Nouvelle Cuisine…

…ist ein Dampfgarer nicht wirklich, vielmehr reicht die Geburtsstunde heutiger elektrifizierter und digitalisierter Geräte bis in die Zeit des guten alten „Dampfkochtopfes“ zurück.

Warum hier im Else-Blog eine „Abhandlung“ über Dampfgarer?

Anlässlich meines ersten und letzten Besuches bei Alena während ihrer Ausbildung in Braunschweig habe ich beim gemeinsamen „Frauenshoppen“ einen herabgesetzten kompakten, schlüssig und stimmig wirkenden Dampfgarer von WMF erspäht und im Hinblick auch auf eine „maritime Nutzung“ fand dann das gute Stück den Weg in meine Einkaufstasche und zunächst nach Hause, dann an Bord der Else:

Traditionell war Uli allem aus ihrer Sicht zunächst Überflüssigen und Neuen wenig aufgeschlossen und bemerkte zu Recht, dass das „Gargut“ im Dampf ja wenig gewürzt werden könne, was sich bei einem erstem Versuch „an Land“ letztlich auch bestätigt hat.

Irgendwie mochte ich die Idee des gesunden, schnellen und unkomplizierten gleichzeitigen Zubereitens mehrerer Gemüse und anderer Speisen nicht sofort aufgeben und habe dann den Dampfgarer vorvergangene Woche zusammen mit meiner Schwester an Bord genommen.

der Dampfgarer…!

Entweder ist meine Schwester zumindest an dieser Stelle aufgeschlossener oder hat einfach „aufgegeben“ angesichts meines dominanten Vorschlages „wir machen dann an Bord mal etwas mit dem Dampfgarer…!“.

Gesagt getan, Jutta hat ihres Jahresernte an Bohnen, ich meine Jahresernte an Kartoffeln mit an Bord genommen – beides fiel dieses Jahr sehr spärlich aus – und in der Folge haben wir mit Rindfleisch aus der Dose, zuvor angebratenen Spitzpaprika und Zwiebeln und eben den im Dämpfer gegarten Kartoffeln und Bohnen ein wirklich gut schmeckendes Essen mit sehr aromatischen Bohnen und Kartoffeln hergestellt!

…das Essen…!

Ulis frühem Einwand folgend, haben wir das Gargut im Dämpfer mit Erfolg eher üppig gesalzen und mussten uns dann auch noch etwas an die Garzeiten „herantasten“.

Jutta ist nun so vom Dämpfer begeistert, dass sie auch einen möchte…!

Dabei ist aufgefallen, dass der „Spontankauf“ ein sehr guter war: Der WMF-Dämpfer ist der einzige mir bekannte, in dem man in den einzelnen  Etagen tatsächlich unterschiedlich lange dämpfen kann, weil aus der „Dampfschale“ über ein „Dampfrohr“, der Dampf je nach Erfordernis  separat in die einzelnen „Garetagen“ zugeführt wird.

In der Buchhandlung Gosch in Kappeln gab es dann auch gleich das passende Buch zum Gerät… 🙂 :

Glück gehabt!

Jedenfalls wird der Dämpfer nun an Bord bleiben und sich dort durch unkomplizierte, gesunde und platzsparende Essenszubereitung auszeichnen und wohl noch ganz auf der Ostsee und anderswo rumkommen…

Mit dabei sein werden auch zukünftig meine zwei Kresse-Keimschalen; unter maritimen Licht und Luft sorgen sie schnellwachsend nahezu durchgängig für frischen Vitaminnachschub und wirken so effektiv gegen Skorbut… 😊

Die anderen, links abgebildeten Keimschalen haben sich trotz gute Pflege und Zureden als unwillig erwiesen und haben fast zwei Wochen gebraucht, um etwas ansehnliches zu produzieren; das war`s dann aber auch : der von ihnen ausgehende Kuhstallgeruch hat mich die Schale schnell entsorgen lassen…

Neue alte Erkenntnis dieser Tage :

Für diese Bootssaison ist die Gleitfahrt vorbei : vier Wochen Standzeit im überdüngten Wasser der Schlei ohne Fahren nach unserer Reise waren ausreichend zur Ansiedlung zahlreicher Mitbewohner auf den Propellern und den Antrieben der Else…!

Damit ist wie schon so oft der Wasserwiderstand der Else so groß, dass sie nur noch in Verdrängerfahrt mit maximal etwa acht Knoten fahren kann…

Potente Tierchen und Pflanzen, die sich trotz des angeblich wirksamsten und jedes Jahr erneuerten Antifouling-Anstrichs alle Jahre wieder früher oder später aufs Neue dort häuslich niederlassen und 380 PS auf Lärm und Schaum reduzieren !

der besiedelte Steuerbordantrieb….

 

Route 2020

Fast tausend Kilometer Ostsee liegen im Kielwasser hinter uns:

Die genaue Route einschließlich unserer mehrfachen Anfahrt nach Greifswald und dem Ankerplatz in der Dänischen Wiek, einem „Wurmfortsatz“ des Greifswalder Bodden, kann man durch Zoomen in die Karte gut nachvollziehen.

 

Wenngleich der „große Traum“ nach „weiter reisen“ dieses Jahr coronabedingt „gestutzt“ werden musste, war es doch eine schöne Reise, die durch die wechselnden „Besatzungen“ ihre Besonderheit für mich hatte.

Ich bin dankbar dafür, dass sie trotz Corona überhaupt so unkompliziert stattfinden konnte !

Dänemark war allerdings nicht ohne „Voranmeldung“ zu betreten : Die dänische Regierung hatte verfügt, dass jeder der dänische Häfen anlaufen will, eine bestätigte „Reservierung“ für sechs Nächte haben muss..!

Im wirklichen Leben hat sich das unkompliziert gestaltet : Man musste ein „Reservierungsformular“ des „Foreningen Af Lystbådehavne I Danmark“ ausdrucken, ausfüllen und an den „havenguide dk“ hochladen und flugs erhält man eine automatisierte Antwort, dass „alles gut“ und die „Reservierung“ bestätigt ist… 😊…!

Der „havneguide.dk“ und einige andere „Institutionen“ sind von der dänischen Regierung, mutmaßlich von Königin Margrethe II persönlich autorisiert, diese hoheitliche Aufgabe wahrzunehmen, ähnlich ob man in Deutschland die Schützenvereine zur „Bürgerwehr“ autorisieren würde…

Das Procedere ist auch etwas possierlich : Im „Reservierungsformular“ steht auch ausdrücklich, dass „die Destinationen nicht so fest reserviert sind, dass sie nicht durch Wetter-, Wind- und Platzverhältnissen wegen der Sicherheit geändert werden können…!“

Ok, man will wissen wer ins Land kommt und wo man den im Coronafall erreicht und das ist gut so…!

die „Formulare“ zur Einreise nach Dänemark…!

Bezüglich des Reisen in Dänemark so gesehen ein willkommener „Freibrief“ von denjenigen, die ein primäres Interesse an der Aufrechterhaltung des Tourismus haben.

Mit Ausnahme des so genannten Achterwassers hinter Usedom, des Stettiner Haffs und Swinemünde war die gesamte Route fast Routine, sind wir sie doch mittlerweile mehrere Male gefahren und von daher stellte sich weniger Fernweh, dafür mehr „Zuhause“ ein.

Wie auch schon in 2013 haben wir uns ausgiebig Zeit für alle Häfen gelassen, überwiegend planmäßig, aber auch wetterbedingt, wobei sich die Wettervorhersage während der gesamten Reise mit nahezu stündlicher Genauigkeit ausgezeichnet hat.

Hierbei hat sich „Windy“ durch nahezu exakte Vorhersage von Windrichtung, Wellenhöhe und -Richtung und der Änderung derselben, besonders ausgezeichnet. Mit Windy kann man für jeden Punkt der Reise und jeden Zeitpunkt der Reise die Wetterdaten abrufen, warum das bei Windy kostenfrei ist, bei Wetteronline und anderen Portalen mit schlechterer Visualisierung und Genauigkeit Geld kostet, vermag ich nicht zu sagen, aber auch nicht zu beklagen…!

