Vorbereitungen Baltic Dream 2.0

Die Vorbereitungen für Baltic Dream 2.0 sind ein bisschen „Déjà-vu“:

Verlängerung des „internationalen Bootsscheins“, damit er auch im Ausland gültig ist, Update der elektronischen Seekarten und Neukauf der notwendigen Papierseekarten, ein bisschen informieren, ob sich etwas mit der „Meldepflicht“ beim Anlaufen polnischer oder litauischer Häfen getan hat, Personalausweis verlängern, die „Erste Hilfe“-Ausstattung überprüfen und ergänzen und das war es eigentlich auch schon…!

Das „Verfallsdatum“ der Rettungsinsel ist noch nicht erreicht, die Schwimmwesten gerade zur Wartung und, ach ja, an den Bordfahrrädern wäre dann nochmals die Kette zu spannen…

Für den Rest der Vorbereitungen ist wieder ein Taschenrechner zu bemühen:

Wieviel Tage sind wir unterwegs, wieviel Kaffee, Klopapier, „Trockenlebensmittel“, Konserven, Bier, Wein, Mineralwasser etc. usw. braucht man ungefähr, damit man die „Grundversorgung“ ohne viel Einkäufe unterwegs sicherstellt…

Nicht dass Einkaufen unterwegs nicht sogar interessant und spannend ist, das werden wir auch dieses Mal machen, aber es reizt mich nicht wirklich, mich unterwegs mit Einkauf von Klopapier, Mineralwasser und Kondensmilch zu beschäftigen, dann schon lieber die „landestypischen“ Spezialitäten, die man so bei uns nicht jeden Tag hat oder die sich einfach von unserem Angebot hier in Art und Geschmack unterscheiden.

Neu an Bord kommt auch eine neue Kaffeepad-Maschine – die „Petras“ haben zwischenzeitlich mehr oder weniger den Geist aufgegeben – und ein Dämpfer:

Den Dämpfer habe ich vor einem Jahr aus Interesse an dieser Art der Speisenzubereitung gekauft und dabei im Hinterkopf schon die „Bootsnutzung“ im Auge gehabt, vielmehr war er mir deswegen schon positiv aufgefallen, da er recht kompakte rechteckige Abmessungen hat und besser in die Bordküche als ein großer runder Dämpfer…

Bei der häuslichen Anwendung fand er wenig Ulis Zustimmung, da Gewürze, angefangen bei Salz und Pfeffer, beim Dämpfen nicht so „ankommen“, wie man das vom „Kochwasser“ kennt.

Mich hingegen hat dennoch fasziniert die „unspektakuläre“ beiläufige energiesparende und nicht zuletzt schonende Zubereitung von Kartoffeln, Gemüse u.v.a.m.

Ob sich dieses „Teil“ bewährt und genutzt wird, wird sich zeigen…!

Vielleicht kommt auch noch unsere ebenfalls letztes Jahr zu „Testzwecken“ gekaufte preiswerte Heißluftfritteuse mit an Bord.

In jedem Fall warten schon drei neue Reisebegleiter darauf, dass es losgeht: Nachdem die Bordpflanzen aus 2013 mittlerweile zu groß geworden sind, gibt es ein neues „Ensembles“ von pflanzlichen Mitreisenden :

 

 

 

 

 

 

 

 

Der mittlere Platz ist für Schnittlauch oder Pflanzen, die wir unterwegs treffen und die mitkommen wollen… 🙂

Meine vergangenen vielfältigen Bemühungen zur Optimierung der „Kommunikations- und Navigationsstruktur“ werden keine Neuauflage erfahren, weil spätestens die Erfahrungen in 2013 gezeigt haben, dass „besondere Vorkehrungen“ zur Erhöhung der WLAN- oder Mobilfunkreichweite oder besondere Softwarelösungen für Navigation irgendwie mehr Probleme machen als dass sie Vorteile bringen:

Meine externe WLAN-Antenne hat softwaremäßig oft gezickt und wenn sie funktioniert hat, auch nicht wirklich etwas gebracht, der WLAN-Router mit externer Antenne hat das Leben etwas erleichtert, aber kaum die Reichweite verbessert…!

