

Mit dem Kauf der Hydraulikpumpe wollte ich nur das sicherlich nicht ewig währende Kulanzangebot von Raymarine „mitnehmen“, zumal ich für die Zukunft ohnehin die Umrüstung von Elses mechanischer auf eine hydraulische Lenkung vorhatte, erscheint mir diese doch präziser und betriebssicherer.

Nun muss ich neben der Pumpe noch einen neuen hydraulischen „Lenkungssatz“ kaufen und den einbauen (lassen), an Hydraulik traue ich mich nicht ran…!

Bei dieser Gelegenheit werde ich dann wohl auch eine zweite Hydraulikpumpe für die eigentliche Servounterstützung am Backbordmotor installieren lassen, damit diese Servounterstützung bei Ausfall der Steuerbordmotors – nur dieser unterstützt nämlich mit seiner Servopumpe die Servolenkung – sichergestellt ist.

Vielleicht erübrigt sich das auch mit dem Einbau der hydraulischen Lenkung: Die mechanische Lenkung ist bei Ausfall der Servounterstützung so schwergängig, dass Else praktisch nicht mehr manövriert werden kann bzw. das vorzeitige Ende der eher „filigranen“ mechanischen Lenkung zu befürchten ist.

Möglicherweise sind diese Befürchtungen bei einer hydraulischen Lenkung unbegründet, das muss ich aber noch erst einmal herausfinden…!

Warum der ganze Aufwand :  Das weiß kein Mensch !

Technikaffinität ? Sicherheitsbedürfnis ?

Okay, im Vordergrund steht das offensichtlich nicht zu lösende Problem mit der zeitweise „klebenden“ Kupplung des derzeitigen elektrischen Antriebs des Autopiloten, welches bei einem kurzfristig erforderlichen Umschalten von „Auto“ auf „Standby“ ein ungutes Gefühl bewirkt, weil kurzfristig – zwar nur wenige Sekunden -, das Boot nicht lenkbar ist. Da ich den Autopiloten aber auch in Kanälen und im Hafengebiet nutze, möchte ich doch eigentlich lieber jederzeit den Kurs selbst bestimmen können…!

Letztlich ist der erste mechanische Antrieb vermutlich auch aufgrund der klebenden Kupplung und des zeitweiligen „gewaltsamen“ Lenkungseingriffes defekt geworden; Wer aber dann einmal den Antrieb geöffnet hat und den „Spielzeugmotor“ – den kennt man sonst nur aus elektrisch betriebenen Osterhasen o.ä. – hegt sowieso Zweifel, ob der elektrische Antrieb dauerhaft beständig ist.

Gut in Erinnerung nach dessen Ausfall in 2013 war auch das „nervige“ stundenlange Lenken auf offenen Seestrecken, was uns den Autopiloten wirklich vermissen lies.

Im Ergebnis ist der Wunsch geblieben, den Autopiloten und die Lenkung für zukünftige lange Reisen auf betriebssichere „Beine“ zu stellen als bisher.

 

 

Theyr on board…

Anlässlich eines Updates von Elses Multifunktionsdisplay vergangene Woche ist Theyr an Bord gekommen: Theyr ist eine Wetter-App, die wie die anderen Seiten des MFD aufgerufen werden kann und alle erdenklichen Wetterdaten auf einer Karte darstellt.

Die Wetterdaten kommen über so genannte GRIB-Files per WLan auf das MFD und über Buttons in der Bedienoberfläche der App können dann neben Windrichtung und –stärke, Luftdruck und -Temperatur unter anderem Wellenhöhe und –richtung im zeitlichen Verlauf für mehrere Tage im Voraus dargestellt werden.

Auch die Wasseroberflächentemperaturen können visualisiert werden, wodurch man eine Vorahnung bekommt, ob der Trend zum Nebel geht…

Das Wetter lässt sich auch noch punktuell (Touch auf einen Punkt der Karte) mit einer grafischen Darstellung abrufen

Wenn man nur sein Fahrtgebiet auswählt, ist die Größe der GRIB-Files sehr klein und kann – derzeit nicht für uns zutreffend – auch kostengünstig über einen Satellitentelefon-Router heruntergeladen werden.

WLan liefert manchmal der Hafen, fast durchgängig aber das Smartphone als eigener Hotspot. Noch besser funktioniert das ganze über meinen Mobilfunkrouter mit externer Antenne.

Anlässlich unserer „Baltic Dream Tour 2013“ war Internet über Mobilfunk nahezu durchgängig, über WLan in Häfen eher weniger verfügbar, in jedem Fall scheint mir die jeweils zeitnahe Aktualisierung der Daten anlässlich ähnlicher Reisen problemlos.

Letztlich haben wir in 2013 nichts anderes mit ähnlichen Apps oder Software auf dem Tablet oder dem Rechner gemacht. Vorteil ist nun einfach der, dass die Daten gleich da sind, wo sie hingehören, nämlich auf dem auch bei Sonnenlicht gut ablesbaren MFD und nicht auf einem zusätzlichen eher sensiblen Gerät wie Tablet oder Rechner, die zudem nicht im Sonnenlicht ablesbar sind.

Eine Implementierung der auf dem Plotter erstellten Routen in die Wetterkartenansicht ist für die Zukunft avisiert, sodass dann das Optimum, nämlich Wind und Welle im Routenverlauf erreicht wäre.

Eigentlich auch nichts neues, es wird lediglich die Idee der bisherigen Wetterempfangslösung mit der WIB 3 und die Weather Infoviewer Software durch eine nach erster Einschätzung wirklich funktionsfähige und optimale Lösung ersetzt.

Ich bin gespannt, ob sich diese Lösung „im wirklichen Leben“ dann bewährt und freue mich über einen neuen Schritt bei der Vorbereitung auf unsere 20XX-Reise…

 

Eine neue Perspektive…

Der Dauer-Kriegsschauplatz meiner personellen Situation im Büro hat mir Urlaub beschert: Nämlich eine Woche anstelle der ursprünglich drei geplanten…! 

Mehr geht nicht und darum läuft außer „chillen“ auf der ELSE in dieser Woche auch gar nichts. Doch, Ui hat ihre drei Wochen Urlaub bekommen, davon war sie eine zu Hause krank und ist es nunmehr wieder – gute alte Tradition – auf dem Lazarett-Schiff Else…

Außer „dümpeln“ und ausruhen machen wir nichts, da ich wieder halbwegs gesund bin, fällt mir das leichter als Uli, die zur Stunde röchelnd in ihrer Koje liegt… 

Gestern ging es Uli noch ganz gut und so sind wir nach der Ankunft am vegangenen Sonntag  erstmalig in dieser Saison mit der Else in dieser Saison überhaupt und dann zuerst zum Tanken, dann ins Gunnebyer Noor in der Schlei gefahren und haben bei nahezu Windstille und sonnigem Wetter geankert. 

Da für den nächsten Tag bereits ab den frühen Morgenstunden wieder Wind in Sturmstärke vorhergesagt war, haben wir uns auf den Tag vor Anker beschränkt und sind abends wieder zum Liegeplatz nach Kappeln zurückgefahren. 

