Vorbereitungen Baltic Dream 2.0

Die Vorbereitungen für Baltic Dream 2.0 sind ein bisschen „Déjà-vu“:

Verlängerung des „internationalen Bootsscheins“, damit er auch im Ausland gültig ist, Update der elektronischen Seekarten und Neukauf der notwendigen Papierseekarten, ein bisschen informieren, ob sich etwas mit der „Meldepflicht“ beim Anlaufen polnischer oder litauischer Häfen getan hat, Personalausweis verlängern, die „Erste Hilfe“-Ausstattung überprüfen und ergänzen und das war es eigentlich auch schon…!

Das „Verfallsdatum“ der Rettungsinsel ist noch nicht erreicht, die Schwimmwesten gerade zur Wartung und, ach ja, an den Bordfahrrädern wäre dann nochmals die Kette zu spannen…

Für den Rest der Vorbereitungen ist wieder ein Taschenrechner zu bemühen:

Wieviel Tage sind wir unterwegs, wieviel Kaffee, Klopapier, „Trockenlebensmittel“, Konserven, Bier, Wein, Mineralwasser etc. usw. braucht man ungefähr, damit man die „Grundversorgung“ ohne viel Einkäufe unterwegs sicherstellt…

Nicht dass Einkaufen unterwegs nicht sogar interessant und spannend ist, das werden wir auch dieses Mal machen, aber es reizt mich nicht wirklich, mich unterwegs mit Einkauf von Klopapier, Mineralwasser und Kondensmilch zu beschäftigen, dann schon lieber die „landestypischen“ Spezialitäten, die man so bei uns nicht jeden Tag hat oder die sich einfach von unserem Angebot hier in Art und Geschmack unterscheiden.

Neu an Bord kommt auch eine neue Kaffeepad-Maschine – die „Petras“ haben zwischenzeitlich mehr oder weniger den Geist aufgegeben – und ein Dämpfer:

Den Dämpfer habe ich vor einem Jahr aus Interesse an dieser Art der Speisenzubereitung gekauft und dabei im Hinterkopf schon die „Bootsnutzung“ im Auge gehabt, vielmehr war er mir deswegen schon positiv aufgefallen, da er recht kompakte rechteckige Abmessungen hat und besser in die Bordküche als ein großer runder Dämpfer…

Bei der häuslichen Anwendung fand er wenig Ulis Zustimmung, da Gewürze, angefangen bei Salz und Pfeffer, beim Dämpfen nicht so „ankommen“, wie man das vom „Kochwasser“ kennt.

Mich hingegen hat dennoch fasziniert die „unspektakuläre“ beiläufige energiesparende und nicht zuletzt schonende Zubereitung von Kartoffeln, Gemüse u.v.a.m.

Ob sich dieses „Teil“ bewährt und genutzt wird, wird sich zeigen…!

Vielleicht kommt auch noch unsere ebenfalls letztes Jahr zu „Testzwecken“ gekaufte preiswerte Heißluftfritteuse mit an Bord.

In jedem Fall warten schon drei neue Reisebegleiter darauf, dass es losgeht: Nachdem die Bordpflanzen aus 2013 mittlerweile zu groß geworden sind, gibt es ein neues „Ensembles“ von pflanzlichen Mitreisenden :

 

 

 

 

 

 

 

 

Der mittlere Platz ist für Schnittlauch oder Pflanzen, die wir unterwegs treffen und die mitkommen wollen… 🙂

Meine vergangenen vielfältigen Bemühungen zur Optimierung der „Kommunikations- und Navigationsstruktur“ werden keine Neuauflage erfahren, weil spätestens die Erfahrungen in 2013 gezeigt haben, dass „besondere Vorkehrungen“ zur Erhöhung der WLAN- oder Mobilfunkreichweite oder besondere Softwarelösungen für Navigation irgendwie mehr Probleme machen als dass sie Vorteile bringen:

Meine externe WLAN-Antenne hat softwaremäßig oft gezickt und wenn sie funktioniert hat, auch nicht wirklich etwas gebracht, der WLAN-Router mit externer Antenne hat das Leben etwas erleichtert, aber kaum die Reichweite verbessert…!

Die Navigationssoftware  „WeatherInfoViewer“ war „volldigital“, nämlich sie ging oder sie ging nicht und ist letztlich schon 2013 virtuell im Meer versenkt worden.

Der „Mörer“-Wetterempfänger, der die Navigationsdaten in die Software „einspielte“ oder am Rechner den Seewetterbericht visualisierte, verfügte über eine enttäuschende Empfangsreichweite und Informationsdichte und freut oder ärgert schon einige Zeit einen neuen, über Ebay gefundenen Besitzer.

Letztlich reicht die „Hotspot“-Funktionalität des Handys aus, um alles mit WLAN zu versorgen und auf See ergibt sich so oder so eine üppige Mobilfunkreichweite von bis 30 km, von daher ist eine externe Antenne, die es für Smartphones eh nicht mehr gibt, letztlich überflüssig geworden.

Die verschiedenen Wetterapps, teils kostenpflichtig, teils kostenfrei, in der Aussagekraft gut und ausreichend, ich werde mich auf „Windy“, den dann im Sommerhalbjahr wieder kostenpflichtig zu reaktivierenden Wetteronline-Account und Theyr verlassen.

Nicht zuletzt habe ich für Wettervorhersagen einschließlich Seewetter www.yr.no in guter Erinnerung.

Die so zusammengetragenen verschiedenen Informationen haben uns in und ab 2013 bei konservativer Interpretation ein überaus verlässliches „Bild der meteorologischen Lage“ verschafft, andere Lösungen mögen dann für „Blauwasserfahrer“ Sinn ergeben, nicht jedoch für unsere „Küstenetappen“.

Etwas wird neu sein bei Baltic Dream 2.0:

Während ich in 2013 noch Inhaber des Ingenieurbüros Wenzel war, bin ich nunmehr „Einzelkämpfer“ unter dem „Label“ RWS und habe keine Mitarbeiter oder Vertreter, die innerhalb der etwa dreimonatigen Abwesenheit meine „geschäftlichen“ Interessen wahrnehmen können.

Um mein neu frisch sprießendes zartes geschäftliches Pflänzchen nicht gleich vertrocknen zu lassen, werde ich während meiner Abwesenheit telefonisch erreichbar sein und auch den ein oder anderen Arbeitstag „online“ bestreiten müssen, um nicht ganz aus dem Gesichtsfeld meiner Auftraggeber zu geraten…

Letztlich ermöglicht mir erst der berufliche Wechsel die entspannte Neuauflage von Baltic Dream und so ist dieser „Wermutstropfen“ der Erreichbarkeit und des zeitweiligen Arbeitens von Bord aus durchaus erträglich, zumal ich ausschließlich nur noch mir Rede und Antwort stehen muss und nicht mehr den Tropf des Ingenieurbüros ständig füllen und regulieren muss…!

Die Reisevorbereitungen in 2013 waren irgendwie „aufregender“, da wir damals so etwas das erste Mal gemacht haben; für Baltic Dream 2.0 stellt sich die Vorfreude mit den Vorbereitungen langsamer ein, eine gewisse Routine und das Wissen darum, was uns erwartet, lässt die Euphoriewellen nicht ganz so hoch schlagen wie vor 2013.

Nachtrag :

Heute sind frische Kotztüten eingetroffen; nicht, das wir so etwas in 2013 gebraucht hätten, aber „sicher ist sicher“, zumal ich die „Seetüchtigkeit“ meiner diesjährigen Begleiter nur bedingt einschätzen kann…

 

Die 10. Saison…

Gedanken im April 2019…!