Die Navigationssoftware  „WeatherInfoViewer“ war „volldigital“, nämlich sie ging oder sie ging nicht und ist letztlich schon 2013 virtuell im Meer versenkt worden.

Der „Mörer“-Wetterempfänger, der die Navigationsdaten in die Software „einspielte“ oder am Rechner den Seewetterbericht visualisierte, verfügte über eine enttäuschende Empfangsreichweite und Informationsdichte und freut oder ärgert schon einige Zeit einen neuen, über Ebay gefundenen Besitzer.

Letztlich reicht die „Hotspot“-Funktionalität des Handys aus, um alles mit WLAN zu versorgen und auf See ergibt sich so oder so eine üppige Mobilfunkreichweite von bis 30 km, von daher ist eine externe Antenne, die es für Smartphones eh nicht mehr gibt, letztlich überflüssig geworden.

Die verschiedenen Wetterapps, teils kostenpflichtig, teils kostenfrei, in der Aussagekraft gut und ausreichend, ich werde mich auf „Windy“, den dann im Sommerhalbjahr wieder kostenpflichtig zu reaktivierenden Wetteronline-Account und Theyr verlassen.

Nicht zuletzt habe ich für Wettervorhersagen einschließlich Seewetter www.yr.no in guter Erinnerung.

Die so zusammengetragenen verschiedenen Informationen haben uns in und ab 2013 bei konservativer Interpretation ein überaus verlässliches „Bild der meteorologischen Lage“ verschafft, andere Lösungen mögen dann für „Blauwasserfahrer“ Sinn ergeben, nicht jedoch für unsere „Küstenetappen“.

Etwas wird neu sein bei Baltic Dream 2.0:

Während ich in 2013 noch Inhaber des Ingenieurbüros Wenzel war, bin ich nunmehr „Einzelkämpfer“ unter dem „Label“ RWS und habe keine Mitarbeiter oder Vertreter, die innerhalb der etwa dreimonatigen Abwesenheit meine „geschäftlichen“ Interessen wahrnehmen können.

Um mein neu frisch sprießendes zartes geschäftliches Pflänzchen nicht gleich vertrocknen zu lassen, werde ich während meiner Abwesenheit telefonisch erreichbar sein und auch den ein oder anderen Arbeitstag „online“ bestreiten müssen, um nicht ganz aus dem Gesichtsfeld meiner Auftraggeber zu geraten…

Letztlich ermöglicht mir erst der berufliche Wechsel die entspannte Neuauflage von Baltic Dream und so ist dieser „Wermutstropfen“ der Erreichbarkeit und des zeitweiligen Arbeitens von Bord aus durchaus erträglich, zumal ich ausschließlich nur noch mir Rede und Antwort stehen muss und nicht mehr den Tropf des Ingenieurbüros ständig füllen und regulieren muss…!

Die Reisevorbereitungen in 2013 waren irgendwie „aufregender“, da wir damals so etwas das erste Mal gemacht haben; für Baltic Dream 2.0 stellt sich die Vorfreude mit den Vorbereitungen langsamer ein, eine gewisse Routine und das Wissen darum, was uns erwartet, lässt die Euphoriewellen nicht ganz so hoch schlagen wie vor 2013.

Nachtrag :

Heute sind frische Kotztüten eingetroffen; nicht, das wir so etwas in 2013 gebraucht hätten, aber „sicher ist sicher“, zumal ich die „Seetüchtigkeit“ meiner diesjährigen Begleiter nur bedingt einschätzen kann…

 

Die 10. Saison…

Gedanken im April 2019…!

Dieser Tage, mit dem Beginn der Bootssaison 2019 wurde Else 10 Jahre alt.
Im Mai 2009 haben wir sie erlöst und einem mäßig freundlichen und ebenso inkompetenten namhaften norddeutschen Bootshändler abgekauft.

