ein Technik-Update…

…muss sein, schon damit ich mich auch Jahre später an gute oder schlechte „Technikerlebnisse“ und daraus resultierende Maßnahmen erinnere…!

Die hohe „Installationsdichte“ eines Motorbootes bewirkt ja, so die Erfahrungen aus 20 Jahre Boot fahren, dass „immer irgendwas ist…!“: So gesehen ist mit einer kleinen Aufnahme die diesjährige Saison und unsere „kleine Ostseerunde“ ein Novum:

Mit Ausnahme des Scheibenwischers hat tatsächlich einmal alles funktioniert:

Großen Respekt hatte ich vor der im vergangenen Jahr durchgeführten Umrüstung der Lenkung von elektrisch auf hydraulisch im Hinblick auf eine dauerhafte Funktion des Autopiloten, der „Plan“ ist zum Glück gut ausgegangen, erstmalig hat uns der Autopilot, besser dessen Antrieb, uns nicht im Stich gelassen!

Auch die in dieser Saison neu hinzugekommenen Ausstattungen wie der Mobilfunkrouter und die Webcam haben dauerhaft und klaglos ihren Dienst erledigt, egal wie oft wer von den beiden wann vom Mobilfunk- oder WLAN-Netz getrennt war. Beide haben klaglos immer wieder ohne weiters Zutun „zusammengefunden“ und allen an Bord das Surfen und der Webcam das Übermitteln ihrer Bilder ermöglicht.

Das die Webcam immer noch nicht fest montiert ist, sondern auf einem Holzbrettchen mal hier und mal da steht. ist nicht ihr anzulasten…

Auch der Batteriemanager und sein „Störmeldesystem“ für Fehlfunktionen haben super funktioniert, solange wir im Bereich des deutschen Mobilfunknetzes waren: In polnischen und dänischen Gewässern hat das GSM-Modul mit der Prepaidkarte, obwohl die eigentlich „Roaming“ zulässt, nicht funktioniert, dafür ist die Funktion selbsttätig zurückgekehrt, sobald wir wieder im Bereich des deutschen Mobilfunknetzes waren.

Letztlich ist das sogar egal, wenn man unterwegs ist, braucht man diese Funktion eh eigentlich nicht, es geht ja nur um die Überwachung von „Betriebszuständen“ für den Fall, in dem man die Else länger am Heimatliegeplatz zurücklässt…!

Eigentlich das Wichtigste, aber schon fast Gewohnheit: Die beiden Volvo Penta-Dieselmotoren haben wieder geschnurrt wie die legendären Kätzchen und mit diesem Geräusch gerade bei nicht ganz so schöner See ein beruhigendes Gefühl vermittelt.

Wie bisher in jeder Saison gab es auch keinen messbaren Motorölverbrauch!

Die neuen Verbraucherbatterien haben, zusammen mit dem Solarmodul, für mehrtätigen Komfort auch ohne Landanschluss gesorgt, die neue separate Batterie für das Bugstrahlruder hat Felix zwischenzeitlich professionell auf den Stringern im Motorraum befestigt, das Bugstrahlruder selbst mag die neue kräftige Batterie und hat sich auch bei im wahrsten Sinne des Wortes „windigen“ Anlegemanövern gut bewährt.

Ein überaus erfreuliches Erlebnis, etwas „technikabergläubisch“ traue ich mich das vor Saisonende hier kaum aufzuschreiben…!

Aktuell bin ich mit der Montage der Schwimmerschalter beschäftigt, die Wassereinbruch entweder im Motorraum oder im vorderen Rumpfbereich über das Störmeldesystem  lokal und auf dem Smartphone signalisieren sollen.

Weiterhin wird es neu an Bord ein kleines Ausdehnungsgefäß für die Wasserinstallationen geben: Kleine Druckschwankungen durch Temperaturänderungen im Warmwasserbereiter oder geringe Zapfmengen quittiert die Pumpe mit einem kurzen Anlauf zum Druckausgleich; dadurch, dass ich direkt über dieser Pumpe schlafe, schrecke ich natürlich jedes Mal hoch und diese kurzen kleinen Druckschwankungen und das damit verbundene Anspringen der Pumpe soll das Gefäß zukünftig verhindern…!