Auch in Stubbekøbing in Dänemark sind wir dieses Mal wieder planmäßig, entsprechend der Wettervorhersage, „eingeweht“ und zu dem ebenfalls wetterbedingten längeren Aufenthalt in Stubbekøbing 2016 sind wieder fünf Tage dazugekommen und ich überlege, ob ich aus diesem Grunde die Ehrenbürgerschaft oder noch einen zu erfindenden Ehrenpreis für „besonders langes tapferes Aushalten an einem eher unspektakulären Ort“ beantrage.

Nicht dass es uns in Stubbekøbing nicht gefallen hätte und wir uns gelangweilt hätte, aber in der Summe der Aufenthalte ca. 14 Tage in einer mehr durch Weg- als durch Zuzug und „Leerstand“ gekennzeichneten Kleinstadt auszuharren, ist schon erwähnenswert…!

Ein kleiner Nachtrag zum letzten „Technik-Post“ :

Else`s neue separate „Spiralcell“ -Batterie für das Bugstrahlruder…!

die neue „Spiralcell“-Batterie für das Bugstrahlruder…!

Bilder und Berichte von unseren weiteren Zielen und Erlebnissen folgen…!

 

ein Technik-Update…

…muss sein, schon damit ich mich auch Jahre später an gute oder schlechte „Technikerlebnisse“ und daraus resultierende Maßnahmen erinnere…!

Die hohe „Installationsdichte“ eines Motorbootes bewirkt ja, so die Erfahrungen aus 20 Jahre Boot fahren, dass „immer irgendwas ist…!“: So gesehen ist mit einer kleinen Aufnahme die diesjährige Saison und unsere „kleine Ostseerunde“ ein Novum:

Mit Ausnahme des Scheibenwischers hat tatsächlich einmal alles funktioniert:

Großen Respekt hatte ich vor der im vergangenen Jahr durchgeführten Umrüstung der Lenkung von elektrisch auf hydraulisch im Hinblick auf eine dauerhafte Funktion des Autopiloten, der „Plan“ ist zum Glück gut ausgegangen, erstmalig hat uns der Autopilot, besser dessen Antrieb, uns nicht im Stich gelassen!

Auch die in dieser Saison neu hinzugekommenen Ausstattungen wie der Mobilfunkrouter und die Webcam haben dauerhaft und klaglos ihren Dienst erledigt, egal wie oft wer von den beiden wann vom Mobilfunk- oder WLAN-Netz getrennt war. Beide haben klaglos immer wieder ohne weiters Zutun „zusammengefunden“ und allen an Bord das Surfen und der Webcam das Übermitteln ihrer Bilder ermöglicht.

Das die Webcam immer noch nicht fest montiert ist, sondern auf einem Holzbrettchen mal hier und mal da steht. ist nicht ihr anzulasten…

Auch der Batteriemanager und sein „Störmeldesystem“ für Fehlfunktionen haben super funktioniert, solange wir im Bereich des deutschen Mobilfunknetzes waren: In polnischen und dänischen Gewässern hat das GSM-Modul mit der Prepaidkarte, obwohl die eigentlich „Roaming“ zulässt, nicht funktioniert, dafür ist die Funktion selbsttätig zurückgekehrt, sobald wir wieder im Bereich des deutschen Mobilfunknetzes waren.

Letztlich ist das sogar egal, wenn man unterwegs ist, braucht man diese Funktion eh eigentlich nicht, es geht ja nur um die Überwachung von „Betriebszuständen“ für den Fall, in dem man die Else länger am Heimatliegeplatz zurücklässt…!

Eigentlich das Wichtigste, aber schon fast Gewohnheit: Die beiden Volvo Penta-Dieselmotoren haben wieder geschnurrt wie die legendären Kätzchen und mit diesem Geräusch gerade bei nicht ganz so schöner See ein beruhigendes Gefühl vermittelt.

Wie bisher in jeder Saison gab es auch keinen messbaren Motorölverbrauch!

Die neuen Verbraucherbatterien haben, zusammen mit dem Solarmodul, für mehrtätigen Komfort auch ohne Landanschluss gesorgt, die neue separate Batterie für das Bugstrahlruder hat Felix zwischenzeitlich professionell auf den Stringern im Motorraum befestigt, das Bugstrahlruder selbst mag die neue kräftige Batterie und hat sich auch bei im wahrsten Sinne des Wortes „windigen“ Anlegemanövern gut bewährt.

Ein überaus erfreuliches Erlebnis, etwas „technikabergläubisch“ traue ich mich das vor Saisonende hier kaum aufzuschreiben…!

Aktuell bin ich mit der Montage der Schwimmerschalter beschäftigt, die Wassereinbruch entweder im Motorraum oder im vorderen Rumpfbereich über das Störmeldesystem  lokal und auf dem Smartphone signalisieren sollen.

Weiterhin wird es neu an Bord ein kleines Ausdehnungsgefäß für die Wasserinstallationen geben: Kleine Druckschwankungen durch Temperaturänderungen im Warmwasserbereiter oder geringe Zapfmengen quittiert die Pumpe mit einem kurzen Anlauf zum Druckausgleich; dadurch, dass ich direkt über dieser Pumpe schlafe, schrecke ich natürlich jedes Mal hoch und diese kurzen kleinen Druckschwankungen und das damit verbundene Anspringen der Pumpe soll das Gefäß zukünftig verhindern…!

Ausdehnungsgefäß für das Trinkwassersystem…

„By the way“ haben Jürgen und ich anlässlich langer Fahrzeiten endlich mal ein wenig weitergehend mit dem AIS beschäftigt – Jürgen hat das gleiche an Bord – und wir haben im verkehrsreichen Langelandbelt durchaus dazu gelernt : Bei Aktivierung der AIS-Daten („alle Daten“) werden im AIS sichtbare Schiffe mit einem kleinen durchscheinenden „Infofenster“ versehen, aus dem hervorgeht, in welcher Entfernung  zu welchem Zeitpunkt wir mit dem betreffenden Schiff zusammenstoßen… :

AIS-Daten der MSC „JOY“ im Anzeigefenster auf der elektronischen Seekarte : In 3 Minuten und 8 Sekunden passieren wir die JOY in einem Abstand von 0,305 nm, dem „nächsten Punkt der Annährung“ (CPA)…

So kann man sich mental gut auf so ein zum Glück nicht alltägliches Erlebnis vorbereiten…!

Im Ernst : theoretisch würde auch ein Zusammenstoß angezeigt, wenn der so genannte CPA („closest Point of Approach“) auf 0 ft zurückgeht…; In der Praxis wird natürlich meistens angezeigt, dass das betreffende Schiff in so und soviel Minuten den CPA erreicht und der beträgt eben selten 0 ft, sondern irgendeine sichere Distanz..!  So kann man aber die Passage eines Entgegenkommers meistens in aller Ruhe auf sich zukommen lassen, ohne vorauseilend großräumig hektisch auszuweichen…!

Das ganze findet dann natürlich auch noch „dynamisch“ statt, d.h., die jeweiligen Schiffsfahrdaten (Geschwindigkeit und Kurs über Grund) werden wie auch die eigenen  Fahrdaten ständig aktualisiert und übermittelt und damit natürlich auch ständig die Zeit und Entfernung des „neuen“ CPA…

Zudem kann man die „Angstdistanz“ mit einem akustischen Alarm versehen, so dass man nicht ständig auf den Plotter starren muss !

und da ist sie auch schon „live“, die JOY, natürlich in der vorausberechneten Entfernung…!

Bei unseren „Übungen“ gab es auch eine Begegnung mit der OOCL United Kingdom, einem Mega-Containerschiff, das Platz hat für bis zu 21500  20-Fuß-Container, in denen Modeschmuck, Unterwäsche, Schrauben, Coronamasken und viele andere essentielle Einweggegenstände dieser Zeit von Asien nach Europa verschifft werden…

Die OOCL United Kingdom viel uns schon von weitem durch ihre ungewöhnliche große Silhouette auf; Jürgen bestand darauf, das müsste Fehmarn am Horizont sein, erst mein Einwand, das Fehmarn meiner Kenntnis nach keine Gebirge hat und der Umstand, das Fehmarn schnell näher kam, ließ ihn umdenken…

Es war auch das erste Mal, dass die Schiffslänge im AIS nicht in ft, sondern in nautischen Meilen angezeigt wurde : 0,216 nm , so groß ist die OOCL United Kingdom..!