Ankern im Noor ist ein echtes Highlight: Blick auf Ufer, Felder, Wälder und Buchten, glucksende Stille und leichtes Schwojen vor dem Anker. 

Der Plotter zeigt im Display verlockende knapp 21 Grad Wassertemperatur an, Uli geht dennoch nur ganz kurz schwimmen und führt ungewohnt Beschwerde über das kalte Wasser, wohl wieder Vorboten ihres (grippalen?) Infekts… 

Ich schwimme ausgiebig, finde es warm und kühle mich trotzdem vom vorangegangen aufregenden Erlebnis ab: Mavic, unsere „Borddrohne“ ist erstmalig von der Else gestartet und hat die nachstehenden Bilder gemacht! 

Das Wetter war prädestiniert für die Luftaufnahmen der ELSE und eigentlich ging mit den zu Hause vorangegangenen „Zielübungen“ alles auch sehr gut…

Als Start- und Landeplatz auf der Else dient Mavic das Solarpanel auf dem Vorschiff, Mavic ist so leicht und sanft, dass für das Panel keine Gefahr besteht.

Gefahr bestand für Mavic vielmehr selber: 

Beim zweiten Versuch, eine „Point of interest“ Rundumaufnahme der Else zu machen, hat sich die App, mit der man auf dem an der Fernsteuerung angedockten Handy den „Point of interest“-Modus aktiviert, aufgehängt und Mavic flog stoisch seine Kreise im Seitwärtsflug mit 11 km/h um die Else…! 

Da ist ja noch die „Pause-Taste“, die wird ja wohl noch funktionieren, dachte ich: Tat sie auch, Mavic blieb genau an dem Punkt stehen, an dem ich die Pause-Taste gedrückt hatte. (beruhigende Ansage der Fernsteuerung bzw. des angeschlossenen Handys : „The Aircraft will hover now“)

Irgendwie waren die normalen Steuerungsmöglichkeiten im Pause-Modus eingeschränkt: Ich habe Mavic zwar wieder über die Else bekommen, aber beim besten Willen nicht zum Landen: Wie festgenagelt stand die Drohne in fünf Meter Höhe über dem Boot und wollte keinen Zentimeter weiter runter! 

Ich vermute, dass irgendwie die Mindesthöhe des „Point of interest“-Modus immer noch aktiv war und Mavic deswegen nicht dahin zurück wollte, wo er herkam…! 

Die Bedienung der „Return Home“-Taste kam nicht wirklich in Frage: Mit der „Return Home“-Funktion fliegt die Drohne dorthin, wo sie gestartet ist und landet dort automatisch. Das wäre aber im Wasser gewesen, weil Else, am Anker schwojend, zwischenzeitlich natürlich nicht mehr da war, wo Mavic gestartet war…!  

Nach etwa zehn endlosen Minuten – ich hatte Mavic gedanklich schon ins Wasser fallen sehen und aufgegeben – gelang es mir dann die App wieder in Funktion zu setzen und den „Point of interest“-Modus zu verlassen und Mavic auf dem Vorschiff zu landen!

Man beachte mein verkrampftes Gesicht im Video…! 

Was Mavic nicht geschafft hatte, gelang mir dann, ich ging freiwillig ins Wasser, allerdings nur zum Schwimmen und mit garantierter Rückkehr…! 

Dummerweise hatte ich bei dem tollen langanhaltenden Kreisen des Mavic um die Else vergessen die Kamera einzuschalten, das tut sie in dem „Point of interest“-Modus wie auch in anderen „Intelligent-Flight“-Modi nicht und es ist nicht das erste Mal, dass ich das vergessen habe… Die ganze Aufregung umsonst…!

Der aufregende, schöne und erfahrungsreiche Tag findet seinen Abschluss in der Rückfahrt auf der bei blauem Himmel nun mittlerweile knallblauen Schlei. 

Fazit der „Drohnennutzung“ auf dem Boot (und anderswo…): Die teilweise instabile App – mein Handy ist ausdrücklich dafür freigegeben, vielleicht ist mein überfüllter interner Speicher daran Schuld…– bringt Mavic in Gefahr, ebenso wie das Handy bei Sonnenlicht trotz des zwischenzeitlich angebrachten Sonnenschutzes nur schwer bedienbar ist. 

Nun heißt es erstmal nachlesen und recherchieren, ob auch an der eigentlichen Fernbedienung eine Funktion vorhanden bzw. einrichtbar ist – es gibt frei konfigurierbare Tastenfunktionen an der Fernbedienung – mit der man einen „Intelligent-Flight“-Modus auf Knopfdruck, ohne die App und das spiegelnde Display des Handys verlassen kann. 

Für weitere Einsätze des Mavic, insbesondere auf dem Wasser scheint mir das unverzichtbar, sonst ist Mavics Ende absehbar…

Die schönen Aufnahmen sind erst der Anfang, die Möglichkeiten des Mavic lassen viel mehr zu wenn denn ein bisschen Routine eintritt…

 

Am letzten Tag auf Bornholm…

…wollen wir, noch im Besitz des Mietwagens, den südlichen Teil von Bornholm erkunden.

Unsere Fahrt führt von Rønne entlang der südwestlichen Küste in Richtung Dueodde. Der Weg führt durch eine unspektakulär-dänisch anmutende Landschaft, wieder geprägt von eher weniger als mehr Straßenverkehr.

Von der Hauptstraße machen wir den einen oder anderen Abstecher auf kleinen Zufahrtsstraßen, so unter anderem z.B. bei Arnager. Wir treffen auf eine in diesem Bereich schon weniger stark steinig, dafür eher sandige Küste und die wohl längste Seebrücke von Bornholm und wieder auf kleine und kleinste Häfen, in denen auch noch für eine Else Platz gewesen wäre.

Die Dörfchen sind insgesamt eher unspektakulär und wirken eher wenig bewohnt, uns gefällt das, „touristischer Trubel“ ist uns ein Greuel und die schlichte Präsenz der Ortschaften an der Ostküste stahlt Ruhe aus.

Auf unserem Weg an Südspitze Bornholms weist ein Schild auf „Bornholms vingården“ hin und wir machen einen kurzen, aber teuren Abstecher in Bornholms, ja so was gibt es dort, Weinanbaugebiet !

Dänisch schlicht präsentiert sich der Weinanbau- und Verarbeitungsbetrieb, eine kleine Probierstube mit einem Gastraum und Terrasse erwartet uns, wie üblich ist alles eher entvölkert, bis auf eine radfahrende dänische Rentnertruppe.