Dieser Tage, mit dem Beginn der Bootssaison 2019 wurde Else 10 Jahre alt.
Im Mai 2009 haben wir sie erlöst und einem mäßig freundlichen und ebenso inkompetenten namhaften norddeutschen Bootshändler abgekauft.

Ich erinnere mich gerne an den aufregenden Tag der Übergabe in der Ancora Marina in Neustadt: Schneeweiß mit blauem Verdeck „neu riechend“ haben wir um die Mittagszeit die Else am „Auslieferungssteg“ erstmals betreten, alles erkundet und waren hellauf begeistert.

„Mein Mann kommt gleich und macht mit Ihnen eine Einweisungsfahrt..!“ trötete die Frau des Mannes, der gleich kommt und dann nicht kam…

Ein paar Mal haben wir noch hinterher telefoniert, ich saß mittlerweile ca. zwei Stunden im Cockpitsessel der Else und habe mich mental mit ihrer Bedienung und insbesondere ihren Abmessungen vertraut gemacht.

Neun Fuß mehr in der Länge und drei in der Breite waren doch eine andere „Nummer“ als unsere Hydra, die wir im Herbst 2008 schwersten Herzens in Zahlung gegeben hatten.

Der mehrfach angekündigte Mann kam nicht, stattdessen die Mitteilung, „dass es ja nun auch ziemlich windig geworden sei“ und man die Einweisungsfahrt besser nicht machen sollte…!

Selbst mir als diplomierten Oberbedenkenträger schien das eher eine Ausrede als eine navigatorische Ausnahmesituation…!
Noch einmal auf das sich mäßig kräuselnde Wasser außerhalb der Marina guckt, den Finger in die Luft gehalten und ein großes Herz gefasst, ließ ich erstmals Elses Motoren an und hangelte mich aus der Box und im weiteren Verlauf aus der Ancora Marina hinaus auf die Ostsee, Richtung Neustädter Stadthafen.
Diesen hatte ich ins Auge gefasst, um an den dort befindlichen Kaimauern ein paar Längsseits-Anlegemanöver zu üben.

Das erste endete mit einem relativ dumpfen seitlichen Aufprall auf die Kaimauer, der zum Glück folgenlos blieb, die weiteren klappten dann „wie gelernt“ mittels Bugstrahlruder und Z-Antrieb schon eher bilderbuchmäßig. Schon jetzt war zu spüren, dass ein größeres Schiff, abgesehen von den Abmessungen, eigentlich besser als ein kleineres zu manövrieren ist, die Masse macht’s…!

Die Feuerprobe stand mir noch bevor, musste ich doch noch zurück in den mir zugewiesenen Liegeplatz in der Ancora Marina.
Wider Befürchtung klappte es dann mit rotem Gesicht und trockenem Mund eigentlich recht gut, es war von daher leicht, als dass die Box so klein war, dass Else gerade „saugend“ dort hinein passte und die zufällig anwesenden Stegnachbarn auf meine Einlaufversuche aufmerksam wurden und schützend beide Hände, Füße und zusätzliche Fender so positionierten, dass ich gar keine Chance hatte, irgendwo gegen zu rammen…!
Die üblichen gut gemeinten, aber nervenden Hinweise, jetzt Steuerbord, langsam verholen, Achtung jetzt vorwärts, nee, zurück, mehr nach Backbord und dann ein freundliches Hallo, gepaart mit unverhohlener Neugierde, über die Neuankömmlinge und insbesondere das „niegelnagelneue“ Boot.

Gegen Abend sahen wir dann in der Ancora Marina noch die eingangs erwähnte Dame flanieren, die uns freundlich zuwinkte mit den Worten „hat ja schon ganz gut geklappt mit den Anlegemanövern im Stadthafen…!“ Sie hatte uns auf ihrer Rückkehr aus dem Kosmetikstudio wohl beobachtet…
Kundenbindung stellt man sich irgendwie anders vor.

Es folgten noch einige Wochen Liegezeit in der Ancora Marina, die wir zum Anlegen und Üben des „Handling“ der Else benutzten und zu ersten Ausfahrten auf der Neustädter Bucht. Ein paar Wochen später sind wir dann eines aufregenden Tages in aller Herrgottsfrühe aufgebrochen und haben uns bei schönstem vorhergesagten und dann auch eingetroffenen Wetter für den uns damals sehr aufregenden langen Weg zum neuen Liegeplatz in Kappeln aufgemacht.

Am Abend kamen wir dann nach einer eindrücklichen, aufregenden und langen Fahrt am Liegeplatz in Kappeln an und meisterten dann die vorerst letzte Herausforderung dieser Tage, nämlich in der Box mit Heckpfählen – das sind wir so bisher nicht gewohnt gewesen – anzulegen.

Das Bootfahren und Leben in Kappeln und mit und auf der Else ist in diesem Blog schon hinreichend immer wieder beschrieben; immer wieder deswegen, weil es bis heute begeistert und dieser Liegeplatz und die Umgebung zu einem der schönsten Flecken der Erde gehört!

So begann dann auch nahezu 10 Jahre später die Saison 2019:

Die Abläufe beruflicher und privater Natur haben mir seit der Einwinterung der Else im Oktober 2018 keine Zeit gelassen, mich mit den Vorbereitungen der diesjährigen Saison in der „gebotenen Tiefe“ zu beschäftigen. Um alles fit für die Bootssaison des Folgejahres zu haben, muss man eigentlich schon unmittelbar nach der Einwinterung mit den Vorbereitungen für die neue Saison beginnen.

So hat mich diesmal zum Krantermin eine ziemlich desolate Else erwartet: Die insgeheim erhoffte Wunderheilung des letztes Jahr zum Saisonende defekt gewordenen Bedienpanels im Salon sowie der Standheizung ist ausgeblieben, eine funktionierende Tankanzeige weiterhin nur bedingt in Sicht und auch der Umbau der mechanischen Lenkung auf eine hydraulische im Hinblick auf eine dauerhafte Funktion des Autopiloten stand noch bevor.

Lediglich die altersbedingt mittlerweile unzuverlässlich arbeitenden so genannten Trimmsender der Z-Antriebe – diese ließen sich nicht mehr richtig trimmen – wurden kurz vor der Wasserung von der Firma Pauls erneuert, nun lassen sich die Antriebe trimmen wie eh und je…!

Nach Ankunft der an der bereits gewasserten und am Liegeplatz vertäuten Else am ersten Wochenende nach Pfingsten -so spät begann unsere Saison noch nie – war also erstmal der Umgang mit den Defiziten der letzten Saison und des Winterlagers zu regeln.

Glücklicherweise kam alles anders als befürchtet: Nach dem Motto „gut gereinigt ist halb repariert“ habe ich akribisch die durch das Streusalz am Bedienpanel – oberhalb des Panels war der Salzstreuer umgefallen – verursachten Korrosionsspuren an den Füßchen des „Mikroprofessors“ auf der Platine gereinigt und mit Platinenlack versiegelt, das ebenfalls auf der Platine montierte Anzeigedisplay abgebaut, zerlegt, gereinigt und wieder zusammengesetzt und, oh Wunder, die Anzeige funktionierte wieder wie eh und je. Ein neues Display hätte mit knapp 700,00 Euro zu Buche geschlagen, die nun glücklicherweise schöner eingesetzt werden können…!