Vereinfacht ausgedrückt : ein echtes Dickschiff oder auch großer Pott genannt…

die OOCL „United Kindom“, ein „Schiffsgebirge am Horizont…!

die vollständigen AIS-Daten der OOCL United Kingdom…!

Erstmalig habe ich auf dieser Fahrt auch ein virtuelles Leuchtfeuer vor Usedom im AIS gesehen, „in Echt“ ist es gar nicht da gewesen, nur im AIS ist es sichtbar gewesen, technisch generiert und nicht pflegebedürftig…

virtuelles Leuchtfeuer im AIS…!

Nachtrag aktuell : auch der Scheibenwischer geht wieder: nach einmaligen ziehen und wieder einstecken der Sicherung; was das nun war, weiß nur der Scheibenwischer…!

Nun ist tatsächlich mal gar kein Defekt zu beklagen ! 🙂

„gechillter“ Besuch am Boot…!

 

Greifswald-Wolgast-Achterwasser Ueckermünde…

auf dem Ryck der Abendsonne entgegen nach Greifswald…!

 

Wie so oft im Leben überholen die Abläufe die Absichten :

Eigentlich wollte ich hier zeitnah und regelmäßig von unserer „Kleinen Ostseerunde“ berichten; diese Absicht ist ein wenig in`s Stocken geraten : Es gibt einfach zu viel zu sehen und auch zu tun, angefangen von der „navigatorischen“ Vorbereitung der jeweiligen Etappe über das Einkaufen, Kochen, Essen, Trinken, Rumlaufen, Erzählen, Staunen bis hin zum Ausschlafen und absichtslosen „Chillen“ und vieles andere mehr… So bleibt wenig Zeit zum „posten“, dafür mehr für das eigentliche Erleben und Reisen…

Und das ist sehr gut so…!

Zwischenzeitlich sind die Jungens von Bord gegangen und Jürgen gekommen, die Häfen sind dänisch und nicht mehr polnisch und am kommenden Wochenende kehren wir mit der Else voraussichtlich nach Kappeln zurück.

Einmal mehr haben Wind und Welle die Abläufe bestimmt und die Zeit vergessen lassen, Wochentage und Uhrzeit sind in Vergessenheit geraten…

Am vergangenen Dienstag – hiermit ist mittlerweile der 7.Juli gemeint (Gründe siehe oben 🙂 ) – hat der  hat der Wind entsprechend der Vorhersage abgeflaut und wir sind in aller „Herrgottsfrühe“ gegen 9:00 Uhr an die Tankstelle des Marina Yachtzentrums Greifswald gefahren, um genügend „Treiböl“ für die weitere Reiseetappe zu bunkern.

Gegen halb zehn ging es dann in Richtung Greifswalder Bodden auf dem Ryck stromabwärts, wo wir „auf den Punkt“ zur Brückenöffnung ankamen.

Auf dem Bodden war das Wasser „fahrbar“, aber ungemütlich; immer wieder gab es Schauer und ein böses graues Wasser mit kleinen giftigen Wellen, die in mir immer wieder erneut die Frage aufkommen lässt,  warum ich mich eigentlich auf, hoffentlich nie in, dieses Element begebe. Im Herzen und vom Habitus bin ich nach wie vor einfach nur eine „Landratte“…

Schon bald haben wir Lubmin und den so genannten Struck passiert und der „Eingang“ zum Peenestrom ist nach der Passage von gefühlt zahlreichen betonnten Rinnen erkennbar.

In der Mündung des Peenestroms wird das Wasser glatt und je weiter wir stromaufwärts fahren zum Ententeich.

Der Peenestrom schlängelt sich durch eine optisch an Norddeutschland erinnernde Landschaft mit Ufern aus Schilf und Wiesen.

Schon nach kurzer Zeit kommt Wolgast und die beeindruckende Hubbrücke für Straße und Bahn im Verlauf der B111, ebenso wie die Kirche im Zentrum von Wolgast und das auffällige Werftgebäude der Peenewerft in Sicht.

Kurze Zeit später machen wir an einem fast leeren Sportboothafen der „Schlossinsel-Marina“ der Horn-Werft fest.

Die Sorge, urlaubszeitbedingt keinen Liegeplatz zu finden, löst sich ein weiteres Mal in Wohlgefallen auf…

Die Marina ist ein wenig in die Jahre gekommen, ein freundlicher älterer Hafenmeister ist zum freundlichen Plaudern aufgelegt, mit den Worten „wir sind keine Luxusmarina“ will er wohl auf Defizite hinweisen, die ich nicht als solche empfinde, sondern eher schätze…

Wolgast ist auf unserem Weg ins „Achterwasser“ nur eine Zwischenstation, ob der frühen Ankunftszeit haben wir aber Zeit für einen ausgiebigen Stadtbummel und einmal mehr empfinde ich Wolgast als possierliches Städtchen, in dem ich mich durchaus auch länger aufhalten könnte.

Am Abend gibt es endlich mal nicht Pizza oder Grieche, sondern Felix „Nudelkreation“, nämlich eine super Soße aus Pilzen, Tomaten, Oliven und Peperoni und vielen passenden Gewürzen.

Am nächsten Morgen brechen wir nach etwas längerem Ausschlafen gegen 12 Uhr rechtzeitig vor der Brückenöffnung – wir passen „ungeöffnet“ unter der Brücke durch – um dem „Seglergerudel“ zu entgehen.

Da die Brücke in Wolgast nur wenige Male am Tag öffnet, sammeln sich beidseitig der Brücke von einer zur nächsten Brückenöffnungszeit viele Segler an und machen an allen möglichen und unmöglichen Stellen fest oder „kreiseln“ im Fahrwasser.

So entschwinden wir dann rechtzeitig dem „Spuk“ und fahren weiter den Peenestrom stromaufwärts.

Wir werden weiter durch ein gut betonntes Fahrwasser durch eine gefühlt naturbelassene Landschaft geführt Nach etwa einer Stunde führt der neue Kurs nach Osten in das besagte „Achterwasser“.

Auch das Achterwasser ist gut betonnt, allerdings weniger das Fahrwasser, stattdessen diverse Untiefen, die mit zum Teil 0,5 m Wassertiefe selbst einem „flachgehenden“ Schiff wie der Else gefährlich werden könnten.

Unser Ziel im Achterwasser ist der Hafen Stagnieß: Laut „Hafenlotse“ ist der Hafen Stagnieß ein eher kleiner „Wasserwanderrastplatz“, der direkt in waldreicher Umgebung am Achterwasser liegt und von dem aus wir zu Fuß durch ein größeres Waldgebiet zum Ostseeufer der Insel Usedom gelangen können.

Wieder treibt mich ein wenig die „Angst“ vor einem vollen Hafen und keinem schönen Liegeplatz um und so spreche ich über Funk das augenscheinlich auch auf den Hafen Stagnieß zulaufende Fahrgastschiff „Jessica“ an und frage, ob er oder besser gesagt sie heute schon einmal in Stagnieß war und ob der Hafen voll ist.

Irgendwie kommt auch hörbar der Wille nach Antwort rüber, die Antwort selbst verschwindet allerdings in irgendwelchen Störgeräuschen im „Äther“ und ich bin mir nicht ganz sicher, ob mir tatsächlich die Jessica oder „Peenetraffic“ in Wolgast geantwortet hat. Egal, wir laufen durch einen beidseits mit Spundwänden gesicherten „Einlaufkanal“ in den Hafen Stagnieß ein, den wir, die Gastliegeplätze betreffend, nahezu leer vorfinden!

Wir machen problemlos komfortabel an Dalben fest, liegen gefühlt mitten im Wald und einer schönen Umgebung und haben hier vor, die nächsten, windig vorhergesagten, Tage abzuwarten und die Gegend zu Fuß zu erkundigen.

Aktuell setzt sich das Aprilwetter fort: Nach anfänglichem Dauerregen gibt es nun einen ständigen Wechsel zwischen Sonne und Schauern, dabei ist es angenehm warm und so stört es gar nicht besonders, wenn man denn auch mal nass wird.

Zwischenzeitlich haben die Jungs im nahe gelegenen Ückeritz Lebensmittel eingekauft und dabei noch ein Wildschwein beobachten können (auf dem Weg, nicht im Laden…!).