Wir sind neugierig auf die Weine und da passiert es:

Ein großes Regal mit verschiedenen Whiskeysorten, alle hier auf Bornholm und hier am Ort hergestellt, gebrannt und schon bis zu zehn Jahre gelagert, weckt unsere Aufmerksamkeit… Diese Schwäche nutzt eine freundliche junge Dänin aus und nötigt uns grinsend zur Verkostung. Wir versuchen noch abzuwehren, während sie allerdings schon die fingerhutgroßen Probiergläschen in der Hand hält und uns von der Flüssigkeit der Begierde ca. 5 mm hoch einschenkt… Sie lächelt mit einem Siegergesicht, wohlwissend, dass uns „Bornholms Whiskey Nr. 1“ wortlos überzeugt hat: Wir haben keine nennenswerte Ahnung von Whiskey, aber das volle Geschmacksspektrum bei unaufdringlichem feinen „Abgang“ lässt uns schwach werden und wir kaufen einmal den „guten“ Whiskey und einmal den „schlechten“ Whiskey, der „nur“ vier Jahre gelagert worden ist, aber uns bekannte „Erzeugnisse“ geschmacklich bei weitem überragt….!

Wir werfen noch kurz einen Blick auf die anderen Produkte der Region, verlassen dann aber eher fluchtartig den Laden, um weiteren Schwächen und Belastungen unserer Urlaubskasse vorzubeugen. Die Dänin winkt fröhlich lachend hinterher…!

Im weiteren Verlauf auf unserer Fahrt an die Südspitze stoßen wir noch auf einen Hof, auf dem neben skurrilen auch geschmackvolle „Glasprodukte“ hergestellt und verkauft werden und in guter Tradition kaufen wir eher mehr als weniger Erinnerungsmitbringsel, die uns dann erfahrungsgemäß viele Jahre an das Erlebte erinnern werden.

Es wird nicht besser: Auch an einer Keramikwerkstatt kommen wir nicht vorbei und so endet der Nachmittag finanziell mehr oder weniger desaströs, aber mit einer Vielzahl physisch vorhandener Erinnerungsstücke.

Wie heute üblich, kann man alles auch im Internet bestellen und wer Lust hat, kann sich ja da mal umsehen:

Glaswerkstatt :  http://lillis.dk

Keramikwerkstatt :  http://www.janskeramik.dk

Das Einkaufen hat Spaß gemacht: Weder da noch hier Touristen, dafür trotz des Sonntags freundliche und aufgeschlossene Menschen, die überaus sorgsam das Erworbene einpacken, dass wir es ohne Schäden mit nach Hause nehmen können.

Schließlich erreichen wir Dueodde, ein Strand- und Dünengebiet am Südkap Bornholms. Man erreicht den Strand und das Dünengebiet durch einen ca. einen Kilometer breiten Kieferwaldgürtel und erstmalig treffen wir auf einen ausschließlich touristisch orientierten Bereich, zum Glück trotz mehrerer Reisebusse auch hier nicht wirklich überfüllt. Dafür Eis- und Imbissbuden und Andenkenläden mit mehr oder weniger dem üblichen „Schrott“ solcher Orte, zudem, geschickt wie immer an solchen „Sammelstellen“, ausgerichtet auf das Stillen der Bedürfnisse quengelnder Kinder und den damit einhergehenden Schwächen der Ruhe wünschenden Eltern…!

Laut Reiseführer ist Dueodde das Synonym für Badeferien auf Bornholm.

Ein Holzplankensteg verbindet den Strand mit dem Parkplatz und durchquert die vorgelagerte Dünenlandschaft.

Am Strand angekommen verteilen sich die überschaubaren Menschenmengen vom Parkplatz nunmehr sehr übersichtlich auf den „Mündungsbereich“ des Holzplankensteges, rechts und links ist der riesige Strand nahe zu menschenleer.

Ich habe noch nie in meinem Leben so einen feinen weißen Sandstrand gesehen, der zudem unendlich weit und links und rechts am Horizont verschwindend erscheint. Ein knallblauer Himmel lässt das Wasser türkisfarben erscheinen, das Ambiente vermittelt mindestens Karibikflair, nur das der Strand feiner ist..!

Dueodde Strand…

Wir laufen einige Zeit am Strand entlang und kehren dann zu unserem Auto zurück und setzen die Fahrt in Richtung Nexø fort.

Zwischenzeitlich trübt sich der Himmel das erste Mal seit fünf Tagen etwas ein und entweder lässt der „Lichtwechsel“ oder unsere vielfältigen Eindrücke der letzten Tage den Süden Bornholms einschließlich Nexø eher unspektakulär bis langweilig erscheinen. In Nexø schauen wir uns trotzdem noch den Hafen an, auch hier trotz des Beginns der skandinavischen Ferien noch üppig Platz, gleichwohl würden wir bei einem weiteren Bornholmbesuch vermutlich nicht in Nexø liegen wollen, sondern eher in den schon beschriebenen kleinen Häfen an der Ostküste.

So richtig hält uns hier im Süden nichts mehr und wir machen uns auf den Rückweg, der dann wiederum durch die schon vielfach erwähnte „dänische Landschaft“ mit kleinen Straßen, Feldern, Örtchen und aber auch wieder durch Dänemarks größtes Waldgebiet, welches sich eben auf Bornholm befindet,  führt.

Einmal werden wir noch schwach: Am Wegrand steht ein großes Regal mit „Graniterzeugnissen“ in Form von verschiedenen überarbeiteten Steinen aus Bornholm, die man als Teelichter oder Vase verwenden kann und die durch ihre dauerhafte Schlichtheit begeistern.

In der im Regal festgeschraubten Geldkassette landet unser gesamtes restliches dänisches Geld und auch noch ein sorgsam umgerechneter 20-Euro-Schein, damit wir weitere „physische“ Erinnerungen von Bornholm mitnehmen können. Die Plätze dafür zu Hause habe ich jetzt schon vor Augen…!

Zurück in Rønne angekommen kaufen wir noch ein bisschen für das Abendbrot an Bord ein.

Ich bringe noch den Mietwagen an die zuvor mit dem Vermieter vereinbarte Stelle in einer Seitenstraße und werfe den Schlüssel abgestimmt in den Briefkasten der Autovermietung. Nachtanken wie sonst üblich muss man hier nicht, auf eine Übergabe wird verzichtet und erfreulicherweise ist die Abrechnung auf der Kreditkarte dann genau so gelaufen, wie vereinbart…

Gedanklich beschäftigen wir uns notgedrungen bereits mit den Vorbereitungen für die Rückreise, die uns über Ystadt in Schweden an der Insel Møn vorbei zurück nach Kappeln führen wird.

Für den nächsten Tag ist ein bereits Mitternacht beginnendes, etwa bis Mittag dauerndes ruhiges Wetterfenster vorhergesagt und wir beschließen, sehr früh morgens in Richtung Ystadt aufzubrechen und uns wie auf dieser Reise schon mehrfach eine Gleitfahrtzeit zu gönnen, um rechtzeitig vor beginnenden Wind und Wellen in Ystadt zu sein.

Der Plan geht auf, ca. die Hälfte der Strecke legen wir mit rund 22 Knoten zurück, der Rest in Verdrängerfahrt mit 7,5 Knoten und so sind wir schon gegen 11 in Ystadt und können in dem uns bereits aus 2013 gut in Erinnerung gebliebenen Yachthafen von Ystadt einen schönen einsamen komfortablen längsseits Liegeplatz belegen.

