Auf neuem Kurs…

Lange ist es nicht nur hier, sondern insgesamt still gewesen um Else…!

Nach einer völlig nichtssagenden Saison 2017, die zu 90 % aus „Wohnen anstatt Fahren“ bestand, hat die Saison 2017 am 23. September mit einer eindrucksvollen „Einhandfahrt“ von Kappeln nach Dänemark ihr zugegebenermaßen sehr schönes eindrückliches Ende gefunden:

Wie so oft zuvor, war ich an diesem Wochenende allein nach Kappeln gefahren und die Wettervorhersage versprach für den Sonnabend des Wochenendes „Kaiserwetter“, nämlich mehr oder weniger Windstille und „Sicht von Pol zu Pol“ bei blauem Himmel.

So kam es dann auch und diese Gelegenheit habe ich dann für eine schöne ruhige Fahrt nach „Høruphav“ genutzt. Die Schlei verlassend, habe ich unter Autopilot Kurs auf Kegnæs genommen und mich zum Chillen auf Elses Vorschiff begeben, immer bemüht, bei dem schönen Wetter nicht einfach entspannt einzuschlummern…!

Beim ständigen Rundumblick nach möglichen „Kurskreuzern“ fiel mir auf, dass sich die „Optik“ der vermeidlichen „Ziellandschaft“ irgendwie verändert hatte: Schnell ins Cockpit, ein Blick auf den Plotter bestätigt, dass Else nicht mehr Kurs auf Kegnæs, sondern zwischenzeitlich um ca. 90 Grad in Richtung Langeland unterwegs war.

Nach kurzem „Rumfingern“ am Autopiloten war klar, dass wieder einmal der elektrische Servoantrieb des Autopiloten konstruktiv bedingt und von daher fast bestimmungsgemäß nach ca. 50 Betriebsstunden seinen Geist wieder einmal aufgegeben hat.

Diesbezüglich Kummer gewohnt, habe ich mich bei dem schönen Wetter nur ein bisschen aufgeregt und das Steuer dann selber übernommen, um am frühen Nachmittag im Høruphav zu ankern und das Wetter und die glucksende Stille des blaugrünem Wasser zwei Meter über grün bewachsenem Grund zu genießen.

Ankern am Eingang von Hørup Hav…

Viel mehr gibt es nicht zu berichten : zwei Stunden Chillen vor Anker, dann langsam Aufbruch in Richtung Kappeln,  eingetaucht in fast schon etwas mystisch wirkendes Herbstlicht auf völlig glattem Wasser, Horizont und Wasser bei leicht aufziehendem Dunst ineinander verschmelzend…!

Nochmal ein bisschen ärgern oder zumindest wundern: plötzlich durchdringt die Ruhe schrill ein DSC-Alarm aus dem Funkgerät, bevor man reagieren kann, versucht Bremen Rescue mit dem „Notfall“ auf dem Anrufkanal Kontakt aufzunehmen: Keine Antwort. Viele Versuche bleiben unbeantwortet, andere Schiffe, den Anrufversuchen von Bremen Rescue lauschend, melden, dass sie sich in relativer Nähe bzw. Sichtweite des vermeintlichen Havaristen befinden und zwei bieten an, Kurs auf die  über DSC gemeldete Position des Schiffes zu nehmen.

Das tun die beiden auch, in Minutenabständen begleitend von den Anrufversuchen von Bremen Rescue an den Havaristen…

Der bleibt stumm!

Die auf Kurs zum Havaristen befindlichen Yachten melden per Funk Sichtkontakt, können aber noch keinen Notfall o.ä. feststellen.

Plötzlich meldet sich aus dem „Äther“ eine etwas beschämte Stimme, die mitteilt, dass man den DSC-Alarm versehentlich ausgelöst hätten und dass nichts passiert sei…!

Wie doof ist das denn:

Eine halbe Stunde hört man sich die Bemühungen von Bremen Rescue und Dritter an, um dann plötzlich mit der „Wahrheit“ rauszurücken!

Außer Frage kann versehentlich so ein Fehlalarm ausgelöst werden, letztlich eigentlich nur durch Blödheit, wenn man berücksichtigt, wieviel Schritte am Funkgerät notwendig sind, bis man den Alarm wirklich absetzen kann!

Wenn dann das schon passiert, warum mache ich dann bei dem darauf folgenden Funkverkehr nicht mit bzw. lösche den Alarm am Gerät??

Unverständlich und schon deswegen nicht wirklich toll, weil man ob der relativ vielen Fehlalarme, die man selbst bei nur durch gelegentlichem Lauschen während der Sommersaison mitbekommt, irgendwann einfach auch nicht mehr hinhört, wenn einer wirklich in Not ist!

Nach diesem Erlebnis geht es zurück in die Schlei, die ein letztes Mal alles bietet was sie kann…!

Die Wintersaison war dann beschränkt auf  Debatten mit Raymarine über die Fehlkonstruktion des Servoantriebes des Autopiloten, natürlich wie immer ist man der einzige, der dieses Problem hat, fragt sich nur warum dann nun schon zum dritten Mal…!