Ich erinnere mich gerne an den aufregenden Tag der Übergabe in der Ancora Marina in Neustadt: Schneeweiß mit blauem Verdeck „neu riechend“ haben wir um die Mittagszeit die Else am „Auslieferungssteg“ erstmals betreten, alles erkundet und waren hellauf begeistert.

„Mein Mann kommt gleich und macht mit Ihnen eine Einweisungsfahrt..!“ trötete die Frau des Mannes, der gleich kommt und dann nicht kam…

Ein paar Mal haben wir noch hinterher telefoniert, ich saß mittlerweile ca. zwei Stunden im Cockpitsessel der Else und habe mich mental mit ihrer Bedienung und insbesondere ihren Abmessungen vertraut gemacht.

Neun Fuß mehr in der Länge und drei in der Breite waren doch eine andere „Nummer“ als unsere Hydra, die wir im Herbst 2008 schwersten Herzens in Zahlung gegeben hatten.

Der mehrfach angekündigte Mann kam nicht, stattdessen die Mitteilung, „dass es ja nun auch ziemlich windig geworden sei“ und man die Einweisungsfahrt besser nicht machen sollte…!

Selbst mir als diplomierten Oberbedenkenträger schien das eher eine Ausrede als eine navigatorische Ausnahmesituation…!
Noch einmal auf das sich mäßig kräuselnde Wasser außerhalb der Marina guckt, den Finger in die Luft gehalten und ein großes Herz gefasst, ließ ich erstmals Elses Motoren an und hangelte mich aus der Box und im weiteren Verlauf aus der Ancora Marina hinaus auf die Ostsee, Richtung Neustädter Stadthafen.
Diesen hatte ich ins Auge gefasst, um an den dort befindlichen Kaimauern ein paar Längsseits-Anlegemanöver zu üben.

Das erste endete mit einem relativ dumpfen seitlichen Aufprall auf die Kaimauer, der zum Glück folgenlos blieb, die weiteren klappten dann „wie gelernt“ mittels Bugstrahlruder und Z-Antrieb schon eher bilderbuchmäßig. Schon jetzt war zu spüren, dass ein größeres Schiff, abgesehen von den Abmessungen, eigentlich besser als ein kleineres zu manövrieren ist, die Masse macht’s…!

Die Feuerprobe stand mir noch bevor, musste ich doch noch zurück in den mir zugewiesenen Liegeplatz in der Ancora Marina.
Wider Befürchtung klappte es dann mit rotem Gesicht und trockenem Mund eigentlich recht gut, es war von daher leicht, als dass die Box so klein war, dass Else gerade „saugend“ dort hinein passte und die zufällig anwesenden Stegnachbarn auf meine Einlaufversuche aufmerksam wurden und schützend beide Hände, Füße und zusätzliche Fender so positionierten, dass ich gar keine Chance hatte, irgendwo gegen zu rammen…!
Die üblichen gut gemeinten, aber nervenden Hinweise, jetzt Steuerbord, langsam verholen, Achtung jetzt vorwärts, nee, zurück, mehr nach Backbord und dann ein freundliches Hallo, gepaart mit unverhohlener Neugierde, über die Neuankömmlinge und insbesondere das „niegelnagelneue“ Boot.

Gegen Abend sahen wir dann in der Ancora Marina noch die eingangs erwähnte Dame flanieren, die uns freundlich zuwinkte mit den Worten „hat ja schon ganz gut geklappt mit den Anlegemanövern im Stadthafen…!“ Sie hatte uns auf ihrer Rückkehr aus dem Kosmetikstudio wohl beobachtet…
Kundenbindung stellt man sich irgendwie anders vor.

Es folgten noch einige Wochen Liegezeit in der Ancora Marina, die wir zum Anlegen und Üben des „Handling“ der Else benutzten und zu ersten Ausfahrten auf der Neustädter Bucht. Ein paar Wochen später sind wir dann eines aufregenden Tages in aller Herrgottsfrühe aufgebrochen und haben uns bei schönstem vorhergesagten und dann auch eingetroffenen Wetter für den uns damals sehr aufregenden langen Weg zum neuen Liegeplatz in Kappeln aufgemacht.