Vielleicht müssen wir auch auf dem Weg durch den Wald zur Ostseeküste ein wenig aufpassen, Usedom scheint bekannt für zum Teil gewalttätige Wildschweine, ein Video dazu findet man hier…!

Unseren Lebensgewohnheiten zu Gute kommt auch der keine 100 m entfernte Imbiss, an dem es eine überschaubare aber mutmaßlich attraktive Anzahl von einfachen Gerichten gibt, die wir heute Abend einmal ausprobieren werden…!

Die Stimmung ist seit gestern Nachmittag sowieso nochmal deutlich gestiegen, nachdem Kristian nach stundenlanger Suche noch zwei vermisst geglaubte Paletten Carlsberg in Elses „Keller“ gefunden hat…!

Morgen soll nun das Wetter mit Ausnahme von etwas mehr Wind wieder richtig schön werde und wir werden von Stagnieß aus die Umgebung und den Ostseestrand und die Steilküste erkunden!

Wettermäßig trifft am nächsten Tag die Vorhersage zu und wir machen uns auf den Weg zum Strand auf der „anderen Seite“ von Usedom.

Vom Hafen aus führt der Weg bis an den Strand nur durch einen üppigen, recht ursprünglichen Wald, in dem sich ein völlig naturbelassenes Sumpf-/Seegebiet, der Wognitzsee befindet, in dem dem Vernehmen nach viele eher seltene Tier- und Pflanzenarten ihr zu Hause gefunden haben.

Kurz vor Erreichen des Strandes „kollidiert“ man noch mitten im Wald mit einem geballten Strandbadambiente:

Neben einem gut gefüllten Waldcampingplatz stoßen wir auf ein ausuferndes Ensemble von Imbissen verschiedenster Art, Souvenirstände, Fahrrad- und Tretautovermietung, Verkaufsstände für Dinge, die die Welt nicht braucht, gefühlt überall Badelatschen, schrille Farben und schlimme Designs von Kopf bis Fuß, „Alarmanlagen“, wie Felix die schreienden Kinder nennt und ein insgesamt zumindest aus unserer Wahrnehmung fragwürdiges, aber an den See- und Strandbädern dieser Welt außer Frage übliches Ambiente mit von Sonnencreme geschwängerter Luft…

In der fast leeren, unmittelbar auf der Steilküste gelegenen „Strandklause Toskana“ essen wir eine Pizza abseits vom Trubel und genießen den weiten Blick bis zur Insel Greifswalder Oie und nach Swinemünde. Zum zweiten Mal im Leben sehe ich den Strand von Usedom und zum zweiten Mal erscheint mir diese Mischung aus tief blauem Wasser, schneeweißem Strand und der üppig grünen Steilküste, über allem ein tiefblauer, durch weiße Wölkchen aufgelockerten Himmel,  unnachahmlich und im Gegensatz zu den zuvor angetroffenen Menschenmassen in dem „Neppspot“ verläuft sich hier alles sehr schnell und man hat den Strand schon bald nahezu für sich alleine.

Felix nimmt noch schnell ein Bad in der einladenden Ostsee und nach einem langen Strandspaziergang treten wir den Blick über Ückeritz zurück zum Boot an.

In den letzten Tagen ist uns aufgefallen, dass diese Gegend fest in ostdeutscher Hand ist: Man sieht nahezu keine Autokennzeichen aus Westdeutschland, gefühlt sind es höchstens 10 % der Autos, die aus der ehemaligen BRD hier umherfahren und Urlaub machen.

Überhaut erscheint uns wiederholt das hier Urlaub machende Klientel als eine verschworene Gemeinschaft mit aufrechter Gesinnung, gut passend zu den „Eingeborenen“…

Wir versuchen einen gedanklichen Sprung an ähnliche „Lokationen“ im Westen, und die dortige Verteilung der Autokennzeichen und des Habitus, kommen aber zu keinem klaren Ergebnis, außer dass „nachhaltiges Reisen“ vor Ort ja gar nicht so schlecht sein mag…!

Welchen Anteil Corona an der „Gästeverteilung“ in diesem Jahr hat, vermögen wir nicht zu sagen, insgesamt soll, laut Auskunft der Hafenmeister, was den Bootssport angeht, in diesem Jahr sehr viel weniger los sein, was sich ja auch in den eher leeren Häfen dokumentiert.

So auch in Uckermünde, unserer letzten Station vor dem Besuch von Swinemünde:

Gegen Mittag des folgenden Tages brechen wir in Stagnieß auf durch das Achterwasser und den Peenestrom in das Stettiner Haff und kommen gegen ca. 16 Uhr nach einer beschaulichen angenehmem Fahrt im Stadthafen von Uckermünde an.

„Traditionell“ hatte mich wieder die „Angst“ vor einem blöden oder gar keinem Liegeplatz umgetrieben, aber auch hier ist es nicht voll und wir finden unmittelbar vor der Klappbrücke einen zentral gelegenen Liegeplatz in der Innenstadt.

In Uckermünde wollen wir dann einen Tag bleiben, um dann am Dienstag oder Mittwoch nach Swinemünde zu fahren, um auch dort einige Tage vor unserer Rückkehr nach Greifswald zu bleiben.

Die Wettervorhersage verspricht für das Stettiner Haff und Swinemünde wie auch für die Rückfahrt nach Greifswald wunderbares Motorbootfahrwetter…!

So ist es dann auch gekommen…!

Bilder und Berichte folgen 🙂

Ein paar „unsortierte“ Eindrücke der vergangenen Wochen :

„Wasserwanderrastplatz“ Stagnieß am Achterwasser…

Aufbruch in Sassnitz am sehr frühen Morgen, links kommen die Kreidefelsen in Sicht….

Einfahrt in die „Kaiserfahrt“ („Kanał Piastowski“) vom Stettiner Haff nach Swinemünde…

im Stadthafen Ueckermünde…

Bilderbuchstrand auf Usedom…!

Else in Klintholm Havn…

Hubbrücke Wolgast….!

Liegeplatz in Wolgast, direkt am Peenestrom…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufbruch mit neuer Crew…

Nach einer Woche Home Office in Wendisch Evern geht es morgen mit neuer „Besatzung“ wieder auf’s Wasser:

Kristian und Felix sind an Bord gekommen !

Plan ist, von Greifswald aus in das so genannte Achterwasser, welches die Insel Usedom vom Festland abtrennt, zu fahren und dort einen der vielen kleinen Häfen anzulaufen und zu genießen.

Von dort soll es weitergehen ins Stettiner Haff.

Aus dem Stettiner Haff wird es in die Swina gehen, verbunden mit einem Besuch in Swindemünde.

Stettin haben wir im Sinne eines „slow down“ gestrichen, die Anreise ist doch weiter als gedacht und da die „neue Crew“ Ende nächster Woche leider schon wieder von Bord geht, ist die Zeit zu kurz, um Stettin „angemessen“ lange zu besuchen…

Etwas Zeit haben wir mit dem Warten auf ruhigeres Wetter verbracht, in den letzten Tagen war es windig bis stürmisch, ab morgen so der Wind nachlassen…

So wird es denn ein anderes Mal nach Stettin gehen…!“

Von Swinemünde aus wird es dann möglicherweise direkt oder mit einem Zwischenstopp an der Ostseeküste zwischen Swindemünde und dem Greifswalder Bodden zurückgehen nach Greifswald, wo dann der letzte „Crewwechsel“ –mein Freund Jürgen kommt an Bord! – stattfinden wird.

Ob alles so klappt, hängt wieder von Lust und Laune und Petrus und Neptun ab, wir werden sehen…!

Vor dem Aufbruch in Greifswald werden wir morgen früh noch tanken, die relativ viele Gleitfahrt und das gegen Wind und Welle ankämpfen auf den bisherigen Etappen hat ihren Tribut gefordert, etwa 350 Liter Diesel werden wir nachtanken müssen.