Nach diesem Erfolgserlebnis habe ich dann noch einmal mehrere Stunden Informationen zur Standheizung „ergooglet“, um dann einen Reset – auch eine 10 Jahre alte Standheizung hat ein Hirn – durchgeführt und, oh Wunder, mit heftiger Qualmentwicklung, mutmaßlich herrührend von den vielen Fehlstarts der Standheizung, erwachte sie wieder zum Leben und heizt wie eh und je…

Eine fällig Wartung hätte ich ihr nach 10 Jahren ausgiebigen Betriebes auch nicht wirklich übel genommen, das werde ich während des nächsten Winterlagers nachholen.
Nach diesem guten „Vorlauf“ habe ich dann auch noch den neuen Solarregler installiert, sodass nun auch die PV-Anlage wieder mit der alten Anzeige wieder funktioniert.
Zukünftig werde ich zum Saisonende den Solarregler ausbauen, um erneute Schäden durch Korrosion im Motorraum zu vermeiden, hierzu später jedoch mehr.

Zwischenzeitlich hat ELSE auch endlich eine neue Lenkung bekommen : Die mechanische „Teleflex“-Lenkung ist durch ein hydraulische Lenkung ersetzt worden. Die Ansteuerung der Koppelstange der Z-Antriebe durch den Autopiloten erfolgt jetzt durch einen Hydraulikzylinder und nicht mehr elektrisch.

Von der ganzen Aktion verspreche ich mir nun mehr eine lange „Standzeit“ der Selbststeuerung, die Ölpumpe und der Hydraulikzylinder werden mutmaßlich eine höhere Lebensdauer als der elektrische Stellantrieb mit dem „Spielzeuguhrengetriebe und dem Föhnmotor“ haben …!

„By the way“ hat sich erfreulicherweise ein anderes Problem erledigt : die hydraulische Lenkung ermöglicht nun auch ohne die Servounterstützung die Lenkung recht gut, d.h., es ist jetzt unerheblich, ob der Steuerbordmotor mit der Lenkservopumpe läuft oder der Backbordmotor, ELSE lässt sich so oder so gut lenken und nunmehr hat man auf langen Fahrten die Wahl, entweder nur den STB-Motor oder den BB-Motor zu benutzen ! Vorher war der Betrieb des STB-Motors für die Funktion der Lenkung und des Autopiloten unumgänglich.

Die dadurch mittlerweile aufgetretene „Betriebsstundendifferenz“ von fast 50 h wird sich also mittelfristig wieder ausgleichen, weil jetzt auf langen Strecken erst mal der BB-Motor „dran ist“!

Seit vielen Jahren funktioniert nun erstmalig auch wieder der Tankinhaltsanzeiger :

Irgendwann hatte er seinen Geist aufgegeben und wurde durch einen „Fachbetrieb“ erst einmal „stumpf“ durch einen Geber gleicher Bauart ersetzt. Leider geruhte dieser nicht mit dem EVC zu sprechen und verweigerte die nächsten Jahre die Kommunikation : er ließ sich trotz aller Bemühungen nicht im Bedienmenü kalibrieren und weder die „Spezialisten“ von Volvo Penta noch von Bavaria hatten Ideen, wie man dann den Geber zur Anzeige schlüssiger Werte bewegen könnte…

Zwischenzeitlich hatte ich mich damit fast abgefunden, lieferte doch das mit dem neuen Plotter 2015 an Bord gekommene „Motormanagement“ verlässliche Verbrauchswerte, die es „umständlich“ aus der Kraftstoffeinspritzmenge beider Motoren ermittelte…!

Da der  Tankinhaltsgeber die Füllstandsanzeige aber auch an das EVC liefert – wenn er denn funktioniert – und daraus Reichweite und vieles andere mehr generiert, mochte ich mich nicht damit abfinden und startete in diesem Frühjahr einen neuen Versuch zur Revitalisierung der Tankanzeige.

Wider jegliches Erwarten mit Erfolg :

Eine erneute, Anfrage bei Bavaria brachte mich – von der Stimme her – mit dem „Betriebsältesten“ zusammen, der mir erläuterte, dass für das Boot der und der Tankgeber geht und er mir diesen zuschicken würde…!

Meine Einwände angesichts der langen negativen Historie ließ er nicht gelten; wenige Tage später traf der neue Geber, optisch anders und nur mit zwei Anschlussdrähten anstelle von bisher drei ein.
Mein sich spontan verfinsterndes Gesicht und Gemüt in Erwartung der erneuten Fehlfunktion erhellte sich aber glücklicherweise nach provisorischem Anschluss des neuen Tankgebers:
Ohne Kalibrierung nahm er sofort mit dem EVC Kontakt auf und lieferte endlich die seit Jahren vermisste Anzeige!
Warum das nun viele Jahre gedauert hat und mit einem Geber anderer Bauart spontan funktioniert, wissen die Götter…!

Nach dem Motto „irgendwas ist immer“ zeichnete sich schon am Liegeplatz ab, dass es mit den Verbraucherbatterien der Else wohl langsam zu Ende geht: Bereits in der vergangenen Saison war mir aufgefallen, dass beim Betrieb des Bugstrahlruders alle elektrischen Verbraucher „in die Knie gingen“ und der Plotter wegen Unterspannung abschaltete.

Ein Blick in diesen Blog offenbarte mir, dass die Batterien nicht gefühlt erst ein paar Jahre alt sind, sondern in den tatsächlichen 7 Jahren wohl das Ende der Lebensdauer legitim erreicht hatten…!

Aufgeschrieben schon im April 2019 aus Zeitmangel erst heute vervollständigt und gepostet

Zwischenzeitlich schlummert die Else im Winterlager ihrer 11. Saison entgegen und diese wird mit der geplanten Neuauflage unserer „Baltic Dream“-Tour sicherlich alles andere als langweilig!
Vor Beginn der diesjährigen Saison wird Else noch zwei neue Verbraucherbatterien erhalten und das Bugstrahlruder wird zukünftig mit einer separaten Batterie versorgt werden, um die vorstehend geschilderte Problematik ein für alle Mal zu „eliminieren“.
Mit den neuen Batterien wird dann wohl auch ein „Verbraucherbatteriemanagement“ an Bord kommen, um das eigentlich bewährte Abschätzen durch Wissen zu ersetzen.

Anlässlich der „Hamburg Bootsshow“ hatten Jürgen und ich viel versprechende Lithiumionenbatterien als Verbraucherbatterien in Augenschein genommen, die ein eigenes Batteriemanagement, welches über Bluetooth mit der dazugehörigen App spricht, eingebaut haben; der Preis und in diesem Fall doch eine gewisse Technikskepsis haben mich jedoch von diesen Batterien Abstand nehmen lassen.

Auf der Bootsmesse habe ich dann auch für meine Leuchten LED-Leuchtmittel gekauft, um den nächtlichen Stromverbrauch am Ankerplatz ohne Landstrom weiter zu reduzieren.

Vor dem großen Törn ist dann nach 10 Jahren auch der Zahnriemenwechsel bei beiden Motoren notwendig. Glücklicherweise ist das laut Auskunft von Volvo Penta ein im Gegensatz zum Kraftfahrzeug recht unspektakuläres Unterfangen, liegen die Zahnriemen doch recht zugänglich an der Vorderseite der Motoren.
Ob die Erneuerung der Antriebsbälge wieder einmal notwendig wird, werden wir kurz vor der Wasserung prüfen.

Für die neue Ostseerunde wird dann auch endlich der zweite Tiefenmesser als „Backup“ für den Fall des Ausfalls des „Haupttiefenmessers“ mit an Bord kommen: Bereits in 2013 war hierfür bereits der Heckgeber vorsorglich installiert, das eigentliche Gerät schlummerte im Schrank und wurde nie benötigt.
Die bisherigen zweimaligen Ausfälle des „Haupttiefenmessers“ fanden glücklicherweise immer in unproblematischen Gewässern statt, ein Ausfall des Tiefenmessers in Schärengewässern möchte ich mir nicht vorstellen, darum wird nun vor Fahrtantritt das „Backup“ betriebsfertig hergerichtet.

