Eine neue Perspektive…

Der Dauer-Kriegsschauplatz meiner personellen Situation im Büro hat mir Urlaub beschert: Nämlich eine Woche anstelle der ursprünglich drei geplanten…! 

Mehr geht nicht und darum läuft außer „chillen“ auf der ELSE in dieser Woche auch gar nichts. Doch, Ui hat ihre drei Wochen Urlaub bekommen, davon war sie eine zu Hause krank und ist es nunmehr wieder – gute alte Tradition – auf dem Lazarett-Schiff Else…

Außer „dümpeln“ und ausruhen machen wir nichts, da ich wieder halbwegs gesund bin, fällt mir das leichter als Uli, die zur Stunde röchelnd in ihrer Koje liegt… 

Gestern ging es Uli noch ganz gut und so sind wir nach der Ankunft am vegangenen Sonntag  erstmalig in dieser Saison mit der Else in dieser Saison überhaupt und dann zuerst zum Tanken, dann ins Gunnebyer Noor in der Schlei gefahren und haben bei nahezu Windstille und sonnigem Wetter geankert. 

Da für den nächsten Tag bereits ab den frühen Morgenstunden wieder Wind in Sturmstärke vorhergesagt war, haben wir uns auf den Tag vor Anker beschränkt und sind abends wieder zum Liegeplatz nach Kappeln zurückgefahren. 

Ankern im Noor ist ein echtes Highlight: Blick auf Ufer, Felder, Wälder und Buchten, glucksende Stille und leichtes Schwojen vor dem Anker. 

Der Plotter zeigt im Display verlockende knapp 21 Grad Wassertemperatur an, Uli geht dennoch nur ganz kurz schwimmen und führt ungewohnt Beschwerde über das kalte Wasser, wohl wieder Vorboten ihres (grippalen?) Infekts… 

Ich schwimme ausgiebig, finde es warm und kühle mich trotzdem vom vorangegangen aufregenden Erlebnis ab: Mavic, unsere „Borddrohne“ ist erstmalig von der Else gestartet und hat die nachstehenden Bilder gemacht! 

Das Wetter war prädestiniert für die Luftaufnahmen der ELSE und eigentlich ging mit den zu Hause vorangegangenen „Zielübungen“ alles auch sehr gut…

Als Start- und Landeplatz auf der Else dient Mavic das Solarpanel auf dem Vorschiff, Mavic ist so leicht und sanft, dass für das Panel keine Gefahr besteht.

Gefahr bestand für Mavic vielmehr selber: 

Beim zweiten Versuch, eine „Point of interest“ Rundumaufnahme der Else zu machen, hat sich die App, mit der man auf dem an der Fernsteuerung angedockten Handy den „Point of interest“-Modus aktiviert, aufgehängt und Mavic flog stoisch seine Kreise im Seitwärtsflug mit 11 km/h um die Else…! 

Da ist ja noch die „Pause-Taste“, die wird ja wohl noch funktionieren, dachte ich: Tat sie auch, Mavic blieb genau an dem Punkt stehen, an dem ich die Pause-Taste gedrückt hatte. (beruhigende Ansage der Fernsteuerung bzw. des angeschlossenen Handys : “The Aircraft will hover now”)

Irgendwie waren die normalen Steuerungsmöglichkeiten im Pause-Modus eingeschränkt: Ich habe Mavic zwar wieder über die Else bekommen, aber beim besten Willen nicht zum Landen: Wie festgenagelt stand die Drohne in fünf Meter Höhe über dem Boot und wollte keinen Zentimeter weiter runter! 

Ich vermute, dass irgendwie die Mindesthöhe des „Point of interest“-Modus immer noch aktiv war und Mavic deswegen nicht dahin zurück wollte, wo er herkam…! 

Die Bedienung der „Return Home“-Taste kam nicht wirklich in Frage: Mit der „Return Home“-Funktion fliegt die Drohne dorthin, wo sie gestartet ist und landet dort automatisch. Das wäre aber im Wasser gewesen, weil Else, am Anker schwojend, zwischenzeitlich natürlich nicht mehr da war, wo Mavic gestartet war…!  

Nach etwa zehn endlosen Minuten – ich hatte Mavic gedanklich schon ins Wasser fallen sehen und aufgegeben – gelang es mir dann die App wieder in Funktion zu setzen und den „Point of interest“-Modus zu verlassen und Mavic auf dem Vorschiff zu landen!

Man beachte mein verkrampftes Gesicht im Video…! 

Was Mavic nicht geschafft hatte, gelang mir dann, ich ging freiwillig ins Wasser, allerdings nur zum Schwimmen und mit garantierter Rückkehr…! 

Dummerweise hatte ich bei dem tollen langanhaltenden Kreisen des Mavic um die Else vergessen die Kamera einzuschalten, das tut sie in dem „Point of interest“-Modus wie auch in anderen „Intelligent-Flight“-Modi nicht und es ist nicht das erste Mal, dass ich das vergessen habe… Die ganze Aufregung umsonst…!

Der aufregende, schöne und erfahrungsreiche Tag findet seinen Abschluss in der Rückfahrt auf der bei blauem Himmel nun mittlerweile knallblauen Schlei. 

Fazit der „Drohnennutzung“ auf dem Boot (und anderswo…): Die teilweise instabile App – mein Handy ist ausdrücklich dafür freigegeben, vielleicht ist mein überfüllter interner Speicher daran Schuld…– bringt Mavic in Gefahr, ebenso wie das Handy bei Sonnenlicht trotz des zwischenzeitlich angebrachten Sonnenschutzes nur schwer bedienbar ist. 

Nun heißt es erstmal nachlesen und recherchieren, ob auch an der eigentlichen Fernbedienung eine Funktion vorhanden bzw. einrichtbar ist – es gibt frei konfigurierbare Tastenfunktionen an der Fernbedienung – mit der man einen „Intelligent-Flight“-Modus auf Knopfdruck, ohne die App und das spiegelnde Display des Handys verlassen kann. 

Für weitere Einsätze des Mavic, insbesondere auf dem Wasser scheint mir das unverzichtbar, sonst ist Mavics Ende absehbar…

Die schönen Aufnahmen sind erst der Anfang, die Möglichkeiten des Mavic lassen viel mehr zu wenn denn ein bisschen Routine eintritt…

 

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