In der Woche Liegezeit in Greifswald habe ich erstmals überhaupt ohne Landanschluss den Hauptschalter der Else eingeschaltet gelassen, sodass Kühlschrank, der WLAN-Router und die Webcam sowie natürlich die „Venus“ in Betrieb geblieben sind. „Gespeist“ wurden sie allerdings nicht vom Landstrom, sondern ausschließlich über das Solarmodul, was erfolgreich geklappt hat:

Es gab zwar einen „Low-Voltage“-Alarm, den gab es aber nur, weil ich die „Alarmschwelle“ mit 12,2 Volt sehr hoch angesetzt habe, die Batterie war noch zu keinem Zeitpunkt ernsthaft entladen…!

Für den Interessierten schön zu beobachten, wie die Batteriespannung und der Ladezustand dann abhängig ist von Tag und Nacht und am Tag eben auch noch von Bewölkung oder Sonne: Sobald es hell wird, flacht sich die Entladekurve ab, bei zunehmendem Sonnenschein wird die Batterie trotz der vorbeschriebenen in Betrieb befindlichen Geräte wieder geladen.

Fazit: Funktioniert super, man braucht es nicht, aber wissen, ob alles ok ist, ist nicht verkehrt und obendrein macht es mir sehr viel Spaß…!

Die Else und ihre Webcam wird also auch nach Ende unserer Fahrt „online“ bleiben, weil sie auch ohne Landanschluss autark ist…!

Einige Bilder der letzten Tage :

Spaziergang am Ryck in Richtung Wieck…

„Babyringelnatter“, auf dem Bilde eher groß, „in Echt“ mehr „Blindschleichencharakter“…

 

 

„Ryckimpression“, im Stadthafen stromabwärts geguckt…

Suchbild mit Stern : Jupiter am abnehmendem Vollmond.. .Bei genauem Hinsehen erahnt man die Kormorane auf der Birke, ihrem regelmäßigen „Schlafbaum…

und ich sag noch : „Kind, bind das Fahrrad an, es ist windig….!“ Eine Stunde später macht es „Plumps“ und Blasen steigen auf…..! zum Glück hing es schon beim zweiten Versuch am Haken…. 🙂

fast geschafft…..!

 

Rostock – Stralsund – Greifswald

Nach zwei Tagen Dauerregen mit ausgiebig Zeit für´s  „Boatoffice“ hat sich Rostock im weiteren Verlauf sonnig und warm präsentiert, so dass wir – in Rostock schon fast Routine – das gute Wetter für „Sightseeing“, Shoppen, Essen und Trinken und Rumlaufen an der „Waterfront“ und in der Innenstadt genutzt haben.

Von den verschiedenen Marktständen an der „Waterfront“ haben dann auch wieder viele „flüchtige“ Mitbringsel (Lebensmittel) und „statische“, nämlich ein paar attraktive „Deko-Artikel“ für Haus und Wintergarten den Weg an Bord der Else gefunden.

Das ist das Gefährliche beim Reisen mit dem Boot: Es ist gefühlt unendlich Platz da für viele schöne Sachen, die man während des Verreisens sieht und gerne hätte und plötzlich hat…!

Laut Wetterbericht zeichnete sich optimales „Fahrwetter“ für die Etappe von Rostock nach Stralsund für den Mittwoch ab.

Uli war ob ihrer Erlebnisse von der ersten Etappe ein wenig vorgespannt, darum sind wir, der langjährigen Erfahrung folgend und auf ruhiges Wetter in den Morgenstunden spekulierend, bereits um kurz vor halb fünf Uhr morgens in Rostock aufgebrochen.

In der Tat präsentierte sich das morgendliche Wetter nahezu windstill und mit einer unnachahmlichen jungfräulichen Stimmung, die vielleicht ein bisschen durch die nachstehenden Bilder zum Ausdruck kommt!

Morgenstimmung kurz vor dem Aufbruch im Rostocker Stadthafen…. : „Morgenstund hat Gold im Mund“

Hafen Rostock kurz nach Sonnenaufgang…

die Warnow am Morgen…!

immer noch in der Warnow…!

Ausfahrt aus der Warnow in Warnemünde…!

„Entgegenkommer“….

noch ein Entgegenkommer, schon weiter draußen im Fahrwasser….

ohne Worte nur schön….!

„chillen“ ganz vorne….!

Hiddensee voraus, immer wieder „witzig“ : man fährt gefühlt bis fast auf den Strand und dann im 90°-Winkel in das Fahrwasser in den Strelasund und die Boddengewässer, vorher schon „abkürzen“ ist wegen des Naturschutzgebietes verboten !

Um es kurz zu machen: Die Fahrt von Rostock nach Stralsund, vorbei am Darßer Ort, am Darß entlang auf Hiddensee zu war wieder eines dieser unvergleichlich und unnachahmlichen schönen Bootserlebnisse: Ruhiges tiefblaues Meer, weit und breit kein anderes Schiff, in der Ferne der Darß und voraus und drumherum nur der Horizont, mehr geht wirklich nicht!

Das Gefühl und das Wissen, das die nächsten Menschen – mit Ausnahme der „Mitfahrer“ – mindestens die zehn Kilometer entfernt sind hat man an Land naturgemäß nicht und der weite ungestörte Rundumblick ohne jegliches die Augen störendes  „Menschenwerk“ hat etwas unvergleichlich urzeitliches und ist nicht wirklich gut zu beschreiben aber sehr schön…!

schon im Strelasund : ruhig und heiss !

Die mit 65 Seemeilen auch recht lange Etappe haben wir uns durch eine knappe Stunde Gleitfahrt mit 22 kn verkürzt, auch im Hinblick auf die ebenfalls langjährige Erfahrung „die frühe Else kriegt den Liegeplatz“, nämlich um die Mittagszeit in Stralsund…!

 

Die Mittagszeit ist traditionell die Zeit, in der die meisten (Segler) schon abgefahren sind und die, die zum Ziel wollen noch nicht da sind, üblicherweise trifft man also auf verwaiste Gastliegeplätze und hat die Qual der Wahl.

Das hat auch geklappt, allerdings war – coronabedingt ?! – viel mehr los, als uns aus vorangegangenen Besuchen in Strahlsund bekannt.

Auch der Hafenmeister hatte uns beim Anruf am Vortrag nach Belegung des Hafens empfohlen, möglichst früh anzureisen, da doch „offensichtlich alles auf dem Wasser ist was schwimmen kann…!“.

Erfreuliches Erlebnis am Rande : Der Hafenmeister war telefonisch nicht erreichbar und rief dann zurück und erkundigte sich nach unserem Begehr! Ein absolutes Novum in der Welt der Hafenmeister, vielleicht bahnt sich ein positiver Generationswechsel an…!

Stralsund voraus…!

Stralsund ist immer wieder einen Besuch wert, „bahnbrechende“ neue Eindrücke gab es nicht, aber die alten wurden belebt und gefielen nicht minder (siehe auch hier…!).

Strahlsund am Liegeplatz in der City-Marina…!

Stralsund hatten wir nur für eine „Stippvisite“ für eine Übernachtung angesteuert und neben dem kurzen Stadtbummel die Zeit mit einem ausgiebigen „Hafenkino“ verbracht:

Gegenüber lag ein ältlicher o-beiniger „Salznacken“ mit seinem Segelschiff, der in einer noch nie erlebten Art und Weise pausenlos Jeden und Alles ansprach oder kommentierte und ungefragt seine vermeintlichen Weisheiten zum Besten gab, sogar über Funk sprach er Schiffe im Hafen an, verbunden mit einem permanenten Kopfschütteln und dann „tstststs…!“. Erstaunlich, dass er neben einigen Abfuhren aber offensichtlich dennoch ein ihn zumindest temporär befriedigendes Publikum für seine Belehrungen erhielt!

Andere begnügten sich mit offenkundigen Einschätzungen der Lage von Bord ihrer jeweiligen Schiffe oder, wie wir, einfach nur mit ungläubigem Zuschauen!

„Hafenkino…!“

Warum ist das erwähnenswert: In mehr als mittlerweile 20 Jahren Boot fahren durfte ich noch nie eine derartige Häufung von unfreiwillig miterlebten Belehrungen und Fantasy-Geschichten erleben !

Zugegebenermaßen konnten wir uns den lautstarken Verkündigungen nur schwer entziehen und haben still und ungläubig „geglotzt“ und leider auch hingehört.

