Probefahrt to Hel oder to Hell ?

Um es vorwegzunehmen : Heute, Dienstag den 11.6.2013 11:00 Uhr ist ELSE kein Hausboot mehr, sondern kann sich aus eigener Kraft wieder über längere Strecken alleine fortbewegen…!

Was ist passiert :

Gegen halb acht räumen wir unseren “Nachtplatz” vor der Tankstelle, ich entwässere vorsichtshalber noch einmal die Vorfilter und aus eigener Kraft erreichen wir störungsfrei das etwa 400 Meter entfernte andere Ufer der “Motlawa”.. Dort kochen wir uns erst mal einen Kaffee, werden interessiert von einem Wachmann begrüßt und warten auf unser “Serviceteam”.

Gegen halb zehn kommt der Tankwagen, heute besser gelaunt mit einem kleinerem Fahrzeug und einem Kollegen. Eine liebreizende junge Hafenmeisterin – an dieser Stelle eröffnet auch gerade eine Marina- übersetzt ein wenig, da die “Saugfritzen” kein Englisch sprechen.

Sie bereiten die Absaugaktion vor, ich öffne das Inspektionsluk am Tank und bekomme zum zweiten Mal in Polen einen elefantenrüsseldicken Schlauch in die Hände gedrückt, diesmal nicht zum Tanken, sondern zum Absaugen… Das dauert nur wenige Minuten, ELSE`s Tank ist leer, alle an der Aktion beteiligten – zwischenzeitlich ist Mr. Dziewulskiulski und sein Mechanikerkollege Jaczek auch eingetroffen- begeben sich auf ELSE`s Backbordseite, damit der ganze Diesel auch in die Absaugkammer läuft.. Das tut er gut und ich kann sehen, das die Öffnungen  der Schlingerbleche bis zum Boden reichen und wir können wirklich alles absaugen..! Der Tank ist blitzsauber !

Jaczek und ich wechseln noch alle Filter, er lästert noch liebevoll rum wegen meiner “Wasser in den Tank” – Aktion um mich dann gleich zu loben, das ich alle Filter in doppelter Ausführung dabeihabe…

Mr. Dziewulskiulski füllt zwischenzeitlich 80 in Kanistern mitgebrachte Liter Diesel mit einer Handpumpe in ELSE`s Tank, Jacek und ich entlüften jeder einen Motor und er weist mich lächelnd an : “my friend, start your engines…”..!

Das tue ich, sie springen an und laufen und gefühlsmäßig besser als vorher, haben wir doch auch in den nun gewechselten Feinfiltern noch das verfluchte Wasser gefunden.

Die “Saugfritzen” sind schon abgereist und haben mir erfreulicherweise “nur” 200 Zloty, etwa 50 Euro für ihre Bemühungen abgenommen.

Wir brechen auf zurück  zur “Marina LOTOS” um dort vollzutanken. Unser Tankwart freut sich, wünscht uns “good luck” und hofft, das wir nach Danzig zurückkehren…

Mr. Dziewulskiulski ist mit dem Auto zurück zur “Neptun Marina” gefahren, Jaczek begleitet uns auf dem Boot “falls noch was ist…” wir trinken Kaffee, rauchen und Jacek  gesteht, das er die Strecke zwischen dem Zentrum von Danzig zur “Neptun Marina” das erste Mal auf dem Boot zurücklegt und viele persönliche Worte werden während der “störungsfreien” einstündigen Fahrt mit beruhigend brummenden Dieseln gewechselt…

In der Marina Neptun “übergibt” er uns seinem charismatischem Chef, der uns noch eingehend erläutert, “warum Europa hier zu Ende ist” und auf welche Besonderheiten des “Homus sowjeticus” wir uns in den nächsten Woichen noch einstellen müßten… Mal sehen, wir gehen da unvoreingenommen heran…

Wir müssen nichts bezahlen, er mailt uns die Rechnung und wir können sie nach unserem Urlaub bezahlen…!

Wir bedanken uns aufrichtig bei allen Beteiligten und sind völlig eingenommen von der Hilfsbereitschaft, dem Vertrauen und der “übergreifenden  Organisationskompetenz”….!

Wir lassen das in den letzten Tagen erlebte noch ein wenig einwirken und brechen dann über den “Hinterausgang” von Danzig, die “Martwa Wisla”, die “Tote Weichsel” auf in Richtung Hel, von wo aus wir am kommenden Morgen vor “Tau und Tag” in Richtung  Klaipeda aufbrechen wollen…

ELSE tut, als ob nie was gewesen wäre, Gleitfahrt mit 25 Knoten gehen auch und befreien ELSE von dem Bewuchs der Danziger Gewässer..

Gegen 16:30 erreichen wir bei ruhigem und sonnigstem Wetter Hel und machen wie schon vor etwas mehr als einer Woche im fast leeren Yachthafen fest.

Grenzkontrolle durch die “Polish Boarder Guard” kurz nach Ankunft (” woher, wohin, Name des Schiffs, wieviel Besatzungsmitglieder”), wie gehabt, kurz und freundlich…

Kurze Zeit später kommt der Hafenkapitän und ermahnt uns freundlich, uns zukünftig auf Kanal 10 über Funk anzumelden. Mein Hinweis, das sich letztes Mal keiner gemeldet hat, kommentiert er mit dem augenzwinkerndern Hinweis, das der Hafenkapitän vielleicht gerade geschlafen hat…

Er erläutert uns, das dass mit der nahen “Schengen-Aussengrenze” zu tun hat und erzählt noch ein wenig von den Sehenswürdigkeiten von Hel und wir verabschieden uns freundlich.

Wir gehen in dem bei dem schönen milden Wetter fast mediterran wirkenden Ort  und am bewaldeten Strand noch spazieren, im “Admiral Nelson”  essen, Uli das letzte Mal ihren geliebten Barszcz,  gehen das letzte Mal in Polen einkaufen, unter anderem das letzte “Tyskie”- Bier und  die Querelen der letzten Tage gehören einer erlebnisreichen eindrucksvollen Vergangenheit an !

In nur wenig mehr als vier Stunden brechen wir vor Sonnenaufgang auf auf einer als sonnig und ruhig vorher gesagten See nach Klaipeda.

Mal sehen was kommt, “irgendwas ist immer”…!

Vielleicht sind wir übermorgen schon bei strahlendem Wetter in der ” Curronion Lagon”…!

Im Schutze der Dunkelheit haben wir schon die litauische Gastlandsflagge gesetzt…

Es gibt so tolle Bilder, sie folgen bei schneller Internetverbindung…!

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