Leider hatte auch zu Saisonende die Standheizung doch erneut Betriebsstörungen, nun liegt sie auf der Werkbank des Boschdienstes und der sagt, dass sie funktioniert…!
Warum sie an Bord mit Drehzahlschwankungen die Beheizung beeinträchtigt hat, muss nun noch ergründet werden…!

Irgendwas ist immer und bereits Elses Vorgänger haben mich gelehrt, dass ein Boot eine Dauerbaustelle ist, egal wie alt es ist…!

Die eine Hälfte der Baustelle ist geschuldet Salzwasser, Seeluft, Winterlager, Vibrationen und der (Ab)Nutzung, die andere Hälfte immer neuen Ideen, was man verändern und optimieren könnte…! 😊

Es bleibt spannend…!

Impressionen Saisonbeginn 2019 :

 

 

 

 

 

 

Die schöne blaue Donau…!

Ich habe lange gehadert, ob ich von diesem unseren in der Überschrift schon angedeuteten Plan berichte, das Ganze ist mir ziemlich peinlich…!

Wir haben eine Donaukreuzfahrt gebucht!

Abgesehen davon, dass neuerdings Kreuzfahrten im Zeichen des Klimawandels ein absolutes No-Go sind, hatten uns die Berichte von Jörg eigentlich davon geheilt, in diesem Leben noch einmal eine Kreuzfahrt machen zu wollen.

Eine Flusskreuzfahrt ist dem Vernehmen nach nun eigentlich etwas mehr für Altersgruppe 80+, andererseits verspricht eine Kundschaft von maximal ca. 150 Passagieren, von denen die Hälfte zudem vermutlich entweder scheintot oder bewegungsunfähig ist, ein im Vergleich zu Aida und Co. eher ruhiges Ambiente und Erleben.

Zudem hat ein Flusskreuzfahrtschiff trotz der geringeren Passagieranzahl ein spezifisch deutlich geringeren Brennstoffverbrauch pro Passagierkilometer als eine Queen Mary o.ä. und ist von daher ökologisch kompatibler zum Zeitgeist als das klassische Seekreuzfahrtschiff…!

Trotz All inclusive, Bahnanreise von Lüneburg nach Passau und einer Hotelübernachtung in Passau hat das Preis-Leistungs-Verhältnis eher das Niveau einer Jugendherberge.

Genug Gründe, sich dieser Art des Reisens einmal zuzuwenden, aber der Hauptgrund ist eigentlich ein anderer:
Mein immerwährendes Bestreben nach „was geht“, besonders was das Bootfahren angeht, kam mir so der Gedanke, man könnte eigentlich mal die Donau befahren, verspricht sie neben zahlreichen Ländern und Metropolen auch ein großartiges Naturerlebnis zwischen Passau und dem Schwarzen Meer.

Nun ist es so, dass sich die Else weit ab von diesem Revier befindet und eine Anreise auf eigenem Kiel über Elbe, Elbe-Seitenkanal, Mittellandkanal, Rhein, Main, Main-Donau-Kanal bei zielstrebiger Fahrt überschlägig wohl ca. 3 Wochen benötigt, bevor man die Donau im Kielwasser hat…!

So entstand dann die Idee, die Else auf dem Landweg nach Schlögen in Österreich transportieren zu lassen.

Ein zwischenzeitlich vorliegendes Angebot für einen Landtransport der Else von Kappeln nach Schlögen brachte dann die befürchtete Ernüchterung: ca. 5.000,00 Euro werden fällig, zzgl. raus- und reinkranen, ggf. behördlicher Auflagen beim Transport (Polizeibegleitung o.ä.!) und vieles andere mehr. Insgeheim hatte ich diese Summe schon befürchtet und „leistungsbereinigt“ erscheint sie auch völlig gerechtfertigt, muss doch die Else auf einem Tieflader mit Überbreite und Begleitfahrzeug von einem in das andere Revier befördert werden.

Selbst wenn man den ökologischen Fußabdruck einer solchen Aktion und die Kosten zunächst einmal ausblendet, kommen einem doch verschiedene Zweifel auf: Was ist, wenn einem das Revier nicht gefällt? Was ist, wenn man dort, ähnlich wie auf dem Oberlauf der Elbe, kaum Anlegemöglichkeiten findet? Was ist, wenn die Österreicher alle genauso komisch sind, wie sich sie viele Jahre im beruflichen Umgang erlebt habe? Okay, es gibt insgesamt zehn Anrainer-Staaten und irgendeine Mentalität wird schon passen!

Was ist, wenn es einem da schlicht nicht gefällt??

Viele Fragen, wenige Antworten!

Wie seinerzeit bei unserer Elbe-Reise gibt es im www über dieses Revier nicht wirklich viele Informationen. Als „seriöse“ Grundlage für ein solches Vorhaben hat mir bisher der Törnführer „Die Donau“ aus dem Delius Klasing Verlag gedient, in memoriam an die Erlebnisse 2011 auf der Elbe, weicht das Geschriebene aber nicht selten deutlich von der Realität ab…!

So ist dann die Idee entstanden, auf einer preisgünstigen Flusskreuzfahrt sich vor Ort ein eigenes Bild über die Eignung der Donau für die Sportschifffahrt zu machen.

Kaum war die Idee geboren, waren wir dann aber doch ein Stück weit Feuer und Flamme für diese Reise: Ein wenig gruseln wir uns aber schon bei der Vorstellung, wir müssen in Abendkleid und Anzug – über solche Gegenstände verfügen wir aktuell gar nicht, zumindest nicht passend – zwischen honorigen Senioren sitzen und gut erzogen dem Verhaltenskodex dieser Gesellschaftsgruppe entsprechen.

Auch die Vorstellung, dass wir als Personal oder Künstler durchgehen würden oder Uli sogar ein bisschen ihrer Tätigkeit aus der Tagespflege nachgehen kann, mochte uns nicht wirklich die Schwellenangst nehmen…!
Bei der Suche nach einer geeigneten Reise sind wir dann bei Phoenix-Reisen und dort dem bulgarischen Flusskreuzfahrtschiff „MS Sofia“ gelandet: Die Sofia ist so alt, dass man ihr Baujahr entgegen sonstiger Gepflogenheiten der Branche tunlichst verschweigt und stattdessen ein eigentlich eher professionelles Imagevideo bei Youtube eingestellt hat :

Das Video versucht auf seichte Art und Weise die Sofia richtig schön zu reden, lässt beim Ansehen, insbesondere beim mehrmaligem, aber durchaus einen guten Rückschluss auf das zu, was einen erwartet: Ein altes Schiff, das möglicherweise überwiegend nur noch von der Farbe zusammengehalten wird, liebevoll umschrieben mit „elegant und nostalgisch“ und eine Crew, die Freigang aus dem Gruselkabinett zu haben scheint!

Bei Betrachten des Videos beachte man die Feinheiten: Wann hat man zuletzt ein Telefon mit Wählscheibe gesehen?! Auf der Sofia gibt es sowas!
Je öfter man das Video betrachtet, umso mehr fallen einem Feinheiten auf, mit denen augenscheinlich versucht wird, das „Produkt“ anzupreisen!
Wie sagt man: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, so gesehen ein Video erst Recht!

