Tage in Göteborg…

Zwischenzeitlich ist der im vorangegangenen Post erwähnte „Plan B“ der „Seawoman“ aktiv:

Nach vielen Tagen haben wir gestern Göteborg verlassen und sind den Göta älv ca. 20 Kilometer stromaufwärts gefahren und haben am „Besuchersteg“ der „Bohus-Festung“ in idyllischer Lage festgemacht.

Doch der Reihe nach: vom 29.06. bis 08.07. waren wir in Göteborg, fast ein kleiner Urlaub für sich…

Hintergrund des langen Aufenthaltes in Götborg war die im vorangegangen Post beschriebene „48-Stunden-Überraschungsaktion“ von Uli, die wunderbar geklappt hat: Mit dem Flixbus ist Uli problemlos und erstaunlich preisgünstig von Göteborg nach Hamburg und von Hamburg zurück nach Göteborg gefahren, um als „Überraschungsgast“ Milas Abiturzeugnisübergabe beizuwohnen!

Die Überraschung war groß, der Aufenthalt in Wendisch Evern mit weniger als 24 Stunden klein und nach dem „Trip“ für Uli erst einmal ein bisschen ausschlafen angesagt…

Entsprechend der Vorhersage von „Windy“ war eine Weiterfahrt durch die Schären in Richtung Norden  direkt nach Ulis Rückkehr nicht möglich, zumindest hat wir nicht Lust auf Wellen und schon gar nicht in den Schären und so haben wir uns dann „planmäßig“ gut damit beschäftigt, Göteborg weiter kennen zu lernen.

Zwischenzeitlich kennen wir von morgens bis abends das Treiben in der City Marina Göteborg und den angrenzenden Straßenzügen, das morgendliche Erwachen der Stadt, deren abendliches Einschlafen, die Sehenswürdigkeiten, die Geschäfte und sogar Bus- und Straßenbahnverbindungen…

Göteborg ist eine angenehme, freundliche Stadt:

Es gibt unzählige schöne „Spots“, auch wenn alles etwas „großstädtischer“ als bisher abläuft und hier auch schon das eine oder andere Mal etwas mehr Müll (kurzfristig) herumliegt, als bisher anderswo in Schweden erlebt – immer noch weniger als in Deutschland – sind die Menschen und die Stadt freundlich und fröhlich!

Ein wenig mehr als bisher steht hier dem einen oder anderen gerade morgens oder in der „Rushhour“ die Alltagshetze im Gesicht, trotzdem dominiert Rücksicht, Zugewandtheit und Höflichkeit!

Die Stadt ist „multikulti“ :

Gefühlt 50 % der Menschen haben einen Migrationshintergrund, nach meiner Wahrnehmung tritt hier aber eine Gesellschaft auf und keine „Blockbildung“: Hinter den Kulissen wird bestimmt auch hier manches anders aussehen, aber möglicherweise hat die schwedische Gesellschaft eine andere Herangehens- und Umgangsweise mit der globalen Entwicklung als Teile der deutschen Gesellschaft…

Unweit vom Hafen liegt das große Einkaufszentrum „Nordstan“, in dem sich zahlreiche Geschäfte unter einem großen Dach auf mehreren Etagen befinden und so haben wir uns dort reichlich mit feinem Essen und Trinken, Uli mit ein paar Kleidungsstücken, diversen Souvenirs, die uns nachhaltig an unsere Reise erinnern werden und natürlich einigem z.T. bei uns nicht erhältlichen „Heimwerkerbedarf“ aus dem „Clas Ohlsen“ eingedeckt…

Schon kurz nach der Ankunft in Göteborg haben wir wie schon in 2010 das  „Palmhuset“ mit seinem darum liegenden schönen Gartenanlagen besucht, bestaunt und genossen.

Ähnlich beeindruckend wie das Palmhuset ist der große, in Innenstadt liegende Stadtpark „Slottsskogen mit seinem kulturhistorischen Museum: Der Park ist riesig, der Eintritt in das Museum und in den Park ist wie beim Palmhuset frei und alles ist liebe- und geschmackvoll  gepflegt bepflanzt und „in Szene gesetzt“.

Für die Jahreszeit sind erstaunlich wenig Menschen unterwegs, die die Zeit haben und hier sind sonnen sich auf dem Rasen oder flanieren absichtslos flanieren umher.

Dabei fällt einmal mehr auf, dass Schweden offensichtlich in jeder Lebenslage und in jedem Alter und ständig Eis essen können und auch essen…😀

Das kulturhistorische Museum ist auch für den nicht „naturhistorisch“ Interessierten interessant und in jedem Fall einen Besuch wert.

Der Weg vom Liegeplatz der Else zum Slottsskogen führt durch das historische Stadtviertel Haga und dort auch durch einen weiteren kleinen Park mit einem „Wehrtum“, dem „Skansen Kronan“, von dem man einen schönen Überblick über die Stadt und auf den Göta älv hat.

Nach einem eindrücklichen anstrengenden Tag mit über 20.000 gegangenen Schritten ist dann auch genug, Ulis Knie meckert und mein Rücken zickt, Ulis Knie meldet normalerweise schon nach etwa 10.000 Schritten, heute hat es sich nun völlig übernommen, während mein Rücken mit einigen Dehnübungen wieder seine bestimmungsgemäße Funktion erreicht…

Am darauf folgenden Tag wollen wir unbedingt noch den botanischen Garten besuchen, der laut Bildern im Internet auch sehr vielversprechend zu sein scheint.

