365 Tage später….

Biene

Manche schreiben zum Ende einer Reise  einen letzten Post  und dann scheint der Blog “ geschlossen “ … !

Auf den ersten Blick mutet unserer “ Else – Blog “ auch so an: der letzte Eintrag ist vom 22. August 2013, danach ist scheinbar nichts mehr passiert….

Der Eindruck täuscht gänzlich :

Die Reise im vergangenen Jahr hat viele Spuren hinterlassen: die drei Monate auf dem Wasser, nur zu zweit und die wahrgenommenen Lebensarten der besuchten Länder lassen uns nicht los und das Leben hier tatsächlich schwer(er) ertragen…

Zwischenzeitlich sind nicht nur 230 Tage seit unserer  Rückkehr vergangen, vielmehr sind es nunmehr schon 320, der „Entwurf“ dieses Posts datiert schon vom 10 April 2014 und das Schnuppern einer der ersten Bienen im Frühling ließ die überaus transparente Erinnerung an die Vorbereitungen und an fast jeden Tag unserer Reise in 2013 einmal mehr „aufpoppen“.

Else ist seit dem  15.Mai 2014 wieder im Wasser, außer  „Wiederbeleben“, den Winter aus dem Schiff vertreiben,  Wasser und Getränke und Lebensmittel „auffüllen“, ELSE wieder bewohnbar und „heimelig“ machen ist noch nicht viel passiert.

Noch keinen Meter ist sie gefahren.

Was war passiert?

Nach unserer Rückkehr am 22.08.2013 haben wir Else bis zum Krantermin für das Winterlager nicht mehr besucht. 

Irgendwie hätte das eine oder andere Wochenende in Kappeln oder die eine oder andere Fahrt auf der Schlei die Erinnerung an unsere „große Reise“ irgendwie „in Mitleidenschaft“ gezogen; am Wochenende des Krantermins haben wir in 2013 ein letztes Mal die Else „bewohnt“ und ohne Vorwarnung stellte sich an Bord das ganze dicke Gefühl der drei Monate ein, so dass wir dieses letztes „Bordwochenende“ in 2013 sehr genossen haben. 

Ausgeräumt, notdürftig „klar Schiff gemacht“ und weg, aus und vorbei die „große Saison 2013“. 

Trotz einer Woche „Rehabilitationszeit“ fiel uns die „Wiedereingliederung“ in das normale Leben unerwartet schwer, irgendwie ging uns alles „auf den Zeiger“. 

Mit Ausnahme einer schönen „Memorial-Baltic-Dream-Feier“ im Dezember waren alle Erinnerungen irgendwie ein „Rohrkrepierer“, irgendwie ständig präsent, aber irgendwie durchgängig von dem Gefühl „warum ist das denn nun vorbei“ oder „was kommt denn jetzt?“ liefen die verschiedensten Gedanken, einen Abschluss des Erlebten und Anschluss an die Realität zu finden irgendwie ins Leere. 

Was bleibt, ist das Erstaunen darüber, dass drei Monate „Auszeit“ durchaus eine ziemliche „Furche“ in den Lebensablauf ziehen können; irgendwie bleibt ein undefinierter Wunsch nach „Weitermachen“ oder „Mehr“, ohne dass dieser Wunsch Gestalt annimmt. 

Genug der Jammerei: Es war eine einzigartige geniale Reise mit durchgängig nur positiven Erlebnissen bei fast durchgängig schönem Wetter und mehr geht einfach nicht ! 

Wir waren und sind sehr dankbar, dass uns unsere „Lebensumstände“ diese Reise ermöglicht haben und sind allen, die uns dies mit ermöglicht haben, sehr dankbar: erfreulich dass Ulis Arbeitgeber und ihre Kollegen eine solche Auszeit ermöglichten, ebenso wie meine Mitarbeiter ohne irreversible „Kollateralschäden“, den Bürobetrieb drei Monate gemeistert haben, geleitet von meinem „Vertreter“ Bernd, der bereit war, jederzeit nötigenfalls Schläge einzustecken, die gar nicht für ihn bestimmt waren, unserer lieben Nachbarin Elfriede, die zuhause „Stellung gehalten“ hat und Haustiere, Haus und Hof versorgt hat, mein Freund Ralph, der den „Facility-Manager“ gemacht hat, Jutta, die drei Monate auf Sandy aufgepasst hat und nicht zuletzt Bernd der drei Monate seine zwei Mädchen samt Hund aufgedrückt bekommen hat. 