Nichts desto trotz: Wir haben die Reise auf der Sofia gebucht in der Erwartung und Hoffnung, dass das Publikum eher prollig als blasiert ist und die bulgarische Crew eher rustikal als hochnäsig ist: Der Reisepreis unterstützt diese Hoffnung und so sind wird auf das Äußerte vorbereitet und können eigentlich nur noch gewinnen auf dieser für uns so gesehen „Forschungsreise“!

Hinterher sind wir schlauer und werden nach einem sicherlich so oder so eindrücklichen Erlebnis auch Gewissheit darüber haben, ob die Donau möglicherweise ein – mehrjähriges ? – Revier für die Else sein kann oder eben auch nicht…

Das Video von Phoenix-Reisen :

 

Sonnenaufgang in Kappeln…

Sonnenaufgangsbilder und – Videos gibt es unzählige in allen Variationen…

Auch mein nachstehendes, im Zeitraffer auf dem Steg des Ostsee Marine Service in Kappeln aufgenommenes Video ist kein Unikat, vielmehr erinnert es mich sehr omnipräsent an die morgendliche ruhige schläfrige Stimmung, die Gerüche und Geräusche dieser Stunde, aber auch an meine Bemühen, nicht schlaftrunken auf dem taunassen Gangbord und Steg auszurutschen und ins Wasser zu fallen…

Der Geschmack des heißen Kaffees liegt mir beim Ansehen des Videos noch auf der Zunge.. 🙂

Erstaunlich, wie die Boote trotz Windstille in Bewegung sind…

 

Golden Fantasies – GEMAfreie Musik von https://audiohub.de

Lizenz: CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/)

 

Ein Vormittag an Bord MY ELSE…

In diesem Jahr gab es wenig „Fahrtage“ für die ELSE, dafür umso mehr „Wohntage“:

Im Hafen oder vor Anker liegend erledige ich an Bord mitgebrachte Arbeit und hole private wie berufliche lange aufgeschobene Telefongespräche nach, räume auf oder ab, repariere irgendetwas, trinke Kaffee, gönne mir ab und zu eine der seltenen Zigaretten und genieße das sanfte Schaukeln und den Blick auf die Schlei!

Neudeutsch heißt das „Work-Life-Balance“ im wirklichen Leben ist das einfach nur schön und entspannend!

Am Vormittag des 18.09.2019 habe ich mit meiner „Actioncam“, die im Bereich des Armaturenbrettes aufgestellt war, eine Zeitrafferaufnahme von diesem Geschehen gemacht…!

Was durch den Zeitraffer hektisch aussieht, ist in Wirklichkeit völlig entspannt, schließlich werden hier mehrere Stunden auf wenige Minuten „komprimiert“.

Wer Muße hat, kann zu Ende gucken: Neben Kaffee trinken, telefonieren und rauchen, wird der Klodeckel repariert, mein geliebter Kräuterquark angerührt und aufgegessen und ein paar Übungen mit dem Theraband gemacht, damit der eingeschränkten körperlichen Tätigkeit in der kleinen abgeschlossenen „Else“-Welt etwas entgegengesetzt und die leicht verspannte Schulter entzerrt wird!

Erst beim genauen Hinsehen bemerkt man das Treiben der Blässhühner hinter dem Schiff und die Situationskomik meines Tuns… 🙂

Fazit :  Fahrtage sind schön, Hafentage sind nicht schlechter!

Hier das Video :

Dornröschen…

…ist der Überlieferung nach in einen 100 Jahre andauernden Schlaf gefallen, bevor sie durch einen Kuss wieder aufgewacht ist…

Schon nach etwas mehr als einem halben Jahr wird Else im Mai nächsten Jahres aus ihrem derzeitigen Dornröschenschlaf wachgeküsst und für eine im Sommer folgende Neuauflage unseres „Baltic Dream 2013“ vorbereitet :

Unaufhörlich zählt der Countup-Zähler auf der „Ursprungshomepage“ der MY ELSE aufwärts, 2356 Tage sind seit Beginn unserer Ostseereise „Baltic Dream 2013“ vergangen, eine „Neuauflage“ eines „Ostseetraumes“ ist also mehr als überfällig !

Neue Freiräume beflügeln neue alte Träume :

Etwa Mitte Mai 2020 werden wir in See stechen :

Auch diesmal wird der Weg das Ziel sein, die Reise selbst aber eine etwas andere: Aller Lebenserfahrung nach werden wir in 2020 nicht noch einmal derart gute Wetterbedingungen antreffen wie in 2013, die mehr oder weniger gezeichnet waren von einem Supersommer mit schwachwindigem Motorboot-Fahrwetter.

Zum anderen wird die Reise mit wechselnden Besatzungen stattfinden:

Uli mag in 2020 nach ihrem fast halbjährigen Ausfall in der ersten Jahreshälfte 2019  bei ihrem Arbeitgeber in 2020 noch keinen „Sonderurlaub“ beantragen und kann von daher nur für ca. 2 Wochen mit an Bord sein.

In Memoriam an den „Blauen Klaus“, ein sympathischer älterer, gut erhaltener Segler, den wir auf unserer Tour in 2013 an der polnischen Ostseeküste kennengelernt haben und der in jedem zweiten Hafen andere Menschen an Bord bekam, ist dann auch bei mir die Idee gekommen, es dem blauen Klaus nachzutun und so werden dann wohl fünf bis sechs Crews zusammen kommen.

Das bedingt, dass die Crews gut anreisen und abreisen können und schränkt ein bisschen die Wahl der Häfen ein: Wer hat schon Lust mit Bahn und Bus oder per Anhalter nach Wladyslawowo oder Roja zu reisen…!

Von daher müssen die Häfen entlang der Reisroute eher gut erreichbar und attraktiv genug sein, um eventuelle Wartezeiten auf die neuen Reisebegleiter auf Zeit nicht nur zu überbrücken, sondern auch zu genießen.

Die eine oder andere Fahrt werde ich auch „Einhand“ machen und auch das funktioniert wirklich gut nur bei gemäßigtem Wetter und bedarf Geduld und Zeit…!

Auch wenn seit zwei Wochen nun Elses 10. Saison seit ihrer Kiellegung vorbei ist und sie im Dornröschen-Schlaf dem neuen Plan entgegenschlummert, nehmen die Reisepläne und erste Gedanken zur Route und „wer wann an Bord kommt“ schon jetzt Fahrt auf.

„Fest gebucht“ sind neben Uli nacheinander Kristian und Felix und mein Langzeitfreund Jürgen, der für dieses Vorhaben den passenden Begriff „maritime Notgemeinschaft“ schuf, ist es doch nicht unbedingt Andreas größter Wunsch, sich länger auf dem „offenen Meer“ aufzuhalten…

Von daher reisen wir nun nur zeitweise mit unseren Partnerinnen und auch das hat sich schon länger und und durchaus gut bewährt, nicht zuletzt auf unserer Göteborgreise in 2010.

Vorher gibt es allerdings auch noch von den Erlebnissen der vergangenen Saison zu berichten, doch davon mehr in den nächsten Beiträgen…

ELSE auf dem Weg ins Winterlager…

Segeln ist schön….!!*

Gestern 7:23 UTC auf der Schlei :

Schreie auf dem Wasser lassen mich aufhorchen: Braucht da jemand Hilfe ? Der Lautstärke und der Intonierung nach scheint Lebensgefahr zu bestehen ! Doch die sollte sich erst einstellen…

Beim näherem Hinsehen und -hören entdecke ich die Herkunft der Schreie : Eine Segelyacht unter Motor mit einem darauf befindlichen Paar, das sich wüst beschimpft : “ immer das Gleiche, ich kann es nicht mehr ertragen…!“  Wortfetzen mit „….loch“ und „Mist…“ dringen an meine Ohren und zeugen von einem authentischem maritimen Streit mit, den Wortfetzen zufolge, mutmaßlich längerem landgebundenem Vorlauf..

