Little Honeymoon…

Anlässlich der Hochzeit meiner Cousine Daniela mit einem Hasen, nämlich ihrem Thomas, hatten wir den beiden eine „Little Honeymoon“-Kreuzfahrt auf unserer Else geschenkt.

Es ist kein Geheimnis, dass Uli und ich an der Vorbereitung der Einladung und des Events als solchen ähnliche Freude gehabt haben, wie wir dann alle vier an der Durchführung.

Doch der Reihe nach:

Der Blick in Thomas und Danielas Kalender und unseren ergab nur einen möglichen Termin im Juli, dann erst wieder kurz vor Saisonende; Aller Bootserfahrung folgend hatte ich bereits damit abgeschlossen, dass in diesem Jahr „Little-Honeymoon“ wohl nicht mehr stattfinden wird…!

Doch es kam anders:

Als weiteres „Abfallprodukt“ dieses kompromisslos schönen Megasommers hat tatsächlich der vereinbarte Termin stattgefunden und das zudem noch bei bestem Motorbootfahrwetter!

Nach unserer Anreise am späten Freitagabend haben wir noch schnell Elses Tender startklar gemacht, um dann in den für uns frühen Morgenstunden am Sonnabendmorgen um 8:00 Uhr in Kappeln gen Schwedeneck aufzubrechen.

Dort hatten wir mit Daniela und Thomas eine Position vor Grönwohld vereinbart.
Der Strand vor Grönwohld ist für Daniela und Thomas von zu Hause fußläufig erreichbar und nach kurzer telefonischer Voranmeldung ging Else auf Reede vor Schwedeneck, wasserte den Tender und hat das „Jubelpaar“ direkt am Strand abgeholt!

 

 

 

 

Ankunft der Gäste…!

 

 

 

 

 

„Girls just wanna have fun..!“  und der alte Mann und das Meer…

 

 

Nach kurzer Bordinformation und Sicherheitseinweisung ging die Kreuzfahrt dann los mit Ziel Sønderborg in Dänemark.

Aufbruch nach Sønderborg..!

Bei blauem Wasser, mehr oder weniger Windstille und karibischen Temperaturen, garniert mit schöner Musik, Cocktails und Unterhaltungsprogramm haben wir dann gegen 16:00 Uhr den Stadthafen von Sønderborg erreicht.

 

 

 

Kabinentisch in der „Honeymoon.Suite“…

 

 

 

 

 

 

Erwartungsgemäß war die stadtseitige Pier bereits mit zum Teil in Päckchen liegenden Segelschiffen voll belegt. An unserem „Stammplatz“ von vor einigen Jahren lag frecherweise die „Dannebrog“, die  königliche dänische Yacht vor dem Schloss von Sønderborg.

Wir haben dann einen fußläufig auch nicht weit von der Innenstadt entfernten Platz an dem Stadtzentrum gegenüber liegenden Fischereikai gefunden und festgestellt, dass es hier eigentlich sogar viel schöner ist, hat man doch einen wunderbaren Blick auf das ganze Stadtpanorama und das Schloss mit der davor festgemachten „Dannebrog“.

Zudem war es viel ruhiger als direkt an Pier im Stadtzentrum, zum anderen lagen wir nur wenige Meter neben einer Automaten-Bootstankstelle, die Sprit und in der Folge Gleitfahrt für den nächsten Fahrt versprach.

Der Spaziergang ins Stadtzentrum, das Abendessen im „Oxen“ und ein bisschen Rumflanieren rundete den zur Neige gehenden Tag ab und gegen 22 Uhr fanden wir uns wieder auf der Else, um dort mit dem einen oder anderen Bier und Wein dem abebbenden Treiben am anderen Ufer zuzuschauen und langsam eine angenehme Bettschwere zu erreichen…!

 

Der nächste Morgen beginnt mit der in diesem Sommer zur Routine gewordenen sonnigen Schönheit, wir beschließen, nicht im Hafen, sondern in Høruphav, eine Bucht hinter der Halbinsel Kegnæs zu frühstücken.

Kurz noch getankt, dann auf am Schloss vorbei in Richtung Høruphav.