Am Donnerstag hat sich das Stralsunder Wetter wieder von seiner besten Seite gezeigt und wir sind gegen Mittag mit dem Ziel Greifswald weiter durch den Strelasund und den Greifswalder Bodden aufgebrochen.

kurz nach dem Aufbruch in Stralsund : Durchfahrt durch die Rügendammbrücke…

Die Fahrt durch den Strelasund hat immer etwas von meiner geliebten Schlei, etwas großräumiger, aber mit „Fjord-Charakter“ mit schönen Ufern und Blickwinkeln!

MV Werft Stralsund…!

Beim Verlassen des Strelasundes in Richtung Greifswalder Bodden gab es eine kleine Neuauflage von Ulis Befinden abträglichen Seegangs:

Auf dem „offenen“ Bodden nahm die Windgeschwindigkeit zu und erzeugte böse kleine Wellen, die Else wieder einmal wie ein junges Fohlen bocken und Ulis Gesichtzüge entgleisen ließen.

Um Ulis Leiden zu verringern, bin ich erst einmal eine Weile „gegenan“ und nicht in Richtung unseres Zieles gefahren, um die Welle und den Wind nur von vorne zu haben und somit nur zu stampfen anstatt auch noch zu rollen…!

Das ging solange gut, bis der anzulegende Kurs in die Einfahrt in den Ryck, dem Wasserweg vom Bodden nach Greifswald, dann schräg zu Wind und Welle führte:

Ab diesem Moment kam so viel Wasser ins Cockpit über, dass ich tatsächlich bis auf die Haut nass wurde und eine Ladung Wasser nach der anderen direkt durch das zum besseren „Ausguck“ durch das offen gelassene Guckloch im Verdeck ins Gesicht bekommen habe.

klatschnass auf dem Greifswalder Bodden…!

Wassersport pur…!

Uli starrte in Erwartung der Verschlimmerung ihres Zustandes „froschäugig“ in die Wellen und deren Gischt und erfreulicherweise gelang dann wider Erwarten das, was eigentlich nie klappt: Die Welle war nur böse, aber klein und so konnte tatsächlich das heftige Stampfen und Rollen durch Gas geben und anschließende Gleitfahrt deutlich entschärft werden. Üblicherweise ist bei größerer Welle keine Gleitfahrt mehr möglich, weil man glaubt, das Boot zerfällt in seine Einzelteile, hier war die Welle nur klein und giftig und beim Gas geben blieb sie förmlich unter uns.

Die Gleitfahrt haben wir dann noch bis kurz vor Wiek, dem Einlauf in den Ryck fortsetzen können und Ulis Stimmung hat sich unverzüglich stabilisiert…!

Im quasi Schritttempo (maximal 4 Knoten; ca. 7,5 km/h) ging es dann nach der stündlichen Brückenöffnung in Wieck in Richtung Greifswald, wo wir an einem sehr schönen telefonisch vorgebuchten Liegeplatz in der zentrumsnahen Marina Greifswald für die nächsten Tage festmachen konnten.

warten auf die Brückenöffnung in Wiek, kurz festgemacht an der Mittelklampe…

Ähnlich wie Stralsund gefällt Greifswald immer wieder sehr und so verbringen wir die nächsten Tage mit Rumlaufen, dem Besuch des polnisch „angehauchten“ Marktes und dem Besuch des possierlichen Tierparks, um dann die Else für eine Woche hier zurückzulassen und dann mit einer „neuen Crew“ von Greifswald nach voraussichtlich Usedom, in das so genannte Achterwasser mit vielen kleinen Häfen aufzubrechen in Richtung Swinemünde, Stettiner Haff und Stettin.

Vorgeschmack auf Polen : die „Supertomaten“ vom polnischen Gemüsestand auf dem Greifswalder Wochenmarkt…!

geräucherte Garnelen…!

Ob das alles so kommt, wie geplant, bestimmen weiterhin Petrus, Neptun und Corona…!

Stand heute, 28.06.2020, ist allerdings der Besuch von polnischen Häfen als Tourist möglich.

Noch ein kurzer Eintrag für das „technische Logbuch“ zum Erinnern für später, nach dem Motto „Irgendwas ist immer !“:

Bereits bei der Überfahrt von Kappeln nach Rostock ist mir aufgefallen, dass das Funkgerät nicht mehr die Positionsdaten vom GPS erhielt. Hierbei handelt es sich um eine für den Notfall wichtige Funktion, wird doch damit beim Auslösen eines Notalarmes am Funkgerät dann gleich automatisch die aus vielen Zahlen bestehende Position des Havarieortes automatisch an die Seenotretter übermittelt und das ging nun offensichtlich nicht mehr…!

Ein kurzer telefonischer Kontakt mit meinem hoch geschätzten „Marineelektronikfritzen“ ergab, dass ein so genannter Konverter, der die Sprache des „alten“ Funkgerätes und der Fernbedienung für den Autopiloten in die neue BUS-Sprache für den jüngeren Plotter umsetzt, offensichtlich keine Lust mehr zur Übersetzung der unterschiedlichen BUS-Sprachen hatte.

Diese noch nicht mal zigarrengroße Verteilerleiste verfügt tatsächlich über eine Software, die sich, wie bei Softwaren üblich, gerne auch einmal aufhängen kann…

Für mich zu merken bleibt: Auch mit dem Abschalten des Plotters und der Navigationsinstrumente blieb der Konverter unter Spannung, diese ist erst mit dem Abschalten der Hauptschalter weg…

Nach dem Wiedereinschalten hat sich der Konverter wieder an seine ursprüngliche Aufgabe besonnen und die Positionsdaten artig an das Funkgerät und Daten der Fernbedienung des Autopiloten übermittelt. Herr Benkert hatte mir netterweise noch eine niedrigere Softwareversion als die vorhandene gemailt, diese soll ich bei Fortbestehen der Problematik mit Hilfe des Plotters auf den besagten Konverter aufspielen…!

Manchmal frage ich mich, wie man eigentlich Boot fahren soll, wenn man nicht so einen guten „Fernsupport“ wie den durch Herrn Benkert hat und ein gewisses technisches Grundverständnis mitbringt.

Eigentlich bleibt da bloß noch ein Ruderboot…

Wie gesagt, „Irgendwas ist immer…!“, erstaunlich nur die Kontinuität, in der Technik immer wieder Zuwendung einfordert…!

So mag ich denn lieber auch gar nicht davon reden, dass der LTE-Router und die an ihn über WLAN angeschlossene Webcam wirklich völlig anspruchslos ohne jegliches Zutun und ohne „Hafen-Wlan“ unaufgeregt ihren „Job“ machen, egal ob die beiden mal vom Stromnetz getrennt waren oder nicht, sie funktionieren klaglos und beständig!

In jedem Fall bleibt es spannend…!

Fortsetzung folgt, dann vielleicht schon auf polnisch…! 😊

 

 

Eine Seefahrt die ist lustig…!

Petrus und Neptun haben auf unserer ersten Etappe nicht wirklich mitgemacht :

Nach unserem morgendlichen Aufbruch am vergangenen Donnerstag in Kappeln haben wir, nachdem es die Bootstankstelle in Kappeln selbst nicht mehr gibt, einen kurzen Zwischenstopp in Maasholm gemacht und auch 250 Liter Diesel nachgetankt, um dann in Richtung Rostock aufzubrechen.

Die erste Teilstrecke bis kurz vor Fehmarn verlief wettermäßig recht freundlich: eine „hohe“ Bewölkung ließ dann und wann die Sonne durchscheinen, der Seegang war mäßig und ermöglichte uns im Hinblick auf die Verkürzung der Reisezeit eine knappe ¾ Stunde Gleitfahrt mit 22 Knoten.

Kurz vor dem Fehmarnbelt ging – déjà vu – das Spektakel los: Eigentlich irgendwie keine hohe Welle und auch eher von vorn als nur seitlich, trotzdem begann eine wüste Schaukelei mit permanent überkommender Gischt.

Ulis noch mutiger Versuch, kurz etwas aus der Kabine nach oben ins Cockpit zu holen, endete damit, dass ihr schlagartig übel wurde und, um es vorwegzunehmen, es auch bis kurz vor Rostock so blieb…!

Nach Verlassen des Fehmarnbelt nahmen Wind und Welle noch zu, kamen trotz mittlerweile noch etwas östlicher angelegtem Kurs nach Rostock wieder eher schräg von vorne und die Welle legte entgegen jeglicher Vorhersage auf ca. 1,5 m zu.