Aufgrund der „mechanischen Vorschädigungen“ des Extremspazierganges fahren wir diesmal mit dem Bus, der sich wunderbar über die App von „Västtraffiken“ buchen lässt und mit unserem Tagesticket auf dem Handy kommen wir problemlos dahin, wo wir wollen:

Der botanische Garten beeindruckt wie schon der Slottsskogen durch eine üppige Blumen- und Pflanzenpracht, mit sehr vielen unterschiedlichen Baumarten, alles „wissenschaftlich“ mit Bezeichnungsschildern versehen.

Die ganze große Anlage ist sehr feinfühlig und behutsam eingebettet in die dort vorhandene Topografie des Geländes mit großen Schärenfelsen und dem alten Baumbestand. Der Baumbestand stammt laut den Informationstäfelchen überwiegend aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts, sowohl der botanische Garten als auch Slottsskogen ist im Ursprung auf eine Mischung aus wissenschaftlichen und künstlerischen Interessen entstanden und wird seit dem beständig augenscheinlich sehr aufwendig gepflegt und Instand gehalten.

Die Göteborger und die Besucher Göteborgs nutzen und schätzen diesen mitten in der Stadt gelegenen und wieder einmal ohne Eintritt zugänglichen riesigen „Park“ mit seiner stimmigen Mischung aus Naturbelassenheit und „künstlichen Anlagen“ offensichtlich sehr…!

Am nächsten Tag müssen wir ELSE auf einen Liegeplatz drei Boxen weiter liegen: Unsere Buchung für die Box A5 ließ sich nicht verlängern, da war jemand anderes schneller und so buchen wir für einen weiteren Tag die Box A8 und legen uns im Laufe des Vormittags um.

Die Buchung über „Dockspot“ läuft super, wir beobachten mehrfach, dass Schiffe die Box vor 12 Uhr mittags verlassen, um woanders, auch an der Außenmole, festzumachen, damit die Box dann ab mittags um 12 Uhr für den Folgebucher bereit steht. Meistens treffen diese auch dann kurz nach Mittag ein.

Irgendwie ist es dann auch genug Göteborg und die Aktivierung von Ulis Plan B beschlossene Sache, die Wind- und Wellenverhältnisse in den Schären sind so, dass wir dort erstmal nicht weiterfahren wollen. Für den erfahrenen Schärensegler oder Motorbootfahrer mag das gut funktionieren, für uns sind uns die Abstände zwischen den Schären und die daraus möglicherweise resultierenden Wasserverhältnisse bei höheren Wellen nicht einschätzbar und so gehen wir lieber auf Nummer sicher und warten einmal mehr ein paar Tage das angekündigte ruhige Wetter ab..

Der Kurs von „Autorouting“ durch die Schären ist auch wieder so engräumig, dass man neben der elektronischen Navigation gerne ein sicheres Backup über die Fahrwassertonnen hat, die wiederum bei Wellen nicht annähernd so gut zu erkennen sind, wie bei glattem Wasser.

So verlassen wir dann am Morgen des Freitags Göteborg mit Kurs auf die Bohus-Festung bei Kongälv.

Für Montag haben wir bereits einen Liegeplatz in „Stenungsbaden“ gebucht, wieder über Dockspot, ich bin gespannt, ob es auch diesmal so gut funktioniert: Mir verschafft die Buchung und die Sicherheit eines Liegeplatzes in der schwedischen Ferienzeit, in der dem Vernehmen nach alles auf dem Wasser und auf den Beinen ist, ein besseres Gefühl:

Zu oft haben wir auch auf dieser Reise abends spät eintreffende, „umherirrende“ Segler und Motorbootfahrer auf der Suche nach einem Liegeplatz beobachtet; in der Regel lässt sich zwar immer irgendetwas finden, aber nicht selten fahren auch manche wieder raus und finden dann irgendein freies Stückchen Pier oder Kaimauer, was außer Frage auch funktioniert, aber doch ein bisschen Stress bedeutet…

Die Impressionen und Eindrücke der Tage in Göteborg:

kurz vor der Abreise mit dem Flixbus: müde “Seawomen” mitten in der Nacht…

abendlicher Blick vom Liegeplatz auf das Hotelschiff “Barken Viking” und das signifikante Bürohaus “Lilla Bommen”….

abendlicher Blick vom Liegeplatz auf Göteborgs Opernhaus…

Göteborgs Oper ist vorbereitet : nur noch 166 Tage bis Weihnachten…!🎅

auch der Winter kommt bestimmt…!

 

gute Aussicht am Liegeplatz  in erster Reihe…

Abendstimmung im Hafen….

Abendstimmung im Hafen….

coming soon : weitere Bilder von Göteborg…!

One thought on “Tage in Göteborg…

  1. Ach Reinhard,
    wieder so ein schöner, ausführlicher Bericht. Die Lebens- und Beobachtungsfreude spricht aus Wort und Bild. MAch es mal wahr: Schreib mal was für fremde Leute. Wird sich verkaufen 🙂
    Schön finde ich übrigens, wie sich Eure Reisegeschwindigkeit verändert. Auch wir haben das festgestellt: Erst reist man weit, macht Strecke, eilt ein wenig dabei. Heute sind wir lieber langsamer unterwegs, verweilen an einem Ort und “exploren” im Nahbereich dieses Basislagers. Ich finde, man sieht eher mehr, als weniger. Macht Ihr nun auch. Schön 🙂
    Liebe Grüße,
    Ralph

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