Auf dem Weg dorthin mal wieder ein merkwürdiges Seglererlebnis:

Ein Segelschiff unter Motor und ohne Segel kommt von links auf uns zu, auch längeres Beobachten des sturen Kurshalters lässt die Erkenntnis reifen, dass irgendetwas passieren muss, da wir sonst zusammenstoßen.

Ich gebe etwas mehr Gas, um einen Zusammenstoß zu vermeiden, der sture Kurshalter kommt in unserem Kielwasser mächtig ins Schlingern und ist am Toben und sichtbar lautstark am Pöbeln, was man auf einem Motorboot zum Glück dann nicht hört…!

Was war das denn für eine Nummer?

Im AIS ist Name und Kennung des Schiffes zu sehen, nach einiger Zeit des Nachdenkens rufe ich ihn mit betont freundlicher Stimme an, das Ganze, obwohl mehrfach und immer freundlich, bleibt unbeantwortet, obwohl mit großer Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass jemand der sein AIS in Betrieb hat, auch das Funkgerät auf Kanal 16 geschaltet hat.

Wir überlegen noch kurz, ob wir einen Fehler gemacht haben und kommen zu dem Schluss, dass der forsche Skipper und seine den sturen Kurs haltende blonde Steuerfrau entweder doof oder feige sind oder im ungünstigsten Fall beides.

In diesen Urlaub haben wir auch wiederholt bemerkt, wie die Segeljugend mit dem Ausbildungsklassiker „Optimist“ von klein auf Vorfahrt ohne Rücksicht auf Verluste gedrillt wird, ein Segel berechtigt ohne Rücksichtnahme offensichtlich zu allem und da kann man schon mal vergessen, dass man ohne Segel zum Motorboot wird…!

Egal ob man in der Hafeneinfahrt kreuzt oder in einer Fahrrinne, die ein  Ausweichen  gar nicht zulässt, der Segler darf immer… Déjà-vu 2011 auf der Elbe mit Kajakfahrern und Kanuten…

Um Missverständnissen vorzubeugen: Es gibt viele rücksichtslose und dämliche Motorbootfahrer, ebenso aber auch viele Segler, dann noch mit dem esoterischen „Mein gutes Recht“-Habitus versehen, weil man ja „ökologisch“ unterwegs ist…!

Zum Glück haben wir mit Seglern überwiegend angenehme und freundliche Begegnungen und Kontakte, von daher fällt das geschilderte Erlebnis auch nicht sonderlich ins Gewicht.

Nach diesem Erlebnis erreichen wir einige Zeit später Høruphav gehen vor Anker und frühstücken in der Morgensonne.

Das geplante Schwimmen fällt im Wesentlichen aus, die Ostsee ist in diesem Bereich überbevölkert durch Feuerquallen mit beachtlichen langen Tentakeln und so wage ich nur eine kurze Runde, von Bord aus weist Daniela mir die Richtung um den für mich, schwimmend, nicht sichtbaren Quallen auszuweichen.

Einige Zeit später nehmen wir Kurs auf Kappeln und genießen, autopilotiert, auf dem Bug sitzend, die Füße vom 23 Grad warmen Ostseewasser umspült die sonnige Rückfahrt.

Wie viel Glück kann man haben!

…auf dem Rückweg nach Kappeln, Füße im warmen Ostseewasser !

Ein Stückchen Gleitfahrt bis kurz vor Schleimünde muntert die beschauliche träge Fahrt auf und gegen 15:30 Uhr erreichen wir Elses Liegeplatz in Kappeln.

Das „Jubelpaar“ schicken wir auf eine Stadtbesichtigung, damit wir die Hinterlassenschaften der Kreuzfahrt aufräumen und die Else „fein“ zurücklassen können.

Das tolle Wochenende schließt mit einem schönen Abendessen „beim Jugoslawen“, dem kleinen Restaurant „Seerose“ auf dem Campingplatz Lindhöft, den man quasi als „Geheimtipp“ empfehlen kann.

Nach dem Essen liefern wir das junge Glück zu Hause ab und treten den Rückweg an.

Wie viel Glück kann man haben!

Die „Little Honeymoon-Route“ am 21./22.07.2018…