Permanent brachen sich die Wellen mit großen weißen Schaumköpfen, gerne vorzugsweise vor dem Bug der Else und ließen diese stampfen und rollen, dass man sich einen Sicherheitsgurt gewünscht hätte.

Alles was nicht „fixiert“ ist landet auf dem Cockpit- und Kabinenboden, die Schiebetür zur Kabine muss geschlossen werden, weil sich sonst das an der Frontscheibe zwischen Scheibenrahmen und Verdeck eindringende Wasser den Weg in den Salon bahnt…

…auf dem Video sieht die Schaukelei wie immer harmloser aus als „in echt“…!

Uli musste ich ein bisschen anschwindeln: Der Plotter verkündete noch 3 ½ Stunden bis zum Einlauf-Wegpunkt vor Warnemünde, ich habe vorsichtshalber etwas gemurmelt von: „Keine Sorge, ist bald vorbei…!“.

…die „“seegangsgeschundene“ Uli während der Fahrt, das Bild mit „K…Eimer“ ist von ihr freigegeben und „sinnig“ beschriftet…!

Es hat sich dann tatsächlich noch über drei Stunden bis nach Warnemünde hingezogen und es wurde nicht wirklich besser, Uli hat allerdings davon nicht viel mitbekommen, da sie sich an ihrem – glücklicherweise nicht gebrauchten – K…-Eimer festgehalten hat und überwiegend in diesen hineingestarrt hat.

Ca. 4 Seemeilen vor Warnemünde war der Spuk ziemlich schnell vorbei und ermöglichte uns, um Ulis Leiden zu verkürzen eine stabile schnelle Gleitfahrt bis in die Warnow, um dann bei „Dorfteichwetter“ die Warnow bis nach Rostock hinaufzufahren.

Kurz nach dem Einlaufen in die Warnow passieren wir steuerbordseitig die „Neptun-Werft“, vor der das kleine Expeditionskreuzfahrtschiff „Bremen“ der Hapag Lloyd festgemacht ist. Mehr über das Schicksal der Bremen, die fast mal in einer Monsterwelle abhanden gekommen ist, erfährt man hier…

Monsterwellen hatten wir zum Glück nicht, auch wenn sie Uli sicherlich so erschienen sind…

Wie schon oft, ging es Uli mit abnehmendem Seegang spontan besser und so stieg die Stimmung vom Einlaufen in die Warnow bis zum Liegeplatz im Rostocker Stadthafen spürbar und nach dem Festmachen ging sogar schon ohne weitere Wartezeit der erste „Einlaufsekt“ in Ulis gequälten Körper.

Nur eine Stunde später ging dann auch schon das „Bifteki“ vom Griechen am Stadthafen hinein und die Welt war wieder vollends in Ordnung!

Ich glaube, dass ich nach solchen Erlebnissen zukünftig nicht mehr Boot fahren würde und freue mich, dass es Uli immer wieder gelingt, dieses Trauma nach ganz kurzer Zeit bereits schon wieder zu vergessen!

Nun liegen wir hier „trubelig“ im Rostocker Stadthafen, diesmal stimmt die Wettervorhersage, es regnet den ganzen Tag…!

Die Stimmung ist trotzdem bestens, weil ja nun alles wieder kommod und erwartungsgemäß ist und in der kommenden Woche ist wieder „bestes Motorbootwetter“ vorhergesagt und so werden wir dann von Rostock aufbrechen in Richtung Rügen/Stralsund.

In den nächsten Tagen werde ich erst einmal ein längeres Stromversorgungskabel für die Webcam basteln, damit sie auch mal im Freien stehen kann und nicht immer durch die Scheibe gucken muss, also gerne mal wieder reinschauen für schönere Bilder!

Einige Eindrücke des Tages :

…noch alles schön, Seefahrt vom Feinsten !

Tanken in Maasholm : schon eingestellt auf eine lange „Tankzeit“ , aber zufällig an die offensichtlich schnellste Bootstankstelle westlich des Urals geraten : 250 Liter in nur wenigen Minuten, üblich : eine halbe Stunde, gerne auch mal länger mit Krampf in der Hand, eine Arretierung der Zapfpistole gibt es bei Bootstankstellen aus Sicherheitsgründen nicht…!

..am Ende eines anstrengenden Tages: „Sky- und Waterline von Rostock !

..der erste Einkauf von Original-Ostprodukten !

…am Liegeplatz im Stadthafen Rostock…

Else im Stadthafen Rostock in der Warnow

Abendstimmung heute nach 32 Stunden Dauerregen..!

Rückblick….

noch ein Rückblick….

 

Aufbruch…!

Unsere „Corona-light-Tour“ hat begonnen:

Morgen früh werden wir von Kappeln aus in Richtung Rostock „in See stechen“!

Die Wettervorhersage verspricht 80 Seemeilen bei wunderbarem Motorbootwetter bei 2 bis 3 Windstärken und schönem Wetter!

Ob Petrus und Neptun mitmachen, wird sich zeigen und den Ablauf unserer Reise morgen und im weiteren Verlauf maßgeblich mitbestimmen.

Auch wenn die vorhergesagte Witterung einen schönen Auftakt der diesjährigen Fahrt verspricht, fährt doch Wehmut mit:

Die unbändige Neugierde auf neue „attraktive“ und aufregende Ziele und Etappen wie in „Baltic Dream 2013“ bleibt zu Hause:

Die diesjährigen Etappen sind weitestgehend bekannt, der eine oder andere „neue“ Hafen wird vielleicht dazukommen, ob wir deutsche Gewässer verlassen dürfen und, so der Plan, nach Swindemünde und Stettin fahren dürfen, steht derzeit in den Sternen.

Nachdem im Juli Felix und Kristian für zwei Wochen an Bord kommen werden, wird Ende Juli Jürgen bis Mitte August die so gesehen voraussichtlich letzte und größte Etappe, den Rückweg nach Kappeln über, so die Hoffnung, vielleicht Bornholm und Møn nach Kappeln bereichern…

Ob wir Polen, Dänemark oder Südschweden zu diesem Zeitpunkt anlaufen dürfen und wollen, wird sich zeigen, trendmäßig sieht es zu aus…

Frei von großen Erwartungshaltungen steht so gesehen voraussichtlich eine entspannte unaufgeregte „Sommerreise“ bevor.

Mit der Abfahrt wird die Webcam der Else nahezu durchgängig Bilder „underway“ und „moored“, auf Deutsch „in Fahrt“ oder eben „festgemacht“ liefern.

Wenn einmal aus technischen Gründen „nicht geliefert“ wird, dann bleibt das „zuletzt gesehene“ Bild erhalten.

„Vorabendaufbruchsbier…“ !

Voll vernetzt oder die „Venus von ELSE“…!

Eigentlich eher ein Logbuch- als Erlebniseintrag: Dieser Tage hat Else einige „Gadgets“ an Bord bekommen, die man nicht unbedingt braucht, über die man sich aber freut und im weiteren Verlauf möglicherweise auch nicht missen möchte…!

Laut Wikipedia bezeichnet ein Gadget eine „technische Spielerei“ oder auch diskriminierend „Schnickschnack“.

Es bezeichnet ein „technisches Werkzeug oder Gerät mit bisher so nicht bekannter Funktionalität und/oder besonderem Design. Es ist traditionellerweise klein und zum Mitführen konzipiert “ (Quelle: Wikipedia).

Auf einen Teil neuen Installationen trifft das zu, ein Teil war, „Zauberwort dieser Tage“ aber essenziell!

Zum einen wurden die beiden 120 Ah Verbraucherbatterien am erkennbaren Ende ihrer Lebensdauer gegen neue ausgetauscht, zum anderen hat das Bugstrahlruder nunmehr eine separate eigene Batterie erhalten, um den gerade bei älteren Verbraucherbatterien nervigen „Spannungseinbruch“ beim Betrieb des Bugstrahlruders zu vermeiden:

Bevor ich die Ursache erkannt hatte, hatte ich mich wiederholt heftig  erschrocken: Beim Bedienen des Bugstrahlruders waren auf einmal alle Instrumente „dunkel“ bis „tot“, um dann langsam wieder zu „booten“; Ursache war der kurzfristige Spannungseinbruch beim Bedienen des Bugstrahlruders.