Aufbruch in Rønne zu sehr früher Stunde…

Alles schon frisch erlebt aufgeschrieben schon im Sommer 2016….

Bilder folgen !

 

 

Coming soon…

Nicht mehr lange und die Bootsaison 2017 beginnt :

Am vorvergangenen Wochenende haben wir schon mal die Stimmung am derzeit noch verwaisten Liegeplatz der ELSE „aufgesogen“…

Viel ist noch nicht los, einige Voreilige sind schon im Wasser, aber der Schein des Tages trügt, die Wassertemperatur beträgt kaum mehr als vier Grad und dementsprechend ist es „am Wasser“ noch länger nicht wirklich warm und die schönen Tage vorerst gezählt…

Der Erfahrung folgend werden wir also noch ein bisschen auf das wärmere Wetter warten und ELSE erst Mitte Mai ins Wasser bringen.

So harrt sie noch auf dem Trockenen und ihr neues Verdeck…

schon bereit…

schon drin…

noch nicht fertig…

 

best of… oder „winner and looser“…

Manches braucht etwas länger :

Schon bald nach unserer „Baltic Dream“ – Reise wollte ich für Interessierte und für mich, der auch interessiert ist, „relevante  „Daten“ und Erfahrungen „für das nächste Mal“ aufschreiben;

Es hat ein bisschen gedauert, bis dieser Post nun in vielen Etappen fertig war – und wirklich fertig ist er im Grund genommen nicht -, dafür bürgt die Distanz zum Erlebten für höhere Qualität, nimmt man doch manchmal länger zurück liegende Erfahrungen nicht ausschließlich glorifiziert, sondern auch durchaus realistischer war…

Dafür rückt eine Neuauflage unseres „Baltic Dream“ näher, wohin und wann uns die neue XXL-Reise in 20xx führen wird, steht wie in 2013 nicht genau fest, dafür nehmen Träume und Ideen mehr und mehr Gestalt an…

Es folgen meine Erinnerungen von 2013 bis heute, was in „Baltic Dreams 2013“ an „Equipment“ gut und unverzichtbar und was überflüssig war…:

Nach dem Motto“ less is more“ soll diese Auflistung hilfreich für ähnliche Reisen sein und gemachte Fehler -wenn sie denn überhaupt als solche bezeichnet werden können – bei nächsten „Dream“ vemeiden helfen…

Eigentlich ist alles schnell aufgezählt :

Kosten :

Jeder kann etwas rechnen und so ist es kein Geheimnis, dass unser „Baltic Dream 2013“ Geld gekostet hat :

Für die drei Monate haben wir ungefähr € 15.000 ausgegeben. Das hört sich viel an, ist auch viel, aber im Vergleich zu eine Ostseekreuzfahrt mit etwa gleicher Route ein „Schnäppchen“ : Während wir pro Person und Tag durchschnittlich etwa 83 € ausgegeben haben, kostet eine nur durchschnittliche Ostseekreuzfahrt mit etwa 160 € nahezu das doppelte !

Zugegeben, der Vergleich hinkt, aber dennoch aufschlussreich, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass in „unseren“ Kosten alle „Landausflüge“ (z.T. mit Mietwagen), zahlreiche Mitbringsel aus allen bereisten 10 Ländern, üppigstes Essen und Trinken, unsere „Dieselaktion“, die Reparatur des Autopiloten mit knapp 1000 €, alle Kraftstoffkosten, Liegegebühren und sehr viel anderes mehr, nämlich alles, enthalten ist !

Nur das Personal fehlte, dass mussten wir selber stellen…

Ein weiterer „unsichtbarer“ Posten soll nicht unerwähnt bleiben : Die Kosten für meine „Urlaubsvertretung“ und die durch meine Abwesenheit im Büro entstandene Umsatz- und in der Folge Gewinneinbuße wiegt schwer, besser : schwerer…!

Im nachhinein hat sich herausgestellt, dass die „Kernmannschaft“ meine Abwesenheit auch hätte „händeln“ können, andererseits hat mir meine „Vertretung“ ein sehr gutes, unbezahlbares Gefühl vermittelt und uns die Reise ohne Sorgen erleben lassen…

Da mein Büro meine Abwesenheit unbeschadet überstanden hat und die „Kollateralschäden“ derselben überschaubar und vernachlässigbar waren, soll dieser Punkt hier auch nicht weiter thematisiert werden…

Nur „Verdrängerfahrt“ und auch sonst mehr „Genügsamkeit“ hätten die Kosten um ca. ein Drittel gesenkt, wirklich Verzicht üben mochten wir bei so einem Erlebnis aber nicht wirklich…

Schiff, Technik und Ausrüstung :

Der „Star“ der Reise ist ELSE an sich gewesen : seefest, im Handling beim Anlegen und manövrieren und beim Fahren sowieso hat sie mir uneingeschränkt Freude gemacht. Ihre geringe Durchfahrtshöhe bei minimalem Tiefgang hat uns Reviere erschlossen, die vielen anderen Schiffen verwehrt geblieben wären.

Ihre „wohnliche“ Aufteilung war uns drei Monate ein überaus gemütliches Heim und ihre zwei Kabinen wahren den Bordfrieden beim (angeblichen) Schnarchen oder der einen oder anderen kleinen „Missstimmung“…

Das „Open-Air-Feeling“ des Cockpits, insbesondere bei ganz abgenommenem Verdeck, möchte ich niemals missen, ebenso die Wahl zwischen geruhsamer Verdrängerfahrt aber auch brachialer Gleitfahrt mit „Fliegen über`s Wasser“ !

Unnachahmlich, wenn sich 6 Tonnen „Reisegewicht“ beim Gas geben gefühlt fast ganz aus dem Wasser heben und „leichtfüßig“ über das Wasser schweben um sich zum Ende des „Events“  mit einem „Riesenschwall“ beim langsamen Gas wegnehmen langsam wieder „vollständig“ ins Wasser zurückbegeben…!

Auf Platz 2 folgen ELSE`s Motoren, die die ganze Reise über geschurrt haben wie eine Katze, keinen feststellbaren Öl- und einen wirklich sparsamen Dieselverbrauch hatten :

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ELSE´s VOLVO PENTA D3 Motoren.. (im Vordergrund die Dieselfilter mit Wasserabscheider)

Insgesamt haben wir in 260 reinen Motorbetriebsstunden 1757 Seemeilen (  3253 Km) zurückgelegt, davon geschätzt ca. 20 % in Gleitfahrt. Dabei haben wir 3070 Liter Diesel verbraucht, was einem Durchschnittsverbrauch von ca. 1,75 Liter pro Seemeile entspricht.

Was für ein Auto viel ist, ist für ein Schiff, namentlich für einen Gleiter mit Doppelmotorisierung, eher als sehr sparsam zu bezeichnen ist…

Jederzeit sind die beiden Volvos sofort angesprungen und immer, auch nach tagelanger Verdrängerfahrt mit nur wenig mehr als 1000 U/min immer „rund“ gelaufen.

