…von Bagenkop nach Nakskov…

Gestern Nachmittag verkündeten die verschiedenen Wetter-Apps entgegen der ursprünglichen Vorhersage, dass es ab heute Vormittag wohl eine „fahrbare See“ geben wird:

Dementsprechend hatten wir uns vorbereitet, zumindest ein Stückchen weiter zu fahren, da uns ein wetterbedingte Aufenthalt in Bagenkop bis Anfang nächster Woche doch etwas langatmig erschien …

Da die Wetterberuhigung eher so am Vormittag eintreten sollte, hatten wir uns mit nur etwas mehr als 20 Seemeilen eine kurze Route, nämlich nach Nakskov auf Lolland ausgesucht.

Um eine Neuauflage des vorangegangenen „Navigationsdramas“ sicher auszuschließen, hatten wir diese überschaubare Route auf dem Tablet vorbereitet wie auch auf dem zwischenzeitlich wieder konfigurierten Plotter.

Ob denn nun der Autopilot und der Plotter wieder miteinander sprechen und uns auf der geplanten Route bzw. zumindest von Wegpunkt zu Wegpunkt steuern würden blieb abzuwarten …

Das Wetter entwickelte sich wie versprochen und so verließen wir Bagenkop um 10:00 Uhr mit Kurs auf Nakskov.

Um „Dovens Klint“ herum, der Südspitze von Langeland wurde Else noch ordentlich von seitlichen Wellen mit überkommender See durchgeschüttelt, nach Umrundung des „Kaps“ kamen die Wellen wie von Windy vorhergesagt achterlich und die Fahrt wurde bei schönstem Sonnenschein außerordentlich angenehm.

Bei Albuen, einer unbewohnten Halbinsel an der Westseite von Lolland, sind wir dann in den Nakskovfjord eingebogen, dort wurde das Wasser ruhiger und nach drei Stunden haben wir im Stadthafen von Nakskov längsseits fest gemacht.

Warum wir in dieser augenscheinlich sehr „hyggeligen“ Stadt bis zum jetzigen Abend das einzige Schiff sind, erschließt sich uns nicht:

Gut, neben der Stadthafen-Kaimauer läuft eine befahrene Straße die manche abschrecken mag, obwohl sich deren Lärm sich wegen der gechillten Fahrweise der Dänen aber eher in Grenzen hält, dafür gehen unmittelbar von dieser Straße mehrere kleine Straßen und Gassen in das schöne Stadtzentrum mit vielen schönen kleinen und großen Läden.

Vielleicht ist auch die „lange“ Anfahrt durch den Fjord für Segler auf der Durchreise – Segler scheinen immer auf der Durchreise zu sein – und das enge Fahrwasser abschreckend 🤷‍♂️…

Uns gefällt es super und Anbetracht der Wettervorhersage -sonnig aber stürmisch- haben wir den Liegeplatz bis zunächst einschließlich Montag kommender Woche gebucht und sind überzeugt, dass wir uns hier, wie auch in Bagenkop, nicht langweilen werden!

Der Liegeplatz ist „überversorgt“ 😀 :

Etwa drei Meter vom Boot entfernt liegt der Wasseranschluss, unmittelbar neben dem Schiff der Stromanschluss und keine 40 m hinter dem Boot gibt es ein überaus gepflegtes sauberes Sanitärgebäude, nur wenige Meter weiter ist der Hintereingang eines gut sortierten Supermarktes und diverse Restaurants!

Den Liegeplatz bezahlt man über eine App, dabei erhält man auch gleichzeitig den Zugangscode für Sanitärgebäude.

Nakskov hat eine spannende Geschichte, die man hier nachlesen kann…

Nakskov hat auch ein Schuhgeschäft, in dem ich mir Schuhe kaufen kann, ich habe nämlich meine Schuhe vergessen..😅!

Natürlich habe ich hier zwei Paar Bootsschuhe, aber für einen längeren Spaziergang machen „richtige“ Schuhe doch mehr Spaß und die werde ich dann hier in Nakskov kaufen und mich ewig ihrer Herkunft erinnern..!

Sobald das Wetter es zulässt, werden wir von Nakskov weiter fahren nach Stege auf Mön…

Das Navigationssystem und der Autopilot haben übrigens wieder wunderbar funktioniert und zwischenzeitlich habe ich auch die Ursache des hektischen Piepens ergründet :

Dieses stammte vom dem im letzten Jahr eingebauten „Backup“-Tiefenmesser, den ich mir aufgrund der Erfahrungen in Schären in 2013 sehnlichst gewünscht und eingebaut habe; So kannte ich dieses Piepen noch nicht und möglicherweise habe ich dann beim Ergründen der Ursache und abschalten und im weiteren Verlauf spannungsfrei machen des Plotters diesen so irritiert dass er mal ganz neu anfangen wollte und auf die im letzten Post erwähnte Werkseinstellung zurückgegangen ist …

Durch die neue Seekarte funktioniert auch tatsächlich das „Autorouting von Steg zu Steg“: als Anfangspunkt der Route Bagenkop eingegeben, als Endpunkt Nakskov und schon berechnet der Plotter virtuos unter Berücksichtigung des zuvor eingegebenen Tiefgangs der Else den Weg durch das Untiefen- und Tonnenwirrwarr!

Leider gelang es mir nicht, die Route zu aktivieren: nachdem wir händisch gesteuert Bagenkop verlassen hatten, wollte ich die Route erst nach Passage von bereits ca. 4-5 der ersten vom Plotter errechneten Wegpunkte aktivieren, leider hatte er offensichtlich vor, die Else zurück zum ersten Wegpunkt der Route zu schicken und diese dann von da an „ordentlich“ von Anfang an abzufahren…!

Ich denke aber, dass ist ein „Userfehler“, irgendwie wird man auch „mittendrin“ in die vom Plotter so super berechnete Route einsteigen können, da werde ich mich noch ein bisschen schlau lesen und das für die nächste Fahrt vorbereiten.

Im Langelandbelt haben wir wieder ein bisschen mit dem AIS geübt und uns an den Berechnungen des Plotters erfreut, der einen einem genau sagt, wann man die entgegen kommenden Schiffe in welchem Abstand  passiert oder ob man gar mit ihnen zusammenstößt…

Da heute der „CPA“ („closest point of approach“) immer größer war als 0,3 Seemeilen, sind wir nicht zusammengestoßen!

Gelegenheit, meinem „Hobby“ nachzugehen hatte ich auch noch: im Belt ist uns das Kreuzfahrtschiff „Amadea“ entgegengekommen und was lag näher, dieses Schiff anzufunken und einen „radiocheck“ zu erbitten:

Für mich ist ein funktionierendes Funkgerät immer ein großes Sicherheitsgefühl und so habe ich mich gefreut, dass mir die Brücke der Amadea ein „hearing you loud and clear“ bestätigt hat und wir uns „good watch“ gewünscht haben.

Nun freuen wir uns erst mal über unseren Liegeplatz und sind gespannt auf die Erkundung von Nakskov !

Die Eindrücke der Fahrt und des Liegeplatzes :

“Bosman”, der Autopilot funktioniert wieder : verwaister Steuerstand während der Kaffeepause… 😎

Kreuzfahrtschiff Amadea voraus…

Abschied von Langeland…

Leuchtturm “Dovens Klint” an der Südspitze von Langeland…

im Langelandsbelt, Amadea am Horizont…

Begegnung unterwegs, unser “AIS-Opfer”, 0,32 Seemeilen entfernt…

Abschied von Langeland…

Liegeplatz im Stadthafen von Nakskov…

One thought on “…von Bagenkop nach Nakskov…

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