Am Abend kamen wir dann nach einer eindrücklichen, aufregenden und langen Fahrt am Liegeplatz in Kappeln an und meisterten dann die vorerst letzte Herausforderung dieser Tage, nämlich in der Box mit Heckpfählen – das sind wir so bisher nicht gewohnt gewesen – anzulegen.

Das Bootfahren und Leben in Kappeln und mit und auf der Else ist in diesem Blog schon hinreichend immer wieder beschrieben; immer wieder deswegen, weil es bis heute begeistert und dieser Liegeplatz und die Umgebung zu einem der schönsten Flecken der Erde gehört!

So begann dann auch nahezu 10 Jahre später die Saison 2019:

Die Abläufe beruflicher und privater Natur haben mir seit der Einwinterung der Else im Oktober 2018 keine Zeit gelassen, mich mit den Vorbereitungen der diesjährigen Saison in der „gebotenen Tiefe“ zu beschäftigen. Um alles fit für die Bootssaison des Folgejahres zu haben, muss man eigentlich schon unmittelbar nach der Einwinterung mit den Vorbereitungen für die neue Saison beginnen.

So hat mich diesmal zum Krantermin eine ziemlich desolate Else erwartet: Die insgeheim erhoffte Wunderheilung des letztes Jahr zum Saisonende defekt gewordenen Bedienpanels im Salon sowie der Standheizung ist ausgeblieben, eine funktionierende Tankanzeige weiterhin nur bedingt in Sicht und auch der Umbau der mechanischen Lenkung auf eine hydraulische im Hinblick auf eine dauerhafte Funktion des Autopiloten stand noch bevor.

Lediglich die altersbedingt mittlerweile unzuverlässlich arbeitenden so genannten Trimmsender der Z-Antriebe – diese ließen sich nicht mehr richtig trimmen – wurden kurz vor der Wasserung von der Firma Pauls erneuert, nun lassen sich die Antriebe trimmen wie eh und je…!

Nach Ankunft der an der bereits gewasserten und am Liegeplatz vertäuten Else am ersten Wochenende nach Pfingsten -so spät begann unsere Saison noch nie – war also erstmal der Umgang mit den Defiziten der letzten Saison und des Winterlagers zu regeln.

Glücklicherweise kam alles anders als befürchtet: Nach dem Motto „gut gereinigt ist halb repariert“ habe ich akribisch die durch das Streusalz am Bedienpanel – oberhalb des Panels war der Salzstreuer umgefallen – verursachten Korrosionsspuren an den Füßchen des „Mikroprofessors“ auf der Platine gereinigt und mit Platinenlack versiegelt, das ebenfalls auf der Platine montierte Anzeigedisplay abgebaut, zerlegt, gereinigt und wieder zusammengesetzt und, oh Wunder, die Anzeige funktionierte wieder wie eh und je. Ein neues Display hätte mit knapp 700,00 Euro zu Buche geschlagen, die nun glücklicherweise schöner eingesetzt werden können…!

Nach diesem Erfolgserlebnis habe ich dann noch einmal mehrere Stunden Informationen zur Standheizung „ergooglet“, um dann einen Reset – auch eine 10 Jahre alte Standheizung hat ein Hirn – durchgeführt und, oh Wunder, mit heftiger Qualmentwicklung, mutmaßlich herrührend von den vielen Fehlstarts der Standheizung, erwachte sie wieder zum Leben und heizt wie eh und je…

Eine fällig Wartung hätte ich ihr nach 10 Jahren ausgiebigen Betriebes auch nicht wirklich übel genommen, das werde ich während des nächsten Winterlagers nachholen.
Nach diesem guten „Vorlauf“ habe ich dann auch noch den neuen Solarregler installiert, sodass nun auch die PV-Anlage wieder mit der alten Anzeige wieder funktioniert.
Zukünftig werde ich zum Saisonende den Solarregler ausbauen, um erneute Schäden durch Korrosion im Motorraum zu vermeiden, hierzu später jedoch mehr.