Irgendwie haben also Viele mitgewirkt und noch mehr sind, worüber wir uns sehr gefreut haben, intensiv „mitgefahren“ und haben unseren Blog nicht nur verfolgt, sondern auch „mitgelebt“ und anderweitig Kontakt gehalten. 

Es ist ein gutes Gefühl, wenn so eine „Aktion“ nicht nur aus eigener Kraft, sondern auch durch die Mitwirkung Vieler zur unbeschwerten Realität wird. 

Für mich beim späteren Lesen zur Erinnerung: ich hatte in den ganzen drei Monaten kein einziges Mal freiwilligen oder notwendigen Kontakt zu meinem Büro. Das spricht entweder für eine Superorganisation oder eben auch für das Mitwirken Vieler…! 

Was bleibt ist übersichtlich, aber groß, nämlich die Dankbarkeit, dass man so etwas erleben darf und dass dann auch noch so gut läuft…! 

Es gibt noch viel zu berichten aus 2013: 

Eine kleine „Reisestatistik“, den „Original-Routenplan“ und, als Vorbereitung für spätere Reisen eine Liste der „Gewinner und Verlierer“, nämlich der Dinge, die am besten funktioniert haben und die entgegenteiliger erster Einschätzung letztlich überflüssig waren. 

Nach der Reise ist vor der Reise und so macht es durchaus Sinn, in Vorbereitung neuer Pläne die Erfahrungen aus „Baltic-Dream“ aufzuschreiben, um beim nächsten Mal auf Überflüssiges zu verzichten…! 

Nicht zuletzt fehlt ein Post vom letzten Hafen der Reise, nämlich Vejrö, einer durchaus bemerkenswerten kleinen Insel im großen Belt. 

Heute bin ich das zweite Mal in diesem Jahr auf Else und die Schlei hat nichts anderes zu tun, als üppigen Charme zu versprühen und trotz der fortgeschrittenen Stunde ist es sommerlich mild, ein klarer Himmel mit „Restvollmond“, ein leichter Wind wiegt die Pappeln und den Schilf am achtern gegenüberliegenden Ufer.

Kein Mensch ist zu hören.

Heute spielt Deutschland gegen Portugal und so hat Fußball doch noch etwas Gutes, nämlich eine naturbelassene Ruhe, nur freundlich unterbrochen von freundlichem Seevogelgeschnatter und sonstigem Vogelgezwitscher.

Wer es bis hier her zu lesen geschafft hat ist tapfer oder ernsthaft interessiert oder beides:

Dieser Post ist ein „Stückwerk“ über viele Monate : heute sind tatsächlich schon 365 Tage seit dem Ende unserer Reise vergangen und ELSE ist zwischenzeitlich auch wieder gefahren und wieder einmal an der Elbe.

Die herannahende sich bemerkbar machende dunkle Jahreszeit wird Zeit geben, diesen Blog wieder zu beleben im Sinne :

„Nach der Reise ist vor der Reise…!“

 

Ein Gedanke zu „365 Tage später….

  1. So aus deinem und Ulis Verhalten raus merkte man euch das auch ein bisschen an. Ihr hattet doch Schwierigkeiten, euch wieder einzufinden. Ich sage mal voraus, dass das nicht eure letzte Reise dieser Art gewesen ist, den Virus werdet ihr nicht mehr los und irgendwann bricht er sich wieder Bahn.
    Naja und was die Mithilfe anging: Meine Mädels kann man mir immer aufs Auge drücken…

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