Tage in Danzig…

Wir werden vertraut mit Danzig : Wir laufen rum, „saugen“ das Treiben in der Stadt und am Hafen auf, kaufen dies und das ein, erfreuen uns an den anderen Lebensmitteln in den vielen kleinen Läden, probieren viele Dinge, von den wir nicht wissen, was sie sind und wie sie schmecken, bisher haben sie alle gut bis sehr gut geschmeckt…!

Wir machen mit einem kleinen offenen Elektrokarren mit einem studentisch wirkenden Stadtführer eine Stadtrundfahrt – Alt- und „Neustadt“-, erfahren eine Menge wissenswertes, laufen nach Ende der Fahrt weiter bei schönstem Sonnenschein rum, kaufen noch einmal auf dem Markt für`s Abendessen auf der ELSE ein und schlendern zurück zum Schiff…

Gestern Abend waren wir Essen, Ente auf polnische Art und Pierogi, zwischendurch „Tellerwechsel“ zum Probieren…Trotz der deutlich höheren Preise als in Kolberg oder Leba für die „Gernesser“ wie wir ein echtes „Schlaraffenland“…

Wir freuen uns, das wir richtig Zeit für Danzig haben, egal ob sie uns an anderer Stelle fehlen mag…

Gestern war das Wetter nicht so schön und „Arbeitstag“ : Wäsche waschen und trocknen, Rettungsinsel montiert, richtig „Arbeit“, Innenverkleidung in Bugkajüte abbauen, Löcher durchs Deck und zusätzlich mit einem Lochsenker in die „Innenschale“ bohren, Bolzen abflexen und und und…

Zwischenzeitlich scheint das „Entsorgungsproblem“ endgültig gelöst : Nach dem sich unser Fäkalientank immer wieder nicht richtig entleerte, habe ich von oben zunächst ein Loch in Flucht mit dem Ablauf in den Tank gebohrt, um mit unserem „Stöckelstab“ den Abfluss freizustochern….Irgendwann das schönste Geräusch des Tages : Der Tank entleert sich blubbernd in die „Tote Weichsel“, die allerdings vorher schon tot war…

Gleichzeitig bemerke ich einen starken Sog durch meine „Stökelbohrung“, die eigentliche Tankentlüftung ist dicht und darum hat sich der Tank immer so widerwillig entleert…! Ich demontiere die Entlüftungsleitung, blase und spüle alles durch, was nach dem stundenlangen stochern in den Fäkalien eher die Kür als die Pflicht ist und alles geht wieder, hoffentlich auch in den nächsten Monaten…(was für Worte : „in den nächsten Monaten…!“)

Schnell noch das gebohrte Loch verschlossen und den „Geschäften“, gerade bei der langen Fahrt nach Klaipeda steht nichts mehr im Wege…!
„Sanitär für Anfänger“, ganz umsonst war die Ausbildung doch nicht…!

Im „Sklep Zeglarski“ (auf Deutsch „Sailorshop“…) kaufen wir „Reservefender“, zusätzliche Festmacher und bestelle einen neuen Wechselrichter, der alte hat den Geist aufgegeben und 220 Volt für „Kleingeräte“ auch bei fehlendem Landstrom machen schon Sinn und Spaß…
Martin, der „Sailorshopfritze“ sichert das Eintreffen des Wechselrichters am nächsten Tag zu und hält mich mehrfach telefonisch über den „Bestellverlauf“ und dann das Eintreffen des Wechelrichters auf dem Laufenden und gewährt bei „Cash“ einen Nachlass auf den hier ohnehin sehr preiswerten Wechselrichter…
Technisch nun wieder alles auf dem laufendem, in der Achterkajüte nun richtig Platz für Einkäufe, weil da nun die Rettungsinsel endlich raus ist. Ich bin sehr froh, das sich die bisherigen „Probleme“ auf die geschilderten lösbaren Dinge beschränken, es gäbe weitaus Schlimmeres, gibt es aber derzeit nicht, die VOLVO´s brummen wie Nähmaschinen, egal ob schnell oder langsam, der Ölaustritt hat aufgehört – es ist aber immer noch genug drin, kein messbarer Ölverbrauch – nur auf den Z-Antrieben haben sich in den letzten Tagen Heerscharen von Algen häuslich eingerichtet…Ich hoffe, das ihnen der Wechsel zum Salzwasser und die nächste Gleitfahrt den Garaus macht..!

Unsere Seglerbekanntschaft hatte Crewwechsel, aus dem Jan ist ein Volker geworden und der Skipper Klaus und der Neuankömmling sind heute vormittag nach Hel aufgebrochen, um von dort aus morgen den „Ritt“ nach Klaipeda zu machen.

Das entspricht auch unserem Vorhaben, morgen werden wird aus Danzig nach Hel aufbrechen um am Samstag von Hel aus mit der ersten Dämmerung nach Klaipeda aufzubrechen. Je nach „Welle“ rechnen wir mit ca. 12- 15 Stunden Fahrt.

Auf dem Weg zur See werden wir vorsichtshalber noch mal tanken, sicher ist sicher…

In Klaipeda werden wir wohl erst auf der „Nehrungsseite“ festmachen, um am Sonntag gleich ins kurische Haff nach Nidden aufzubrechen. Darauf sind wir völlig „scharf“, hoffentlich wird das Wetter so wie vorhergesagt, dann wird das Haff wohl mediteran…

Unser „Segelerfreund“ Klaus mag da nicht hinein, zu „grenzwertig“ sind ihm die Tiefen, die wir aus unseren „Elbeerfahrungen“ 2011 eher als komfortabel ansehen, solange man sich an das betonnte Fahrwasser hält…
Wir sind sehr gespannt…!

Der Urlaub zeigt übrigens Wirkung : Hier im Hafen werden ganztägig Spundwände gerammt und auf einer direkt gegenüberliegenden Baustelle wird geflext, gestemmt und gehämmert ;
Fiel uns heute so beiläufig auf, gestört hat uns das nicht…Dafür ist die Nacht mitten im Zentrum von Danzig still und bedächtig. Aus einer Baugrube auf der „Hafeninsel“ quaken lauthals Frösche herüber…!

Im Moment klingt irgendwie dezente Livemusik aus dem „Hotel Gdansk“ herüber…

Morgen geht`s weiter, immer weiter…!

Ein Gedanke zu „Tage in Danzig…

  1. Dobry wieczór!,
    ich hoffe Ihr habt reichlich Bilder von Danzig gemacht. Wir waren ja auch total begeistert aber leider zu kurz dort. Freue mich schon auf die Bilder.
    Dobranoc! Jörg

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