Das ist nun Geschichte, eine sog. Spiralzellbatterie, ausdrücklich gemacht für hohe kurzfristige Ströme und beliebige Betriebslage – sie liegt unter dem Tank – versorgt nun das Bugstrahlruder separat.

Neu an Bord gekommen ist in diesem Zusammenhang ein Batteriemonitor, der wunderbar Auskunft über die tatsächliche Batteriekapazität der Verbraucherbatterien gibt, in Abhängigkeit vom aktuellen Verbrauch die „Restlaufzeit“ der Batterie bis zur erlaubten Entladung anzeigt, aber auch, ähnlich einer Tankanzeige, die noch verbleibende Kapazität in Prozent.

das kleine blaue Kästchen mit der Antenne ist Else´s neues Mobilfunkmodem, mit der sie ihre Befindlichkeit per Email auf mein Handy meldet… Zwischenzeitlich ist das Kästchen unsichtbar unter dem Plotter im Armaturenbrett verschwunden…

der Batteriemonitor…

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich bin auch 10 Jahre ohne dieses „Gadget“ ausgekommen, „Abfallprodukt“ des Batteriemonitors ist aber, dass er auch das Erreichen einer „gefährlichen“ Unterspannung der Bordbatterien registriert und über ein ebenfalls neu an Bord gekommenes GSM-Modem über Mobilfunk als Alarmmeldung weiterleitet.

In der Vergangenheit haben mich immer wieder Sorgen geplagt, ob ich denn die Hauptschalter abgeschaltet habe und somit einer Tiefentladung und in der Folge Zerstörung der Batterien entgegengewirkt habe…!

Das wird nun zukünftig per Email auf‘s Handy gemeldet und der vorzeitige Tod der Batterien auch durch Dritte, die an Bord irgendwelche Arbeiten ausgeführt haben und vergessen haben, die Hauptschalter abzustellen, ist auf diese Weise auch Geschichte.

Das „Herz des Systems“, die „Venus GX“ des Herstellers Victron, hat darüber hinaus noch eine Anzahl von Meldeeingängen, die in Zukunft mit Schwimmerschaltern belegt werden und einen Wassereinbruch auf der Else ebenfalls als Alarmmeldung per Email mitteilen.

die „Venus“ an Bord….

Es gibt auf einem Schiff diverse Möglichkeiten des „stillen Sinkens“ und dieses „Gadget“ signalisiert mir nun, ob es sich nun noch lohnt auf die Else zu fahren oder ob sie bereits gesunken ist.

Schwimmerschalter : sie sollen Else`s sinken auf`s Handy melden….

Im Ernst: Sollte eine Wassereinbruchsmeldung eintreffen, kann man noch durch rechtzeitiges Reagieren das Schlimmste verhindern, üblicherweise läuft ein Schiff am Liegeplatz nicht in Minuten voll…!

Unabhängig davon hat die Else nun erneut einen zweiten Tiefenmesser mit einer seniorengerechten Anzeige erhalten:

seniorengerechte Anzeige des neuen „Back-Up“-Tiefenmessers…

Anlässlich unserer großen Reise 2013 gab es gerade in flachen und felsigen Schärengewässern zur Unzeit eine Fehlanzeige und einen temporären Ausfall des Tiefenmessers: Mit nur wenig Wasser unter dem Kiel ist das ein recht ungutes Gefühl und der zwischenzeitlich installierte Fischfinder hat durch indifferente Funktion und nie erfolgte endgültige Installation auch nicht zur Entlastung beigetragen…

Nunmehr zeigt ein vom Plotter und „Gesamtsystem“ völlig unabhängiger Tiefenmesser mit einem separaten Geber und einer anderen Sendefrequenz parallel zum „Haupttiefenmesser“ die Wassertiefe an.

Dadurch, dass der Geber des Tiefenmessers mit Hilfe von „Winkelstücken“ senkrecht eingebaut worden ist, ist eine besonders gute Funktion zu erwarten, der Geber des Haupttiefenmessers ist einfach „stumpf“ schräg in die winklige Aufkimmung der Rumpfunterseite eingebaut und tendiert nach meiner Einschätzung von daher das ein oder andere Mal zur „Fehleinschätzung“ der Wassertiefe.

„Abfallprodukt“ des neuen Batteriemonitors ist, im „Zusammenspiel“ mit den neuen Batterien die Erkenntnis, dass das derzeitige Superwetter dafür sorgt, dass Else theoretisch wochenlang vor Anker liegen könnte, ohne Landstrom zu benötigen:

Trotz Betriebs aller „Systeme“, primär der „lebenswichtige“ Kühlschrank, das abendliche Licht, aber auch Radio, Wasserpumpe, die neue Webcam, der GSM-Router usw., liefert die Sonne über das Solarmodul derzeit so viel Energie, dass man sie in 24 Stunden nicht verbrauchen kann…!

„By the way“ hat nun auch der GSM-Router an Bord seinen endgültigen Platz gefunden und liefert die Bilder von Elses Webcam in die Welt und ermöglicht das Surfen an Bord unabhängig vom Hafen-WLAN.

Mobilfunk-Router zum unabhängigen Surfen an Bord ohne Hafen-Wlan…

Es kann losgehen und das wird es ca. Mitte Juni!

 

 

Aufgetakelt…!

zurück im Wasser…!

Rechtzeitig zum „Vatertag“ war Else in ihr Element zurückgekehrt.

Vertäut am Liegeplatz harrt sie der Dinge, die jetzt kommen.

Nach der Anreise ging es erstmal um die „essenziellen“ Dinge, wie Strom anschließen, Wasser auffüllen, WC wieder betriebsbereit machen und in Anbetracht des neu eingebauten zweiten Gebers für den zusätzlichen Tiefenmesser eine „Bilgenkontrolle“ auf möglicherweise eindringendes Wasser.

Wenngleich nicht „essenziell“, konnte ich mir nicht verkneifen, vorrangig die vorbereitete Webcam in Betrieb zu nehmen und somit „die ersten Bilder vom Wasser“ ins WWW schicken…!

Die aktuell alle 15 Minuten erneuerten Bilder findet man hier…!

Unbemerkt war es nicht nur Abend, sondern schon Nacht geworden und in Anbetracht des langen Tages, verbunden mit einer durch Staus und Wartezeiten wegen kleinerer Unfälle eher nervigen Anfahrt – die Corona-Lockerungen haben offensichtlich die halbe Menschheit aus ihren Löchern auf die Straße getrieben, um den „Vatertag“ und das lange Wochenende mit vorhergesagtem eher guten Wetter woanders als in den vier Wänden zu genießen.

Am „Vatertag“ präsentiert sich das Wetter in Kappeln bereits hochsommerlich: Blauer Himmel, nachmittags nette kleine Schön-Wetter-Wolken und eine Wassertemperatur von mittlerweile sogar schon 16 Grad Celsius und schwachwindig!

Am Steg sind gefühlt dreiviertel aller Boote bewohnt, das ist die absolute Ausnahme und das habe ich in mehr als zehn Jahren in Kappeln noch nie erlebt!

Zwischenzeitlich ist nun auch wieder die Funkantenne montiert, AIS und Funkgerät geprüft, die Motoren sind Probe gelaufen, der Solarregler lädt wieder die Batterien auf und die Standheizung hat nach ihrer Wartung wieder ihren angestammten Platz im Motorraum eingenommen.

Ein bisschen muss wieder alles noch seinen Platz finden und dann kann es losgehen mit der „Corona-Light-Tour“, die uns dann voraussichtlich ab Mitte Juni zunächst in Richtung Rügen und Greifswald führen wird.

In Abhängigkeit vom Verlauf der Lockerungen und Grenzöffnungen ist dann vielleicht auch mal ein Abstecher nach Polen oder Bornholm mit Weiterfahrt nach Schweden möglich.

Vorerst freue ich mich einfach wieder über das „Bordleben“ und die „Überschaubarkeit der kleinen 33-Fuß-Welt“.

In der kommenden Woche wird Else dann neue Verbraucherbatterien und eine separate Batterie für ihr Bugstrahlruder erhalten, den zweiten Tiefenmesser und das GSM – „Störmeldesystem“.

„hinterm Boot…!“