Eine Sekunde lang ist Ruhe, dann macht die Segelyacht ohne Vorwarnung eine 180°-Kehre mit offensichtlicher Ruderlage am Anschlag : Nie hätte ich geglaubt, das eine ca. 30 Fuss-Yacht quasi  „auf dem Punkt“ umdrehen kann !

Die auf dem Vorschiff befindliche Frau gerät ins Straucheln und kann sich nur mit Mühe halten und geht bei dem Manöver fast über Bord !

„Willst Du mich umbringen…??!“  brüllt sie…

“ Ja..!!!“  brüllt es aus dem Cockpit zurück…

Nach dieser Aktion kehrt vordergründig Ruhe ein und die Yacht setzt ihren „Umkehrkurs“ zurück in Richtung Arnis fort…

Ich sehe ihr nachdenklich nach und denke an ähnliche beobachtete Erlebnisse, vorzugsweise beim Anlegen und in Schleusen, wenn „Frau“ aus Sicht des Skippers etwas „verkackt“ hat, wofür sie häufig gar nichts kann…

Dieser beobachtete Konflikt war wenigstens auf „Augenhöhe“ was die Lautstärke angeht, „er“ saß nur im wahrsten Sinne des Wortes am längeren Hebel, sprich am Ruder…!

Nicht selten lässt die „Bebrüllte“ devot oder zumindest stoisch über sich ergehen, was eigentlich ein Grund für einen sofortigen „Reiserücktritt“ ist…

Es soll überlegene Kulturen geben, in denen sich Männer und Frauen im Wesentlichen nur zur Paarung zusammenfinden und ansonsten getrennter Wege gehen…

Eine gute Idee..?

An Bord der ELSE, dieser Tage bei tropischem Wetter friedlich am Liegeplatz dümpelnd, geht es geruhsamer zu mit vergnüglichen Beschäftigungen, die man hier

ansehen kann… :

 

*geht alles gut auch auf Motorbooten…! 🙂

 

Ein Wochenende auf der Schlei bei „Kaiserwetter“…

Die zehnte Saison der ELSE hat bereits im Mai begonnen, ein vorläufiges Highlight ist jedoch das vergangene Wochenende bei sich karibisch anfühlendem Wetter auf der Schlei. 24 Stunden alleine auf dem Wasser, überwiegend vor Anker, schaffen Raum für viele und andere Gedanken und vor allem Tiefenentspannung…!

Zu einem kurzen Video davon,  auf Jörgs Empfehlung innerhalb weniger Minuten mit der Software „Fastcut“ erstellt, geht es hier… 

Das Video ist dieses Mal bei YouTube eingestellt und nicht auf dem Blogserver…

In Kürze mehr zu den Ereignissen im zehnten Jahr ELSE…!

 

Kranwochenende…

Diesem Thema war mein Blog schon oft gewidmet, sodass es eigentlich gar nicht mehr viel zu diesem  hinzuzufügen  gibt…!

Aber manchmal kommt es besonders gut und darum mag ich es einmal mehr aufschreiben…

Zum Ende der Saison 2018 ist das „Kranwochenende“ um den 13. Oktober herum gekrönt von Kaiserwetter, der ohnehin schon kompromisslose Sommer gibt noch einmal alles!

In Vorbereitung des Einwinterns der Else bin ich bereits am Donnerstagabend elektrisch mit dem ZOE angereist, um neben der mitgebrachten Büroarbeit auch ein bisschen das avisierte schöne Wetter ein letztes Mal in diesem Jahr genießen zu können.

Die nächtlich Ankunft auf Else begann damit, dass das Bediendisplay im Salon in Folge der Kochsalzattacke wieder „zickte“ und neben hektisch blinkenden LEDs funktionslos war.

Diesmal ließ es sich auch nicht wieder beleben, zusätzlich hatte sich die auch von diesem Panel zu bedienende Heizung der Zickerei angeschlossen, obwohl der Einbauplatz des Heizungsschalters auf diesem Panel eher physischer als elektrischer Art ist, mit der Panelelektronik hat der Schalter gar nichts zu tun… Duplizität der Ereignisse, die einem nach einem langen Ingenieurleben nicht mehr wirklich stauen lässt!

Da sich alles Wesentliche mit Ausnahme der Heizung auch am Panel im Cockpit bedienen lässt, habe ich den Vorfall unter dem Motto „Irgendetwas ist immer!“ zunächst bis zu Saisonbeginn 2019 ad acta gelegt und mich dem letzten erwarteten Sonnenwochenende auf der Else zugewandt.

Im weiteren Verlauf kam es wie es kommen sollte: Sonnig, warm, schwachwindig oder windstill und sternenklare Nächte!

Nach der Anreise von Uli am Freitag nach der Arbeit haderten wir am Samstag auf allerhöchstem Niveau, ob wir einfach nur absichtslos auf dem Boot chillen oder noch einmal losfahren. Uli war eher für chillen und in Kappeln rumlaufen; da ich oft in Kappeln rumlaufe, war das nicht so mein Favorit und als Königsweg sind wir nach Ulis „Rumlaufen“ in Kappeln und Einkaufen am Samstagnachmittag schleiaufwärts gefahren, um gleich hinter Arnis einen schönen Ankerplatz in Ufernähe aufzusuchen.

Beim Herantasten an das Ufer fehlte mir doch etwas der zwischenzeitlich wieder defekt gewordene Tiefenmesser, so musste von Zeit zu Zeit der Enterhaken zur Überprüfung der Wassertiefe dienen. Da das Seegras bis fast unter die Wasseroberfläche reichte, hätte hier auch der funktionierende Tiefenmesser vermutlich keine brauchbare Anzeige geliefert, der Bootshaken hingegen zeigte vielmehr zuverlässig an, dass wir bereits nur noch einen Meter Wassertiefe hatten und Else mit den Propellern nicht nur im Gras, sondern auch im Sand wühlte…!

Ein bisschen mehr Sicherheitsabstand vom Ufer, Anker mit maximaler Kettenlänge fallen lassen in Erwartung, dass der Anker im Seegang ohnehin wieder nicht wirklich hält und ein bezaubernder Abend auf der Else konnte beginnen!

Langsam senkt sich die Dämmerung über die Schlei und die untergehende Sonne produziert eine „blaue Stunde“ wie aus dem Bilderbuch :

Seevögel aller Größe und Gattungen, allen voran Gänse, stimmen ein zeitweilig ohrenbetäubendes Schnatterkonzert an und fliegen offensichtlich ziel- und wahllos alleine oder im Schwarm absichtslos hin und her!

Ich möchte ein bisschen mithalten und beantworte das Geschnattere mit dem Nebelhorn der „Planschkuh“ aus den 70er Jahren, dass mir Anke vor ein paar Jahren „zu treuen Händen“ geschenkt hat :

 

Eine schmale Mondsichel gewinnt Oberhand über den Nachthimmel, gefolgt von dem in diesem Jahr aufgrund seiner Nähe zur Erde in Farbe und Helligkeit dominierenden Mars.

Im Westen ist der Sonnenuntergang fast vollbracht :

 

Am Osthimmel zeugen die aufgehenden Plejaden vom Ende des Sommers. Zwischenzeitlich ist der schwarze Nachthimmel übersäht von gefühlt Myriaden von Sternen und der Milchstraße.

Kein Fremdlicht stört den Anblick, das Ankerlicht mache ich, da hier eh keiner mehr fährt, vorrübergehend aus.