Zwischenzeitlich hat ELSE auch endlich eine neue Lenkung bekommen : Die mechanische „Teleflex“-Lenkung ist durch ein hydraulische Lenkung ersetzt worden. Die Ansteuerung der Koppelstange der Z-Antriebe durch den Autopiloten erfolgt jetzt durch einen Hydraulikzylinder und nicht mehr elektrisch.

Von der ganzen Aktion verspreche ich mir nun mehr eine lange „Standzeit“ der Selbststeuerung, die Ölpumpe und der Hydraulikzylinder werden mutmaßlich eine höhere Lebensdauer als der elektrische Stellantrieb mit dem „Spielzeuguhrengetriebe und dem Föhnmotor“ haben …!

„By the way“ hat sich erfreulicherweise ein anderes Problem erledigt : die hydraulische Lenkung ermöglicht nun auch ohne die Servounterstützung die Lenkung recht gut, d.h., es ist jetzt unerheblich, ob der Steuerbordmotor mit der Lenkservopumpe läuft oder der Backbordmotor, ELSE lässt sich so oder so gut lenken und nunmehr hat man auf langen Fahrten die Wahl, entweder nur den STB-Motor oder den BB-Motor zu benutzen ! Vorher war der Betrieb des STB-Motors für die Funktion der Lenkung und des Autopiloten unumgänglich.

Die dadurch mittlerweile aufgetretene „Betriebsstundendifferenz“ von fast 50 h wird sich also mittelfristig wieder ausgleichen, weil jetzt auf langen Strecken erst mal der BB-Motor „dran ist“!

Seit vielen Jahren funktioniert nun erstmalig auch wieder der Tankinhaltsanzeiger :

Irgendwann hatte er seinen Geist aufgegeben und wurde durch einen „Fachbetrieb“ erst einmal „stumpf“ durch einen Geber gleicher Bauart ersetzt. Leider geruhte dieser nicht mit dem EVC zu sprechen und verweigerte die nächsten Jahre die Kommunikation : er ließ sich trotz aller Bemühungen nicht im Bedienmenü kalibrieren und weder die „Spezialisten“ von Volvo Penta noch von Bavaria hatten Ideen, wie man dann den Geber zur Anzeige schlüssiger Werte bewegen könnte…

Zwischenzeitlich hatte ich mich damit fast abgefunden, lieferte doch das mit dem neuen Plotter 2015 an Bord gekommene „Motormanagement“ verlässliche Verbrauchswerte, die es „umständlich“ aus der Kraftstoffeinspritzmenge beider Motoren ermittelte…!

Da der  Tankinhaltsgeber die Füllstandsanzeige aber auch an das EVC liefert – wenn er denn funktioniert – und daraus Reichweite und vieles andere mehr generiert, mochte ich mich nicht damit abfinden und startete in diesem Frühjahr einen neuen Versuch zur Revitalisierung der Tankanzeige.

Wider jegliches Erwarten mit Erfolg :

Eine erneute, Anfrage bei Bavaria brachte mich – von der Stimme her – mit dem „Betriebsältesten“ zusammen, der mir erläuterte, dass für das Boot der und der Tankgeber geht und er mir diesen zuschicken würde…!

Meine Einwände angesichts der langen negativen Historie ließ er nicht gelten; wenige Tage später traf der neue Geber, optisch anders und nur mit zwei Anschlussdrähten anstelle von bisher drei ein.
Mein sich spontan verfinsterndes Gesicht und Gemüt in Erwartung der erneuten Fehlfunktion erhellte sich aber glücklicherweise nach provisorischem Anschluss des neuen Tankgebers:
Ohne Kalibrierung nahm er sofort mit dem EVC Kontakt auf und lieferte endlich die seit Jahren vermisste Anzeige!
Warum das nun viele Jahre gedauert hat und mit einem Geber anderer Bauart spontan funktioniert, wissen die Götter…!