Die „Wasseraktion“, die die Kraftstoffleitungen- und -Pumpen beider Motoren vollständig mit Wasser anstatt Brennstoff geflutet haben, haben beide Motoren und ihre Einspritzpumpen bis heute schadlos überstanden, was kaum jemand der beteiligten „Fachleute“ geglaubt hätte..!

Unverzichtbar auf Platz 3 sind die tollen Dieselfilter mit Wasserabscheider und Alarmmeldung „Wasser im Kraftstoff“ : Nie hatten wir Probleme mit der Kraftstoffversorgung und „normale“ Mengen an Wasser im Kraftstoff haben sie rechtzeitig angezeigt und ebenso einfach war das Wasser aus der Filtertasse abgelassen. Nur mit reinem Wasser waren sie halt ein bisschen überfordert…

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Die Dieselfilter mit Wasserabscheider- und -Sensor…

Nur einmal haben wir -vorsorglich- die Kraftstofffilter gewechselt, einmal -auch vorsorglich die Seewasserfilter der Kühlung gereinigt.

Alle vorsorglich mitgenommenen Ersatzteile, angefangen über die Impeller der Seewasserpumpen bis hin zu den Gummibälgen der Antriebe -Ersatzteile im Wert von über 1000 €- wurden nicht benötigt und werden jetzt so nach und nach wartungsabhängig verbraucht…!

Der Autopilot „Bosman“…

war/ist mehr oder weniger unentbehrlich : Unbeirrt von Wind und Welle hat er Else wie auf Schienen schnurgerade auf Kurs gehalten und zum Ziel geführt. Auf diese Weise spart er nicht nur Kraftstoff, sondern auch Nerven : Zehn oder mehr Stunden, zum Teil ohne Landsicht „händisch“ zu fahren machen nicht wirklich Spaß…

Umso mehr liebt man das stille Wirken des Autopiloten, wenn man bei strahlendem Wetter ohne irgend welche „Eingriffe“ bei „leerer“ See stundenlang „chillen“ und dem Lauf der Fahrt zusehen kann. Allerdings muss man sich vorher einigen, wer wach bleibt…

Auch beim langsamen Suchen nach einem Liegeplatz oder bei der Anfahrt dahin macht Bosman Spaß, kann man sich doch ohne weiteres Zutun, ein Motor eingekuppelt und auf kleinster Vorwärtsfahrt, auf die „Ausschau“ konzentrieren, ohne einen Zickzackkurs zu fahren…

So hatte es auch ziemlich hohe Priorität, Bosman`s Antrieb nach dessen Defekt während der Überfahrt von Finnland nach Schweden sofort zu erneuern, was erfreulicherweise auch bei nächster Gelegenheit sofort möglich war.

Richtig hilfreich war das Samsung-Tablet mit der Navionics-App : als Ergänzung zum Plotter und zur „Plausiblitätskontrolle“ der Position war das Tablet gerade in den schwedischen und finnischen Schären nahezu unverzichtbar, zumal es die bessere Darstellungsqualität als der Raymarine C 70 – Plotter hat. Zudem war es meistens fixer im Bildaufbau, nur die Akkuleistung -die an sich mehr als zufriedenstellend ist- hätte besser sein können.

Unverzichtbar war das Tablet auch zum surfen und mailen und als Wlan-Hotspot. Auch wenn der neue Raymarine E 90 Plotter mindestens die gleiche gute Darstellungsqualität wie das Tablet hat und sehr viel schneller als der alte Plotter ist : Ein Tablet als „Backup“ und als „nice to have“ wird immer wieder dabei sein…!

Bei einer neuen Reise werde ich versuchen, es als zweiten Bildschirm des neuen Raymarine E 90 – Plotters zu konfigurieren, damit das Radarbild der besseren Übersicht halber separat dargestellt wird. Ob das geht, weiß ich noch nicht…

Als nächstes fällt mir schon die gute Petra-Electric ein : unermüdlich hat sie uns 90 Tage störungsfrei mit Unmengen feinsten Kaffees versorgt, obwohl sie schon zu Reisebeginn nicht mehr die jüngste war…Bei kalten Wetter oder auch nur so hat sie uns über ihren Heisswasserauslauf mit Teewasser versorgt und unserem Wasserkocher auf diese Weise fast die Show gestohlen..

Nach dem Saisonende steht sie jetzt wieder bei mir im Badezimmer, um mich morgens ohne viele Umschweife gleich zum Leben zu erwecken. Jedes Jahr zu Saisonbeginn zieht sie wieder auf der Else ein..!

Über der Kaffeemaschine die serienmäßige Mikrowelle, die uns mit einem Mikrowellenrömertopf und dem ebenfalls „serienmäßigen“ Mikrowellenkochbuch manche kulinarische Freude bereitet hat…

Nie im Leben wären wir darauf  gekommen, eine Mikrowelle mit an Bord zu nehmen, was damit geht wussten wir vorher nicht, nun möchten wir sie nicht mehr missen und sei es nur zum Aufwärmen des Körnerkissens für den steifen Nacken…!

Neben der Kaffeemaschine unser 0,5 Liter Wasserkocher aus dem Babybedarf : platzsparend und schnell macht er ausreichend kochendes Wasser für Heißgetränke, nicht zu viel und nicht zu wenig und auf diese Weise hat er seinen festen Platz an Bord..

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Klein aber fein :

Die mit zwei Mignonzellen betriebene elektrische Zahnbürste Braun Oral B sorgt auch am Ankerplatz für strahlend weiße Zähne und hält auch drei Monate durch ! Auf diese Weise hat sie ganzjährig ihren festen Platz an Bord erworben…

20150928_152814 (1024x576)Ohne ihn mag man nicht sein : Der Origo-Spirituskocher !

 

Der Origo C 200 hat die uns von unserem alten Herd auf der HYDRA bekannten  1 Liter Spiritustanks, mit denen man viele Male ohne nachzufüllen kochen kann. Im Vergleich zu den 150 ml Tanks des werkseitig eingebauten KENYO-Kochers hat der Origo ein  wahres Höllenfeuer und das Nachfüllen  erfolgt einfach direkt aus der Flasche in den einfach zu entnehmenden Tank, ohne das bisher notwendige Hantieren mit einer kleinen Einfüllflasche und rußigen Fingern…Im Gegensatz zu Gasflaschen und deren unterschiedlichen Anschlüssen gibt es Spritus überall und die Heizleistung lässt auch einen großen Topf Nudelwasser schnell kochen ! Feinfühlig regelbar ist er auch, nur der Ruß am Topf- oder Pfannenboden nervt ein bisschen..!

Das Kochen mit Spiritus geht so gut, dass ich bis zum heutigen Tage die elektrischen Heizelemente noch nicht angeschlossen habe…!