Ausdehnungsgefäß für das Trinkwassersystem…

„By the way“ haben Jürgen und ich anlässlich langer Fahrzeiten endlich mal ein wenig weitergehend mit dem AIS beschäftigt – Jürgen hat das gleiche an Bord – und wir haben im verkehrsreichen Langelandbelt durchaus dazu gelernt : Bei Aktivierung der AIS-Daten („alle Daten“) werden im AIS sichtbare Schiffe mit einem kleinen durchscheinenden „Infofenster“ versehen, aus dem hervorgeht, in welcher Entfernung  zu welchem Zeitpunkt wir mit dem betreffenden Schiff zusammenstoßen… :

AIS-Daten der MSC „JOY“ im Anzeigefenster auf der elektronischen Seekarte : In 3 Minuten und 8 Sekunden passieren wir die JOY in einem Abstand von 0,305 nm, dem „nächsten Punkt der Annährung“ (CPA)…

So kann man sich mental gut auf so ein zum Glück nicht alltägliches Erlebnis vorbereiten…!

Im Ernst : theoretisch würde auch ein Zusammenstoß angezeigt, wenn der so genannte CPA („closest Point of Approach“) auf 0 ft zurückgeht…; In der Praxis wird natürlich meistens angezeigt, dass das betreffende Schiff in so und soviel Minuten den CPA erreicht und der beträgt eben selten 0 ft, sondern irgendeine sichere Distanz..!  So kann man aber die Passage eines Entgegenkommers meistens in aller Ruhe auf sich zukommen lassen, ohne vorauseilend großräumig hektisch auszuweichen…!

Das ganze findet dann natürlich auch noch „dynamisch“ statt, d.h., die jeweiligen Schiffsfahrdaten (Geschwindigkeit und Kurs über Grund) werden wie auch die eigenen  Fahrdaten ständig aktualisiert und übermittelt und damit natürlich auch ständig die Zeit und Entfernung des „neuen“ CPA…

Zudem kann man die „Angstdistanz“ mit einem akustischen Alarm versehen, so dass man nicht ständig auf den Plotter starren muss !

und da ist sie auch schon „live“, die JOY, natürlich in der vorausberechneten Entfernung…!

Bei unseren „Übungen“ gab es auch eine Begegnung mit der OOCL United Kingdom, einem Mega-Containerschiff, das Platz hat für bis zu 21500  20-Fuß-Container, in denen Modeschmuck, Unterwäsche, Schrauben, Coronamasken und viele andere essentielle Einweggegenstände dieser Zeit von Asien nach Europa verschifft werden…

Die OOCL United Kingdom viel uns schon von weitem durch ihre ungewöhnliche große Silhouette auf; Jürgen bestand darauf, das müsste Fehmarn am Horizont sein, erst mein Einwand, das Fehmarn meiner Kenntnis nach keine Gebirge hat und der Umstand, das Fehmarn schnell näher kam, ließ ihn umdenken…

Es war auch das erste Mal, dass die Schiffslänge im AIS nicht in ft, sondern in nautischen Meilen angezeigt wurde : 0,216 nm , so groß ist die OOCL United Kingdom..!

Vereinfacht ausgedrückt : ein echtes Dickschiff oder auch großer Pott genannt…

die OOCL „United Kindom“, ein „Schiffsgebirge am Horizont…!

die vollständigen AIS-Daten der OOCL United Kingdom…!

Erstmalig habe ich auf dieser Fahrt auch ein virtuelles Leuchtfeuer vor Usedom im AIS gesehen, „in Echt“ ist es gar nicht da gewesen, nur im AIS ist es sichtbar gewesen, technisch generiert und nicht pflegebedürftig…

virtuelles Leuchtfeuer im AIS…!

Nachtrag aktuell : auch der Scheibenwischer geht wieder: nach einmaligen ziehen und wieder einstecken der Sicherung; was das nun war, weiß nur der Scheibenwischer…!

Nun ist tatsächlich mal gar kein Defekt zu beklagen ! 🙂

„gechillter“ Besuch am Boot…!

 

Ein Gedanke zu „ein Technik-Update…

  1. Moin,
    sehr interessanter Bericht, auch für „Mädchen“ verständlich. Toll, dass alles so gut geklappt hat und die Technik ihr Bestes gegeben hat, bravo. Weiterhin viel Spaß und Freude, da kann man schon ganz schön stolz sein
    Tschüß aus dem Türkei-Urlaub

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