Das Wasser ist völlig glatt geworden, kein Lüftchen regt sich mehr, das Glucksen des Wasser am Rumpf ist verstummt…

Nur langsam können wir uns von der eindrücklichen Stimmung lösen, der Hunger schiebt sich in den Vordergrund…

Es gibt Rindfleisch aus Dosen, das früher aus der „Bundesreserve“ war mit Nudeln und natürlich bemühen wir uns eifrig, die noch an Bord befindlichen Getränke vor Ende der Bootssaison zu verbrauchen…

Nach dem Essen starren wir wieder auf den Nachthimmel und erspähen die eine oder andere Sternschnuppe, das insgeheim erhoffte Nordlicht zeigt sich nicht, obwohl dieser Tage in Norddeutschland einige Sichtungen möglich waren und eine erhöhte Nordlichtaktivität vorhergesagt war.

Man kann nicht alles haben…!

Erst gegen Mitternacht machen wir uns bettfertig und ich aktiviere am Plotter den Ankeralarm mit einem Radius von 60 ft und schon kurze Zeit später beginnt nach dem Zubettgehen das Konzert von Seekühen und Seebären…!

Die Nacht ist bereits gegen 3:30 Uhr überraschend zu Ende: Ein schrilles hektisches Piepen reißt mich aus den Träumen und der Ankeralarm auf dem Plotter verkündet eine „Abtrift größer 60 ft“ !

Was war passiert :

Zwischenzeitlich ist es wieder etwas windiger geworden und Else hat sich am Anker gedreht und damit aus dem „Alarmradius“ entfernt. Diesen habe ich dummerweise auch zu gering gesetzt: Bei einer Kettenlänge von 30 Meter (etwa 90 ft) kann man nicht erwarten, dass der Alarm bei Windrichtungswechsel nicht ausgelöst wird…

Leider kommt mir diese Idee erst beim dritten Ankeralarm um kurz nach sieben, zwischenzeitlich gab es noch um kurz nach fünf einen Alarm, danach ist Ruhe, zum einen weil ich nun meinen Fehler begriffen habe und zum anderen weil die aufgehende Sonne über der zwischenzeitlich wieder völlig windstillen Schlei eine Morgenstimmung produziert, der man sich trotz der Müdigkeit nicht entziehen mag.

Die ganze lärmende Vogelschar vom Vorabend ist bereits auch wieder aktiv und begrüßt die aufgehende Sonne.

Kurze Zeit später pfeift der Wasserkessel auf dem Spirituskocher und bald darauf belebt heißer Kaffee meinen schwächelnden Körper. Das Geräusch der Seekühe ist verstummt, zur Zeit sieht man sie auch nicht, aber wenn sie still sind, kommen sie bald wieder hervor…!

Ein paar Stunden bleiben wir noch vor Anker und schauen dem Tag beim Großwerden zu. Auch heute ist und wird das Wetter kompromisslos schön !

Gegen Mittag lichten wir den Anker, mit ihm ca. 10 kg Schlick und Seegras und treten in langsamer Fahrt die kurze Rückreise zum Liegeplatz nach Kappeln an, nicht ohne den Weg durch eine große Runde schleiaufwärts noch ein bisschen zu verlängern.

Beim Anlegen in Kappeln gibt es noch eine kurze Schrecksekunde. Das, was wir seit je her befürchten, tritt ein: Die backbordseitige Achterleine rutscht von der Badeplattform ins Wasser und wird sofort vom Propeller des Steuerbordmotors erfasst und straff gezogen. Der Motor wird abgewürgt, einhergehend mit schrillem Alarmpiepen des Plotters und des EVC, der Plotter quittiert zudem seinen Dienst, der Bildschirm wird schwarz, um gleich wieder anzugehen, das Ganze zweimal ?!

Dümmlich schräg hängen wir zwischen den Dalben, den Bug an den Fender des Nachbarbootes gedrückt…

Erfreulicherweise löst sich die Leine unbeschädigt nach nur wenigen Versuchen von Bord aus wieder aus dem Propeller, Uli muss nicht mit Messer ins Wasser… 🙂

Warum die Leine den Motor zum Abwürgen bringen kann, dann aber trotzdem so leicht wieder zu lösen ist, erschließt sich mir ebenso wie das Ausfallen des Plotters nicht; vermutlich lässt sich durch das Herausnehmen des Ganges und dem dann freigängigen Propeller die Leine abwickeln, wie von einer Schnurrolle?!

Kurze Zeit später sind wir dann „planmäßig“ in unserer Box und freuen uns, dass das Erlebnis folgenlos geblieben ist.

Uli tritt gegen Nachmittag die Rückreise mit dem ZOE an, auch sie schafft die Rückreise ohne Nachladen mit einer „stattlichen Restreichweite“ von 120 km.

Anlässlich einer „Zigarettenpause“ war jedoch das zu beobachten, was immer mehr „Standard“ wird : die Ladesäulen auf dem Parkplatz Holmoor West an der A7 war durch ein quer vor allen Ladestationen stehendes Auto zugeparkt und in der Folge unbenutzbar !

Das kann man leider immer mehr beobachten und nach unserer Wahrnehmung gibt es neben reiner Schusseligkeit auch den Frust über die „Sonderparkplätze“ für Elektrofahrzeuge, „die da auch noch umsonst tanken dürfen…“, letzteres ist ja leider aber verständlicherweise die Ausnahme geworden…

Ich mache mich bis in die tiefe Nacht wieder an die Büroarbeit auf der Else, parallel mache ich ein bisschen „klar Schiff“ und eine größere Liste von Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten für die kommende Saison.

Die Liste ist diesmal relativ lang, irgendwas ist halt immer und zwischenzeitlich habe ich begriffen, dass ein Boot, gleich welchen Alters, eine „Dauerbaustelle“ ist und das Salz des Meerwassers nichts anderes im Schilde führt, als ein Schiff zu vernichten.

Unterstützt wird es darin tatkräftig von Möwen, die es in diesem Jahr geschafft haben, unser Boot so zuzuscheißen, dass das schöne neue Verdeck im Wortsinne beschissen aussieht.

 

Abhilfe schaffen soll die windbetriebene „Mövenklatsche“, danach hat das Problem tatsächlich nachgelassen, mutmaßlich weil sich die Möven über das Teil totgelacht haben… 😉

Der Montag präsentiert sich schon fast routinemäßig wieder in voller Schönheit und Windstille.

Arbeit und winterfestes Herrichten der Else wechseln sind ab und um 14:00 Uhr fahre ich Else aus der Box zum Kran, an dem sie nur eine Viertelstunde später bereits ihrem Element enthoben wird.

 

Ein paar wehmütige Blicke, dann die übliche Verabschiedung vom „Kranpersonal“: „Schöne Weihnachten und guten Rutsch!“  🙂

Nach der Saison ist vor der Saison!

Mit Ideen, Gedanken und Träumen verlasse ich Kappeln in diesem Jahr zum letzten Mal.

 

 

Little Honeymoon…

Anlässlich der Hochzeit meiner Cousine Daniela mit einem Hasen, nämlich ihrem Thomas, hatten wir den beiden eine „Little Honeymoon“-Kreuzfahrt auf unserer Else geschenkt.

Es ist kein Geheimnis, dass Uli und ich an der Vorbereitung der Einladung und des Events als solchen ähnliche Freude gehabt haben, wie wir dann alle vier an der Durchführung.