Der Omni – Backofen für den Herd …

…ist erst in Helsinki an Bord gekommen. Seitdem hat er uns mit selbst gebackenem Brot, diversen leckeren Aufläufen und aufgebackenen Brötchen versorgt. Das macht er schnell und unproblematisch auf der Herdflamme, für gute Ergebnisse benötigt man aber das dazugehörige Kochbuch…

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Der Gastlandsflaggenhalter…

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scheint ein eher unwichtiges Utensil zu sein und ist erst in Riga an Bord gekommen : zuvor hatten wir die Gastlandsflaggen lieblos und entgegen sämtlicher seemännischen Gepflogenheiten in Ermangelung geeigneter „korrekter“ Befestigungsmöglichkeiten einfach an die Reling gehängt : alle erhältlichen Flaggenhalter waren schlicht Schrott, der aus Riga top aufgrund seine Ganzmetallausführung.

Das wichtigste daran : beim Anlegen signalisiert die Gastlandsflagge an diesem Halter exakt Windrichtung- und stärke und erleichtert auf diese Weise das Anlegen ungemein ! Aus diesem Grunde ist der Flaggenhalter nun ständig montiert, wenngleich derzeit nur ein schnöder VOLVO-Wimpel die Windrichtung anzeigt…

Verzichten mag ich darauf nicht mehr…!

Auch im Bild : Ein anderer sehr geschätzter Ausrüstungsgegenstand : Die Relingswäschekklammern, in der verwendeten Ausführung nicht ganz billig, dafür aber sturmfest, dauerhaft UV-beständig und einfach in der Handhabung : alles andere aus dem Bootszubehörbedarf war nicht nur kurzlebig, sondern schlicht Schrott…

So beliebt, dass sie auch schon mal ungefragt neue Besitzer gefunden haben…

Schon mein mir nicht bekannter Urgroßvater mütterlicherseits soll das Wort geprägt haben „Wir sind zu arm, um uns was billiges leisten zu können..!“…

Weather Infobox WIB3 mit der Weather-Viewer-Software:

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Ein echter Looser ist die Kombination Weather Infobox WIB3 mit der Weather-Viewer-Software:

Grundsätzlich ist dieses Duo vielversprechend und erscheint praxistauglich im „wirklichen Leben“ letztlich untauglich.

Die „Weather Infobox“ an sich funktioniert eigentlich recht gut: Das unscheinbare Kästchen empfängt auf den Frequenzen 518/430 kHz und 147,3 khZ Seewetterberichte und nautische Informationen. 

Mit der dazugehörigen einfach zu bedienenden Software werden die Texte dekodiert und Klartext dargestellt. 

Ferner enthält die WIB3 noch einen Barografen, auch dieser funktioniert einwandfrei, die registrierten Werte und somit auch Wettertrends können dann ebenfalls auf dem Laptop oder am PC visualisiert werden.

Die erste Schwäche der WIB3 besteht darin, dass die Langwellenfrequenz 147 khz letztlich bloß einen Sendradius hat, der vom Standort des Senders in Hamburg gerade mal so bis Südschweden reicht.

Danach lassen sich die Daten nicht oder nur unvollständig empfangen und dementsprechend auch nicht mehr von der Software dekodieren. 

Die für die „intelligente“ Nutzung der empfangenen Wetterdaten vorgesehene Software Weather Infoviewer ist von der Idee her gut: Die mit der WIB3 empfangenen Wetterdaten werden von dieser Software ebenfalls dekodiert und in eine Karte übertragen. 

Die Wettersendungen enthalten ja auch Vorhersagedaten und so kann die Software dann den erwarteten Verlauf des Wetters als „Film“ in der Karte darstellen. 

Von besonderem Interesse für uns waren natürlich insbesondere Wellenhöhe und –richtung sowie Windstärke und –richtung. 

In die Karte kann man dann noch seine Route eintragen und so kann man der Karte und der als „Film“ generierten Vorhersage genau entnehmen, aus welcher Richtung Wind und Welle mit welcher Stärke auf uns einwirken werden. 

So der Plan: Die Software ist widerspenstig, hängt sich (auf verschiedenen Rechner!) auf, schreit nach erneuter Registrierung, nimmt diese nicht an, und macht insgesamt nur ganz selten das, was sie zumindest manchmal kann. 

Weitere nervende Einzelheiten habe ich verdrängt, vor der Reise und am Messestand ging alles toll, während der Reise hat uns dieses Duo nur die Zeit gestohlen und Nerven gekostet.

Der Support vermittelt das, was ein Support nicht selten gerne tut: Entweder ist der „User“ zu doof, der verwendete Rechner nicht geeignet oder man hätte falsche Zugangsdaten eingegeben“… 

Ersteres will ich noch nicht mal bestreiten, gänzlich ungeschickt in der Anwendung zickender Softwaren bin ich allerdings auch nicht und was nützt die beste Software, wenn sie bei Erfordernis an Bord nicht schnell und intuitiv bedienbar ist und funktioniert…! 

Die WIB gibt es in verschiedenen Varianten mit anderen Empfangsbereichen; da die Visualisierung wiederum von der „Weather Infoviewer“.Software abhängt, und ähnlicher Ärger zu erwarten ist, habe ich mich mit dieser Variante nicht weiter beschäftigt. 

Die „Weather-Infoviewer“-Software kann über einen Meteo-Server auch per Internet Wetterdaten empfangen, dann wiederum ist der Charme der WIB in Kombination mit der Software ohne Internetverbindung aktuelle Wetterdaten zu haben ohne hin ad surdum  geführt, da finde ich auch den Hinweis auf die nur kleinen Datenpakete und geringe Kosten überflüssig. Das kann man schon eher so interpretieren, dass ein Satellitentelefon mit Prepaidkarte die funktionalere und letztlich fast kostengünstigere Lösung ist, um außerhalb der Verfügbarkeit von Internet an aktuelle Wetterdaten zu gelangen. 

Ich werde die Lösung „WIB/Software“ auf keinen Fall weiterverfolgen und mich der Verwendung von GRIB-Files in unserer neu in 2016 an Bord gekommenen Raymarine Voyage Planner Software zuwenden.

WIB und Co. hat sich so gesehen als echter „Looser“ herausgestellt und müssen zukünftig zu Hause bleiben.

Lebensmittelbevorratung an Bord :

Meine Eichhörnchenmentalität und meine Faulheit hatten sich mal wieder bewährt: 

Nach den Hochrechnungen, wieviel „Grundnahrungsmittel“ wir in Form von Kaffee, haltbarer Schlagsahne, Kondensmilch, Konserven und Getränke benötigen, hatte „Baltic Dream“ mit Else`s vollem Bauch begonnen und kein einziges Mal mussten wir unsere zwar ausgiebig verfügbare aber dennoch wertvolle Zeit mit „gewöhnlichen“ Einkäufen vergeuden. 

Kein einziges Mal mussten wir Klopapier nachkaufen, weder Spiritus noch Kaffee, selbst am Ende der Reise war noch genug da. 

Die Auswahl der „Grundausstattung“ war so, dass man auch ohne Einkäufe viele Tage recht angenehm hätte essen und trinken können, die Vervollständigung unserer Grundausstattung mit den regional erhältlichen Produkten hat sich überaus bewährt und wird Standard auf zukünftigen Reisen sein. 