Nach dem Motto „irgendwas ist immer“ zeichnete sich schon am Liegeplatz ab, dass es mit den Verbraucherbatterien der Else wohl langsam zu Ende geht: Bereits in der vergangenen Saison war mir aufgefallen, dass beim Betrieb des Bugstrahlruders alle elektrischen Verbraucher „in die Knie gingen“ und der Plotter wegen Unterspannung abschaltete.

Ein Blick in diesen Blog offenbarte mir, dass die Batterien nicht gefühlt erst ein paar Jahre alt sind, sondern in den tatsächlichen 7 Jahren wohl das Ende der Lebensdauer legitim erreicht hatten…!

Aufgeschrieben schon im April 2019 aus Zeitmangel erst heute vervollständigt und gepostet

Zwischenzeitlich schlummert die Else im Winterlager ihrer 11. Saison entgegen und diese wird mit der geplanten Neuauflage unserer „Baltic Dream“-Tour sicherlich alles andere als langweilig!
Vor Beginn der diesjährigen Saison wird Else noch zwei neue Verbraucherbatterien erhalten und das Bugstrahlruder wird zukünftig mit einer separaten Batterie versorgt werden, um die vorstehend geschilderte Problematik ein für alle Mal zu „eliminieren“.
Mit den neuen Batterien wird dann wohl auch ein „Verbraucherbatteriemanagement“ an Bord kommen, um das eigentlich bewährte Abschätzen durch Wissen zu ersetzen.

Anlässlich der „Hamburg Bootsshow“ hatten Jürgen und ich viel versprechende Lithiumionenbatterien als Verbraucherbatterien in Augenschein genommen, die ein eigenes Batteriemanagement, welches über Bluetooth mit der dazugehörigen App spricht, eingebaut haben; der Preis und in diesem Fall doch eine gewisse Technikskepsis haben mich jedoch von diesen Batterien Abstand nehmen lassen.

Auf der Bootsmesse habe ich dann auch für meine Leuchten LED-Leuchtmittel gekauft, um den nächtlichen Stromverbrauch am Ankerplatz ohne Landstrom weiter zu reduzieren.

Vor dem großen Törn ist dann nach 10 Jahren auch der Zahnriemenwechsel bei beiden Motoren notwendig. Glücklicherweise ist das laut Auskunft von Volvo Penta ein im Gegensatz zum Kraftfahrzeug recht unspektakuläres Unterfangen, liegen die Zahnriemen doch recht zugänglich an der Vorderseite der Motoren.
Ob die Erneuerung der Antriebsbälge wieder einmal notwendig wird, werden wir kurz vor der Wasserung prüfen.

Für die neue Ostseerunde wird dann auch endlich der zweite Tiefenmesser als „Backup“ für den Fall des Ausfalls des „Haupttiefenmessers“ mit an Bord kommen: Bereits in 2013 war hierfür bereits der Heckgeber vorsorglich installiert, das eigentliche Gerät schlummerte im Schrank und wurde nie benötigt.
Die bisherigen zweimaligen Ausfälle des „Haupttiefenmessers“ fanden glücklicherweise immer in unproblematischen Gewässern statt, ein Ausfall des Tiefenmessers in Schärengewässern möchte ich mir nicht vorstellen, darum wird nun vor Fahrtantritt das „Backup“ betriebsfertig hergerichtet.

Leider hatte auch zu Saisonende die Standheizung doch erneut Betriebsstörungen, nun liegt sie auf der Werkbank des Boschdienstes und der sagt, dass sie funktioniert…!
Warum sie an Bord mit Drehzahlschwankungen die Beheizung beeinträchtigt hat, muss nun noch ergründet werden…!

Irgendwas ist immer und bereits Elses Vorgänger haben mich gelehrt, dass ein Boot eine Dauerbaustelle ist, egal wie alt es ist…!

Die eine Hälfte der Baustelle ist geschuldet Salzwasser, Seeluft, Winterlager, Vibrationen und der (Ab)Nutzung, die andere Hälfte immer neuen Ideen, was man verändern und optimieren könnte…! 😊

Es bleibt spannend…!

Impressionen Saisonbeginn 2019 :