O-Ton von Raymarine zum Vorgang: „Sinnvoll wäre wohl die Umrüstung auf eine hydraulische Lenkung, dann benötigt man eben nicht den elektrischen Stellantrieb, sondern eine Servoölpumpe und einen hydraulischen Antrieb…!“

Ich erinnere mich gut, das Raymarine mir genau die Ausrüstung, die nun ständig kaputt geht, empfohlen hatte…

Leider habe ich eine mechanische Lenkung und kann nicht so einfach auf Hydraulik umrüsten. Da mir die in der ELSE eingebaute mechanische Lenkung – ein paar Zahnrädchen und ein Bowdenzug – immer schon ein wenig unterdimensioniert und suspekt waren,  habe ich mich dann nun entschlossen, auf eine hydraulische Lenkung umzurüsten und die zwischenzeitlich von Raymarine auf dem „Kulanzwege“ gelieferte Servopumpe in dieser Umrüstung zu verwenden.

Der nachstehende Text war schon vor einiger Zeit, vor dem erneuten Defekt entstanden, nunmehr ist das Thema durch und im August erhält ELSE in Vorbereitung neuer größerer Pläne eine dann hydraulische Lenkung anstelle der mechanischen Lenkung und eine dann hoffentlich dauerhaft auf Kurs haltende hydraulische Ansteuerung durch den Autopiloten.

In den Sommermonaten wird uns ELSE von Kappeln über Rostock, Stralsund nach Greifswald bringen, dort wollen wir Felix ein paar Tage besuchen und dann auch einen Abstecher durch das „Achterwasser“ in das Stettiner Haff und nach Swindemünde machen.

Die letzte kleine Fahrt vor der nächsten Großen…!

Entsprechend der Erfahrung aus vorangegangenen Jahren heißt es nunmehr beten, dass meine berufliche Situation diesen Plan zulässt und dass zudem noch das Wetter mitspielt!

Da sich Beten erfahrungsgemäß nur bedingt bewährt, wird die die Fahrt ungeachtet der dann vorherrschenden Umstände einfach stattfinden…

 

Text schon geschrieben am 9.Septemper 2017, in „Vorahnung“ des bevorstehenden neuen Ausfall des Servoantriebs des Autopiloten…  Motto : „Technik die begeistert…!“

Die Eliminierung des Problems der „klebenden“ Kupplung des elektrischen Antriebes unseres Autopiloten ist zumindest vorbereitet:

Heute hat mit Raymarine zum „Supersonderpreis“ eine Hydraulikpumpe für den Autopiloten geschickt. Leider kann ich die derzeit noch nicht einsetzen, weil Elses Lenkung mechanisch und nicht hydraulisch ist. Aktuell funktioniert ja auch alles, zumal in Elses „Technikkeller“ noch der ebenfalls zum Supersonderpreis reparierte, in 2013 defekt gewordene Ersatzantrieb der Verwendung entgegenschlummert.

Mit dem Kauf der Hydraulikpumpe wollte ich nur das sicherlich nicht ewig währende Kulanzangebot von Raymarine „mitnehmen“, zumal ich für die Zukunft ohnehin die Umrüstung von Elses mechanischer auf eine hydraulische Lenkung vorhatte, erscheint mir diese doch präziser und betriebssicherer.

Nun muss ich neben der Pumpe noch einen neuen hydraulischen „Lenkungssatz“ kaufen und den einbauen (lassen), an Hydraulik traue ich mich nicht ran…!

Bei dieser Gelegenheit werde ich dann wohl auch eine zweite Hydraulikpumpe für die eigentliche Servounterstützung am Backbordmotor installieren lassen, damit diese Servounterstützung bei Ausfall der Steuerbordmotors – nur dieser unterstützt nämlich mit seiner Servopumpe die Servolenkung – sichergestellt ist.

Vielleicht erübrigt sich das auch mit dem Einbau der hydraulischen Lenkung: Die mechanische Lenkung ist bei Ausfall der Servounterstützung so schwergängig, dass Else praktisch nicht mehr manövriert werden kann bzw. das vorzeitige Ende der eher „filigranen“ mechanischen Lenkung zu befürchten ist.

Möglicherweise sind diese Befürchtungen bei einer hydraulischen Lenkung unbegründet, das muss ich aber noch erst einmal herausfinden…!

Warum der ganze Aufwand :  Das weiß kein Mensch !

Technikaffinität ? Sicherheitsbedürfnis ?

Okay, im Vordergrund steht das offensichtlich nicht zu lösende Problem mit der zeitweise „klebenden“ Kupplung des derzeitigen elektrischen Antriebs des Autopiloten, welches bei einem kurzfristig erforderlichen Umschalten von „Auto“ auf „Standby“ ein ungutes Gefühl bewirkt, weil kurzfristig – zwar nur wenige Sekunden -, das Boot nicht lenkbar ist. Da ich den Autopiloten aber auch in Kanälen und im Hafengebiet nutze, möchte ich doch eigentlich lieber jederzeit den Kurs selbst bestimmen können…!

Letztlich ist der erste mechanische Antrieb vermutlich auch aufgrund der klebenden Kupplung und des zeitweiligen „gewaltsamen“ Lenkungseingriffes defekt geworden; Wer aber dann einmal den Antrieb geöffnet hat und den „Spielzeugmotor“ – den kennt man sonst nur aus elektrisch betriebenen Osterhasen o.ä. – hegt sowieso Zweifel, ob der elektrische Antrieb dauerhaft beständig ist.

Gut in Erinnerung nach dessen Ausfall in 2013 war auch das „nervige“ stundenlange Lenken auf offenen Seestrecken, was uns den Autopiloten wirklich vermissen lies.

Im Ergebnis ist der Wunsch geblieben, den Autopiloten und die Lenkung für zukünftige lange Reisen auf betriebssichere „Beine“ zu stellen als bisher.

 

 

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