Auch in 2014 und 2015 haben wir das eine oder andere Mal noch Lebensmittel verbraucht, die bereits einmal fast die ganze Ostsee umrundet haben, mit dem entsprechenden Wissen meines „Smutje“ ist auch kreativ zubereitetes Corned Beaf oder eingedoste Fischfilets ein kulinarisches Erlebnis…! 

Auf zukünftigen Reisen werden getrocknete Lebensmittel mit dabei sein, hierzu später mehr. 

Das Bordfahrrad:

Früher hieß es „ohne Gangschaltung“, heute „Single Speed“…! 

Egal, das Dahon Board Walk ist die Metall gewordene Schlichtheit und bewährt sich seit 2009 auf Else als Bordfahrrad, so auch bei „Baltic Dream“! 

Wartungsfrei funktioniert es seit Anfang an und aufgrund der offensichtlich sehr sinnig gewählten Übersetzung vermisst man eine Gangschaltung nicht wirklich. Im Laufe der Jahre hat das Salzwasser ein wenig an ihm genagt und zwischenzeitlich ist aufgrund der ausgiebigen Nutzung mal ein Reifenwechsel erforderlich geworden. 

In vielen Häfen habe ich es zum Brötchen holen, Einkaufen und Erkunden der näheren Umgebung verwendet und obwohl ich auf diesem Faltrad aussehe wie der legendäre Affe auf dem Schleifstein kann man auch problemlos längere Strecken auf ihm zurücklegen ohne hinterher zum Orthopäden zu müssen. 

Nach der Benutzung ist es schnell „gefaltet“ und aufgrund seines moderaten Gewichtes ohne großen Umstand unter der Sitzbank verstaut. 

Wir haben zwei „Board Walks“: Mitfahren tut leider immer nur eins, weil Ulis Knie Fahrradfahren nicht wirklich mögen…!

Das namenlose Beiboot von Arimar mit den Aussenborder Honda BF 2…

hier in einem Fjord unweit von Marstrand, Westschweden 2010, mit den damals noch ziemlich kleinen Kristian und Felix beim Landgang auf einer unbewohnten Schäre, ganz im Hintergrund die ankernde Else…

Diese Kombination ist irgendwie unschlagbar : das Beiboot und der Motor hält seit etwa 2002 ohne Wartung allen Belastungen stand : Das Boot liegt meist gefaltet im Motorraum und ist bei Bedarf in etwa 10 Minuten fahrbereit aufgeblasen und hat  bisher trotz des Alters und felsiger und manchmal scharfkantiger Anlandung nie die Puste verloren..!

Der Aussenborder BF 2 von Honda, den es auch heute noch fast unverändert gibt ist, auch nach manchmal mehrjähriger Nichtnutzung jederzeit sofort angesprungen, hat bis heute erste einen Öl- und Getriebeölwechsel in 2015 erhalten, ansonsten kennt er dank Luftkühlung und fehlendem Rückwärtsgang – er wird bei Bedarf in der Halterung einfach umgedreht – keine Pflege und Wartung.

Er kann mit vollem Tank liegend  gelagert werden ohne Benzingerüche zu verströmen und ist mit 12 kg ein echtes Leichtgewicht und deswegen schnell unter der Sitzbank herausgeholt und montiert. Mit einem  5-Liter Reservekanister kann man schon ganz gut die weitere Umgebung erkunden.

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Der Motor :

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Das Iridium-Sattelitentelefon :

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Das Iridium GO+-Satellitentelefon hat uns außerhalb der GSM-Mobilfunknetzabdeckung jederzeit telefonieren und surfen im Internet ermöglicht. Wie bei einem Wlan-Hotspot kann sich jeder PC und jedes Smartphone mit ihm verbinden.

Mit knapp 600 € nicht der teuerste Ausrüstungsgegenstand an Bord, dafür sind die „Verbrauchskosten“ mit ca. 500 € für eine 200 Minuten „Airtime“-Prepaidkarte der erforderlichen technischen Infrastruktur sicherlich angemessen, aber schlicht krass…

Darum haben wir in Wirklichkeit auch gar kein Satellitentelefon an Bord, zumal man es im gesamten Ostseerau praktisch nicht benötigt, da zumindest die küstennahe GSM-Abdeckung recht gut ist…

Wie heißt es aber so schön : „Das Kind im Mann ist das einzige Organ was nicht altert“ und, „funkgeil“ seit über 50 Jahren hätte ich es schon ganz gerne…

Aber manchmal siegt halt die Vernunft….

Sichere Kommunikation auf der gesamten Ostsee hatten wir hingegen immer mit unserem UKW-Funkgerät Raymarine RAY 240, welches uns überall den Kontakt zu anderen Schiffen ermöglicht hat und beim obligatorischen Anmelden beim Anlaufen der Häfen der östlichen Ostsee unverzichtbar war, zumal man das eine oder andere Mal mit Hinweisen auf Liegeplätzen oder sonstigen „Revierinformationen“ versorgt wurde. Trotz unserer geringen Antennenhöhe können wir uns regelmäßig bis zu über 50 km Entfernung verständigen.

Das 100 – Watt Solarpanel…

…hat uns bei fehlendem oder nicht gleich verfügbarem Landstrom und am Ankerplatz zusammen mit seinem MPP-Solarregler durchgängig mit ausreichend Strom und in der Folge mit kühlen Getränken, Licht und weiteren Annehmlichkeiten versorgt und ist eine angenehme gefühlte und tatsächliche Freiheit in der kleinen Welt der Else…

Seit 2012 trotzt es Regen, Sturm und überkommenden Wellen und Salzwasser, hoffentlich noch lange…!

Es gäbe noch vieles aufzuzählen, was gut und was nicht so gut ging – zum Glück ging fast alles gut – und erfreulicherweise fallen mir kaum mehr „Optimierungsmöglichkeiten“ ein, was ich als sehr gute Ausgangsposition für zukünftige XXL-Reisen empfinde…

Neue Reisevorbereitungen werde sich sicher vielmehr mögliche Zielen und Routen zum Inhalt haben, weniger das „Equipment“, das steht quasi fest…

„Nach der Reise ist vor der Reise..“

Man grüßt sich wieder…

Der Wind heult bedrohlich in den Wanten der Segelschiffe. Einem außer Kontrolle geratenen Glockenspiel gleich schlagen Seile an die Masten der Segelschiffe.

Die aufgepeitschten Windwellen der Schlei hämmern auf den Bug der Else. Mit lautem Knarzen rucken die Tampen periodisch hart ein und zerren an den Klampen.

Schnellziehende Wolken wetteifern um den schönsten Grauton.

Im Inneren der Else ist es mollig warm und gemütlich, der Kontrast zwischen dem tosenden Äußeren und dem warmen Inneren ist wohlgefühlig.

Ich kann mich nicht recht entscheiden, ob ich mich meinen vielfältigen Gedanken zum Bootssaisonende nachhängen oder der mitgebrachten vielen Arbeit widmen soll.