Doch der Reihe nach:

Der Blick in Thomas und Danielas Kalender und unseren ergab nur einen möglichen Termin im Juli, dann erst wieder kurz vor Saisonende; Aller Bootserfahrung folgend hatte ich bereits damit abgeschlossen, dass in diesem Jahr „Little-Honeymoon“ wohl nicht mehr stattfinden wird…!

Doch es kam anders:

Als weiteres „Abfallprodukt“ dieses kompromisslos schönen Megasommers hat tatsächlich der vereinbarte Termin stattgefunden und das zudem noch bei bestem Motorbootfahrwetter!

Nach unserer Anreise am späten Freitagabend haben wir noch schnell Elses Tender startklar gemacht, um dann in den für uns frühen Morgenstunden am Sonnabendmorgen um 8:00 Uhr in Kappeln gen Schwedeneck aufzubrechen.

Dort hatten wir mit Daniela und Thomas eine Position vor Grönwohld vereinbart.
Der Strand vor Grönwohld ist für Daniela und Thomas von zu Hause fußläufig erreichbar und nach kurzer telefonischer Voranmeldung ging Else auf Reede vor Schwedeneck, wasserte den Tender und hat das „Jubelpaar“ direkt am Strand abgeholt!

 

 

 

 

Ankunft der Gäste…!

 

 

 

 

 

„Girls just wanna have fun..!“  und der alte Mann und das Meer…

 

 

Nach kurzer Bordinformation und Sicherheitseinweisung ging die Kreuzfahrt dann los mit Ziel Sønderborg in Dänemark.

Aufbruch nach Sønderborg..!

Bei blauem Wasser, mehr oder weniger Windstille und karibischen Temperaturen, garniert mit schöner Musik, Cocktails und Unterhaltungsprogramm haben wir dann gegen 16:00 Uhr den Stadthafen von Sønderborg erreicht.

 

 

 

Kabinentisch in der „Honeymoon.Suite“…

 

 

 

 

 

 

Erwartungsgemäß war die stadtseitige Pier bereits mit zum Teil in Päckchen liegenden Segelschiffen voll belegt. An unserem „Stammplatz“ von vor einigen Jahren lag frecherweise die „Dannebrog“, die  königliche dänische Yacht vor dem Schloss von Sønderborg.

Wir haben dann einen fußläufig auch nicht weit von der Innenstadt entfernten Platz an dem Stadtzentrum gegenüber liegenden Fischereikai gefunden und festgestellt, dass es hier eigentlich sogar viel schöner ist, hat man doch einen wunderbaren Blick auf das ganze Stadtpanorama und das Schloss mit der davor festgemachten „Dannebrog“.

Zudem war es viel ruhiger als direkt an Pier im Stadtzentrum, zum anderen lagen wir nur wenige Meter neben einer Automaten-Bootstankstelle, die Sprit und in der Folge Gleitfahrt für den nächsten Fahrt versprach.

Der Spaziergang ins Stadtzentrum, das Abendessen im „Oxen“ und ein bisschen Rumflanieren rundete den zur Neige gehenden Tag ab und gegen 22 Uhr fanden wir uns wieder auf der Else, um dort mit dem einen oder anderen Bier und Wein dem abebbenden Treiben am anderen Ufer zuzuschauen und langsam eine angenehme Bettschwere zu erreichen…!

 

Der nächste Morgen beginnt mit der in diesem Sommer zur Routine gewordenen sonnigen Schönheit, wir beschließen, nicht im Hafen, sondern in Høruphav, eine Bucht hinter der Halbinsel Kegnæs zu frühstücken.

Kurz noch getankt, dann auf am Schloss vorbei in Richtung Høruphav.

Auf dem Weg dorthin mal wieder ein merkwürdiges Seglererlebnis:

Ein Segelschiff unter Motor und ohne Segel kommt von links auf uns zu, auch längeres Beobachten des sturen Kurshalters lässt die Erkenntnis reifen, dass irgendetwas passieren muss, da wir sonst zusammenstoßen.

Ich gebe etwas mehr Gas, um einen Zusammenstoß zu vermeiden, der sture Kurshalter kommt in unserem Kielwasser mächtig ins Schlingern und ist am Toben und sichtbar lautstark am Pöbeln, was man auf einem Motorboot zum Glück dann nicht hört…!

Was war das denn für eine Nummer?

Im AIS ist Name und Kennung des Schiffes zu sehen, nach einiger Zeit des Nachdenkens rufe ich ihn mit betont freundlicher Stimme an, das Ganze, obwohl mehrfach und immer freundlich, bleibt unbeantwortet, obwohl mit großer Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass jemand der sein AIS in Betrieb hat, auch das Funkgerät auf Kanal 16 geschaltet hat.

Wir überlegen noch kurz, ob wir einen Fehler gemacht haben und kommen zu dem Schluss, dass der forsche Skipper und seine den sturen Kurs haltende blonde Steuerfrau entweder doof oder feige sind oder im ungünstigsten Fall beides.

In diesen Urlaub haben wir auch wiederholt bemerkt, wie die Segeljugend mit dem Ausbildungsklassiker „Optimist“ von klein auf Vorfahrt ohne Rücksicht auf Verluste gedrillt wird, ein Segel berechtigt ohne Rücksichtnahme offensichtlich zu allem und da kann man schon mal vergessen, dass man ohne Segel zum Motorboot wird…!

Egal ob man in der Hafeneinfahrt kreuzt oder in einer Fahrrinne, die ein  Ausweichen  gar nicht zulässt, der Segler darf immer… Déjà-vu 2011 auf der Elbe mit Kajakfahrern und Kanuten…

Um Missverständnissen vorzubeugen: Es gibt viele rücksichtslose und dämliche Motorbootfahrer, ebenso aber auch viele Segler, dann noch mit dem esoterischen „Mein gutes Recht“-Habitus versehen, weil man ja „ökologisch“ unterwegs ist…!

Zum Glück haben wir mit Seglern überwiegend angenehme und freundliche Begegnungen und Kontakte, von daher fällt das geschilderte Erlebnis auch nicht sonderlich ins Gewicht.

Nach diesem Erlebnis erreichen wir einige Zeit später Høruphav gehen vor Anker und frühstücken in der Morgensonne.

Das geplante Schwimmen fällt im Wesentlichen aus, die Ostsee ist in diesem Bereich überbevölkert durch Feuerquallen mit beachtlichen langen Tentakeln und so wage ich nur eine kurze Runde, von Bord aus weist Daniela mir die Richtung um den für mich, schwimmend, nicht sichtbaren Quallen auszuweichen.

Einige Zeit später nehmen wir Kurs auf Kappeln und genießen, autopilotiert, auf dem Bug sitzend, die Füße vom 23 Grad warmen Ostseewasser umspült die sonnige Rückfahrt.

Wie viel Glück kann man haben!

…auf dem Rückweg nach Kappeln, Füße im warmen Ostseewasser !

Ein Stückchen Gleitfahrt bis kurz vor Schleimünde muntert die beschauliche träge Fahrt auf und gegen 15:30 Uhr erreichen wir Elses Liegeplatz in Kappeln.

Das „Jubelpaar“ schicken wir auf eine Stadtbesichtigung, damit wir die Hinterlassenschaften der Kreuzfahrt aufräumen und die Else „fein“ zurücklassen können.

Das tolle Wochenende schließt mit einem schönen Abendessen „beim Jugoslawen“, dem kleinen Restaurant „Seerose“ auf dem Campingplatz Lindhöft, den man quasi als „Geheimtipp“ empfehlen kann.

Nach dem Essen liefern wir das junge Glück zu Hause ab und treten den Rückweg an.

Wie viel Glück kann man haben!

Die „Little Honeymoon-Route“ am 21./22.07.2018…