Am Montagmorgen werden Elses Motoren noch im Wasser gewartet, gegen Mittag geht es dann an den Kran und ans Land. Wie schon viele Male zuvor war es das dann wieder mal für dieses Jahr…

Dieses Mal werde ich die kleine geschlossene Welt der Else besonders vermissen, die Welt außerhalb der Else lässt derzeit kaum mehr Spielraum für „Slowdown“…!

Auch die Welt unweit der Else ist recht kontrastreich:

Kappeln im Sommer macht nicht wirklich Spaß:

Touristische Menschenmassen verhindern normale Fortbewegungsabläufe, genervte Mütter mit gefühlten Heerscharen von Kleinkindern und gelangweilten pupertierenden Halbwüchsigen, dazugehörige, etliche Meter vorangehende nicht minder genervte Ehemänner oder sonstige Partner trauern augenscheinlich „kinderlosen“ Zeiten nach oder zumindest ungestörter Arbeit…

Rentner, gerne in Kleingruppen, der weibliche Teil nicht selten aufgetakelt wie eine Brigantine, versperren Sicht und Weg und lassen an Dingen teilhaben, an denen man gar nicht teilhaben möchte…

Die mehr oder weniger possierlichen Läden der zurückgebliebenen Kleinstadt mit dem 70er Jahre Charme sind aufgrund der Menschenmassen nicht mehr begehbar…

Mit Herbstbeginn, nur wenige Wochen nach der „Hochzeit“ des touristischen Treibens ist alles anders:

Kappeln ist leergefegt !

Kurz vor Ladenschluss gleichen die Straßenzüge einer Filmkulisse, die darauf wartet, dass die Statisten auf Anweisung schnell ihrem Platz einnehmen.

Die hektische, eher wortlose und manchmal abweisende Betriebsamkeit des Sommers ist dem alle Ruhe der Welt vermittelnden „Moin“ gewichen, die unnachahmliche Grußformel, die in Norddeutschland zu jeder Tages- und Nachtzeit Anwendung finden darf.

Man grüßt sich wieder !

Etwas längeres Verweilen und Gesichtsmimik mit Gesprächsbereitschaft führt fast zwangsläufig zum „Plausch“… Wer das nicht mag, muss weggucken!

Tut aber kaum jemand..!

Ein Stück weit bin  ich über die Jahre „Kappeler“ geworden und nicht nur die Else wird mir im nächsten halben Jahr fehlen, sondern auch Kappeln mit seinem „Wolkenkuckucksheim“-Flair außerhalb der Saison…!

 

 

 

 

 

 

Senioren auf See…

Damit meine ich nicht mich, der das Glück hatte, wieder mal ein verlängertes Wochenende bei schönstem Sonnen- und Badewetter auf der ELSE in Kappeln zu verbringen zu können, auch nicht das mich derzeit auf einigen Nachbarbooten umgebende „Krampfadergeschwader“, zu dem ich zwar langsam aber sicher aufschließe, sondern wirklich bemerkenswerte, über 100 Jahre alte schwimmende echte maritime „Senioren“:

Bei meiner nächtlichen Ankunft am vorvergangenen Donnerstagabend fiel mir am Liegeplatz hinter der Brücke in Kappeln dieFreya auf: Die Freya ist ein über 100 Jahre alter Raddampfer, der eine historische „Vintage-Anmut“ ausstrahlt und verzaubert.

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Irgendwann in den 1990er Jahren waren Sabine und ich zu einer Fahrt mit der Freya auf der Kieler Förde eingeladen, die zumindest mich schwer beeindruckt hatte:

Die Freya wird nach wie vor tatsächlich über ihre Seitenschaufelräder und eine Dampfmaschine angetrieben. Der Maschine konnte man bei der Arbeit durch einen „Glastisch“ im Salon der Freya zuschauen: Im „Bauch“ des Schiffes sieht man die Dampfmaschine, deren Schubstangen und den Maschinist und Heizer, der vor den Augen des auf ihn herabschauenden Publikums nicht nur heizt, sondern auch ölt, nämlich gleich zweimal: Einmal die Maschine und er selbst auch…!

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Obwohl die Fahrt mit der Freya so lange zurück liegt, kann ich mich noch sehr gut daran erinnern und habe mich beim gestrigen Anblick der Freya gefreut, sie wieder zu sehen.

Heute konnte ich dann die Freya in Fahrt bewundern, nämlich als sie schleiaufwärts am Liegeplatz der ELSE vorbeifuhr. Die nachstehenden Fotos entstanden auf der Rückfahrt der Freya und am Samstag in Kappeln und am Sonntag auf der Schlei.

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Ein Blick auf die Internetseite zeigt, dass man mit der Freya nicht nur hier und da mitfahren kann, sondern auch dass sie eine beachtliche Geschichte hat und eben diese strahlt sie unverblümt aus!

Ethel von Brixham hingegen konnte ich nicht wirklich sehen, dafür auf dem AIS und im Funk: Ethel von Brixham ist noch älter als die Freya, was sie nicht davor bewahrt hat, heute von Bremen Rescue angefunkt zu werden und gebeten wurde, Ausschau nach einem Havaristen in ihrer Nähe zu halten.

Dieser hatte einen DSC-Notruf abgesetzt, war aber über Funk nicht erreichbar. Der Notruf stellte sich als Fehlbedienung des Funkgerätes des vermeintlichen Havaristen heraus.

Neugierig, wer sich hinter so einem klangvollen Namen verbirgt, habe ich dann Ethel von Brixham gegoogelt und bin auf ein noch erstaunlicheres Schiff als die Freya gestoßen, nämlich einen  über 125 Jahre alten Gaffelschoner.

Ein Blick auf Ethel von Brixhams Internetseite regt zum Träumen und zum Mitfahren an…!

Bei dem Gedanken, was diese Schiffe gesehen und erlebt haben, was auf ihnen stattgefunden hat, wie auf ihnen gefühlt, gelebt und sicher auch gelitten und geliebt wurde, erstarre ich in Ehrfurcht und auch Respekt vor den Werken, die vor über 100 Jahren geschaffen worden sind und nicht nur im Museum stehen oder Bücher- und Internetseiten füllen, sondern auch noch „am Leben“ sind und daran teilnehmen…!

Schon beim ersten Blick auf das „Rumpflayout“ dieser Schiffe fällt auf, dass anno dazumal nicht Ressourcenverbrauch und Kraft im Überfluss Pate gestanden hat, sondern einfach schlichtes Können…!

Bleibt zu hoffen, dass diesen Unikaten noch eine weitere lange Zukunft bevorsteht und sie noch lange von den Fähigkeiten ihrer Schöpfer und Erbauer zeugen können und ein bisschen zum Nachdenken über den vielleicht wirklich besseren Teil der „guten alten Zeit“ anregen…!

Noch ein Senior, vergleichsweise jung…

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nächtliche Segelschiffimpression im Kappeler Stadthafen :

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Nacht- und „Fahrbilder“ von Matthias…